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Karlsruhe Mehr E-Ladestationen in Karlsruhe: Lücken sollen geschlossen werden

E-Autos sind derzeit nur selten auf den Karlsruher Straßen zu sehen. Für diese Fahrzeuge gibt es derzeit rund 30 öffentlich zugängliche Ladestationen. Laut der SPD sei das jedoch zu wenig: Sie fordern den Ausbau der Infrastruktur.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) förderte 2009 das Modellprojekt "MeRegioMobil", dessen Ziel in der Einbindung der Elektromobilität in bestehende Energie- und Verkehrsnetze lag. In diesem Zuge entstanden erstmals Ladesäulen für Autos in Karlsruhe.

Doch das Jahr 2009 liegt nun schon fast zehn Jahre zurück. Die Elektromobilität hat sich in großen Schritten weiterentwickelt. So werden E-Autos immer attraktiver - vor allem für den Normalverbraucher.

Immerhin waren nach Angaben des Ministeriums Anfang 2017 schon 58 verschiedene Elektroautomodelle auf dem Markt, davon 33 von deutschen Herstellern. Bis 2020 sollen mindestens eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren, so das BMVI.

Infrastruktur soll Attraktivität eines E-Autos steigern

Dass auch die Fächerstadt ihren Beitrag zu diesem Plan leisten kann, verlangt die Karlsruher SPD. So soll, wenn es nach den Sozialdemokraten geht, die städtische Infrastruktur für Elektromobilität ausgebaut werden. Wie die Fraktion mitteilt, zögern Bürger bei der Anschaffung von E-Autos aufgrund der fehlenden Auflademöglichkeiten. Viele davon seien wegen ihrer Wohnsituation in Miete auf öffentlich zugängliche Stationen angewiesen. Die daraus häufig resultierende Konsequenz: Interessierte entscheiden sich gegen einen Kauf, da zu wenig Ladestationen vorhanden seien.

David Hermanns von der SPD will dieses Thema mit mehr Kraft und Elan angehen. "Die Technologie ist nämlich inzwischen so weit, dass es ein Massenphänomen werden kann. 2020 muss die Infrastruktur entwickelt werden", appellierte er in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag.

Dort gingen die Meinungen dazu jedoch auseinander. So meint Thomas Hock, Stadtrat der FDP, dass Karlsruhe mit dem bestehenden Netz schon gut aufgestellt sei. "Ob die E-Mobilität sich durchsetzt, ist noch fraglich – wir sollten abwarten, um nicht auf das falsche Pferd zu setzen", rät er.

Der Plan der Stadt sei nun folgender: Wie diese in einer Stellungnahme mitteilt, werden die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit den betreffenden Ämtern der Stadtverwaltung die Ladeinfrastruktur weiter entwickeln, mit dem Ziel, vorhandene Lücken zu schließen.

Mögliche Fördermittel für den Ausbau

Passend zur aktuellen Diskussion in Karlsruhe hat das BMVI zum 1. März 2017 das Bundesprogramm "Ladeinfrastruktur" gestartet. Nach eigenen Angaben soll damit bis 2020 der bundesweite Aufbau von 15.000 Ladestationen ermöglicht werden. Neben Städten und Gemeinden können auch private Investoren Förderanträge stellen.

Die Stadt prüfe aktuell, ob solche oder ähnliche Fördermöglichkeiten zur Erweiterung der Ladeinfrastruktur in Frage kommen könnten. Wenn es nach Michael Haug, Stadtrat der Kult-Fraktion, geht, sind vor allem Privatinvestoren wichtig, da ohne diese ein flächendeckendes Netz erst gar nicht möglich wäre.

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  •   einfallzel
    (1 Beiträge)

    09.05.2017 23:45 Uhr
    Naive Pläne
    Die Vorteile elektrischer KFZ-Antriebe, insbesondere wegen des hohen Wirkungsgrads und der Rekuperation, aber auch wegen der verringerten Gas-, Staub- und Lärmemissionen sind auch im Otto- und Dieselmotorland unbestreitbar.

    Aber jeder, der regelmäßig an Ladestationen, die von Falschparkern aus Ablehnung, Ignoranz, Dummheit oder Narzismuss blockiert werden, mit einem E-Auto "verhungert", weiß, dass die Anzahl öffentlicher Ladestationen, zudem vielleicht noch an so exotischen Orten wie Autobahnraststätten in der Provinz, praktisch absolut irrelevant ist, wenn man nicht gerade Tesla fahrender Unternehmensberater ist.

    Wesentlich effektiver wäre es, durch die Stadtwerke und ihre Zulieferer entsprechende Infrastrukturmaßnahmen in privaten Tiefgaragen von Wohnhäusern, Bürogebäuden, Hotels und Parkhäusern ernsthaft und vorrangig zu fördern und dem E-Auto-Fahrer eine vereinfachte, einheitliche Abrechnung über die eigene (Öko-)-Stromrechnung zu ermöglichen.
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  •   Vollbürger
    (82 Beiträge)

    01.05.2017 10:00 Uhr
    FDP von vorgestern???
    O-Ton des Artikels:
    So meint Thomas Hock, Stadtrat der FDP, dass Karlsruhe mit dem bestehenden Netz schon gut aufgestellt sei. "Ob die E-Mobilität sich durchsetzt, ist noch fraglich – wir sollten abwarten, um nicht auf das falsche Pferd zu setzen", rät er.

    Ja mei, man kann nur beten, die FDP möge im September komplett in der Versenkung verschwinden!

    Herr Hock möge sich doch einfach einmal morgens an die Heckseite eines 2017 VW-Touran begeben und nach morgendlichem Kaltstart einige Lungenzüge des sauberen Abgases einnehmen.

    Wohl bekomme es!

    Warum ist man in deutschland eigentlich so technikfeindlich und torpediert selbst auf kommunaler Ebenen den technischen Fortschritt?
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  •   107
    (523 Beiträge)

    29.04.2017 19:12 Uhr
    Hauptsache die Bürgermeister haben ihre Ladestationen im
    Rathaushof.

    Zwar sind schon 4 Jahre vergangen aber bis heute gibt es keine Stromladestation auf dem Taxi-Halteplatz Hauptbahnhof.
    Der Gemeinderat braucht immerhin vier Jahre um mal auf so eine Idee zu kommen.

    Also nochmal von vorne. Wie war das mit den Dieselmotorabgasen ?
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  •   Peacemaker
    (423 Beiträge)

    29.04.2017 10:26 Uhr
    Das gröste Problem der E-Mobilität wird komplett totgeschwiegen.
    Woher soll denn der Strom kommen?

    Mit den regenerativen Energiequellen funktioniert das nur, wenn nur wenige umsteigen.

    Wenn das wirklich in der breiten Masse kommen sollte, dann haben wir ruckzuck wieder Atomkraftwerke am laufen.

    Zudem muss die städische Strom-Infrastruktur dem zusätzlichen Leistungsbedarf in nicht unerheblichen Maße angepasst werden. Im Prinzip kann man über 90 Prozent der Umspanntrafos, Sicherungskästen, Kabel, etc. neu bauen.

    Wer die Elektrifizierung der Mobiltät fordert, sollte ehrlich sein und nicht die weniger populären Aspekte verschweigen.
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  •   mein-senf
    (998 Beiträge)

    29.04.2017 08:15 Uhr
    Lächerlicher blinder Aktionismus
    wenn nur 50% der Bürger , die heute ein Auto in KA besitzen, auf die tollen E-Autos umsteigen, braucht man zigtausend Ladestationen... Als Fallbeispiel.. Lieschen Müller , beschäftigt bei der Stadt , wohnhaft in einem
    Wohnblock mit Parkplatzproblemen so wie vielerorts in KA und allen Städzen... Wo soll die Ihr Auto aufladen ? Daheim , ein 200m langes Kabel vom Balkon zum Auto legen , und das machen dann alle in dem Block sieht sicher lustig aus , zig Kabel die von Bakonen hängen... Aufladen bei der Stadt bei der Arbeit , wenn sie nicht eine der wenigen Ladestationen ergattert, da legt sie dann ein Kabel aus dem Büro ca. 300 m lang zu Ihrem Auto , aber es ist bei der Stadt sogar nicht erwünscht dass man sein Handy aufläd, also wieder ein Griff ins Klo... Macht aber nix mit dem Scheissgehalt bei der Stadt kann sich LM eh E-Auto leisten ,also tolle Lösung des Problems , soll doch mit der Bahn fahren, die dumme Nuss...
    Alles einfach nur ein Witz......
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    29.04.2017 15:07 Uhr
    Einfach nur ein Witz?
    Sicher nicht. Aber wie so vieles einfach unüberlegter Populismus.
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