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Karlsruhe Maßnahme gegen Wohnungsnot: Auf dem Karlsruher Telekom-Areal entstehen 250 neue Wohnungen

Wer in Karlsruhe eine Wohnung sucht, der braucht starke Nerven. Der Stadt mangelt es an Wohnraum und freien Bauflächen. Ein neues Bauprojekt soll nun Abhilfe schaffen: Das Telekom-Areal in der Philipp-Reis-Straße wird umgebaut und macht so Platz für neue Wohnungen. Ein erster Planungsentwurf steht seit dieser Woche fest.

Karlsruhe besticht in vielerlei Hinsicht - nur nicht durch sein Wohnungsangebot. Denn Wohnraum ist in der Fächerstadt mehr als rar. Nur 2.385 neu gebaute Wohnungen konnten im vergangenen Jahr im Raum Karlsruhe verzeichnet werden - aus einem einfachen Grund: Der Stadt fehlt es an freien Bauflächen. Diese sind entweder bereits dicht besiedelt oder dürfen aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht bebaut werden. Die wenigen möglichen Baugebiete, die Karlsruhe hat, erfordern wiederum die Einhaltung strenger Auflagen.

Stadt geht gegen Wohnraummangel vor

Das Problem der Wohnungsnot kennt man in Karlsruhe nicht erst seit gestern. Vor allem junge Studenten leiden seit Jahren unter dem knappen Wohnungsangebot. Eine Kampagne von Stadtmarketing und Studierendenwerk unterstützt daher seit 2012 die Studenten bei ihrer Suche nach Wohnung, WG oder Wohnheimplatz. 2017 stand die Aktion unter dem Motto "Karlsruhe für Anfänger" und beinhaltete eine Web-Serie, in der angehende Studenten die Fächerstadt erkunden.

Um dem Wohnungs-Problem großflächig Herr werden zu können, machte die Stadt Karlsruhe aus der Not eine Tugend: Sportplätze sollen den benötigten Wohnraum schaffen, indem sie umziehen und so Flächen für neue Wohnprojekte schaffen. Dies soll jedoch nicht zum Nachteil der Karlsruher Sportvereine geschehen. Denn im Gegenzug erhalten diese von der Stadt andere Flächen für neue Vereinsanlagen. 27 Hektar Flächenpotenzial konnten durch diesen Tauschhandel bis Ende 2017 geschaffen werden.

Telekom-Areal weicht Wohnbau-Projekt

Telekom-Gelände
Das Telekom-Areal in der Philipp-Reis-Straße. | Bild: Melissa Betsch

Da die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um den steigenden Bedarf an Wohnraum in Karlsruhe zu decken, greift die Stadt auf die Nutzung bereits bebauter Flächen zurück. Unter dem Namen "Kwartier" soll das Telekom-Areal in der Philipp-Reis-Straße komplett umgestaltet werden. Etwa 250 neue Miet- und Eigentumswohnungen sind hier in Planung. Dies teilte Dieter Munk auf Nachfrage von ka-news mit. Munk ist Geschäftsführer der Marketingagentur Taktics, die die Baumaßnahmen in Karlsruhe begleitet.

Das Technikgebäude, das bisher von der Telekom genutzt wird, soll auch weiterhin als solches bestehen bleiben, erklärt Munk. Das Bürogebäude hingegen steht momentan leer. Im Zuge des Bauvorhabens wird es saniert und nimmt danach seinen Betrieb als Bürokomplex wieder auf. Neu gebaut werden also nur die 250 Wohnungen. Diese sollen dort entstehen, wo sich zur Zeit noch die große Freifläche sowie ein altes Casino befindet, das abgerissen werden muss.

Entwurf Philipp-Reis-Straße
Der unverbindliche Gewinner-Entwurf des Architektur-Wettbewerbs. | Bild: Architekturbüro Kresings, Münster/Düsseldorf

Ein erster Entwurf für die Realisierung der Wohnflächen steht nun fest. Der Projektentwickler GIEAG Immobilien AG hatte hierzu im Frühjahr 2018 einen Architekturwettbewerb ausgerufen, an dem sechs Architekturbüros teilgenommen hatten. Das teilte die GIEAG in einer Pressemeldung mit. Sieger des Wettbewerbs war das Architekturbüro Kresings aus Münster und Düsseldorf.

Technikgebäude bereits komplett vermietet

Teil des Wettbewerbs war auch die Entwicklung einer Lösung zur Schaffung von ausreichend Parkplätzen für das Gesamtareal. Das Technikgebäude wurde nach einer umfangreichen Sanierung langfristig komplett vermietet, für das Bürogebäude laufen parallel zum Wettbewerb Planungen zur Vermietung. Insgesamt entsteht so eine perfekte Symbiose aus hochmodernen Arbeitswelten, attraktiven Mietwohnungen und exklusiven Eigentumswohnungen, so die GIEAG.

Telekom-Gelände
Das Telekom-Areal in der Philipp-Reis-Straße. | Bild: Melissa Betsch

"Durch die Kombination aus der Zusammensetzung der hochqualifizierten Jury und der Auswahl an renommierten regionalen und überregionalen Architekturbüros, hat sich ein zukunftsweisendes und innovatives Konzept entwickelt, auf dessen Umsetzung wir uns freuen", sagt auch GIEAG-Vorstand Thomas Männel.

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  •   Bimbo
    (175 Beiträge)

    23.07.2018 21:59 Uhr
    Tränen erneut...
    bei mehreren Wohnungen so schlechte Finazielle Situation?
    Da sollte man seine Geschäfts Politik überdenken?
    Oder sich mal von entsprechenden Menschen/Firmen beraten lassen!!!!
    Tja das kostet mal paar Euro aber es macht Sinn...

    In diesen Dimensionen wie du schreibst gibt es sehr, sehr viele Möglichkeiten um sehr, sehr vieles Abzuschreiben um die Steuerlast zu senken. Wenn man es Geschickt macht und die Rahmen Bedingungen stimmen zahlst du weniger Steuern als ein "Normaler" Angestellter!!! Das ist Fakt.

    Also höre auf von dem Armen Vermieter zu jamern! Ich kann das nicht mehr hören!
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  •   BliBlaBlub
    (12 Beiträge)

    23.07.2018 14:45 Uhr
    Soooo
    Das ist doch mal eine Antwort mit der ich was anfangen kann! Danke dafür! Das ist natürlich wirklich ein Dilemma. Und dass sie die Wohnung erhalten ist super! Es gibt aber leider auch viele Wohnungen, die ziemlich runter gekommen sind zu Wahnsinnspreisen. Und da muss man meiner Meinung nach vorgehen. Ich bin auch durchaus dafür Vemietern das Recht zu geben, Mietnomaden und Messis raus zu werfen. (Wobei Messis ja psychisch krank sind, was macht man da? Alles nicht so leicht.)
    Wieso sind die Preise von Handwerkern derart gestiegen?
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    23.07.2018 15:00 Uhr
    die Preise sind gestiegen weil überall
    gebaut oder umgebaut wird und die Nachfrage entsprechen hoch ist. Die haben es auch nicht mehr nötig für Kleinkram zu kommen.. Vorlauf für größere Sachen 10 Wochen +, dann steht eine Wohnung auch mal 3 Monate leer da die Handwerker nicht beikommen. Un wenn jemand einzieht und dann klopft man die Wände auf ist auch nicht recht.
    An verkaufen habe ich auch schon gedacht bei den aktuellen Preisen, gehts an einen Investor und die Mieter dürfen entsprechen mehr zahlen.
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  •   Hüttenkäse
    (421 Beiträge)

    23.07.2018 14:41 Uhr
    Da hilft wohl nur noch ein Not-Verkauf...
    ... wenn man Sie so jammern hört. zwinkern
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    23.07.2018 15:58 Uhr
    ich rechne ihnen mal was vor
    Ich habe eine Wohnung in der der Mieter nach 15 Jahren ausgezogen ist. Bad in einem Zustand das man es komplett machen musste. Bei den heutigen Preisen waren das knapp über 35 000.-.
    Miete zuletzt 8,50/qm über die letzten 15 Jahre im Schnitt bei 7.-/qm. 75qm x 7 X 12 X 15 = 94 000.- Brutto Miteiname voll zu versteuern.
    Bleiben unter 70 000 netto = die Häfte nur fürs Bad weg. Dann zig Kleinigkeiten der letzten 15 Jahre die sich aufsummieren. Kosten für das Haus im allgemeinen (Eigentümergemeinschaft), jetzt muss noch ein neues Fenster rein und die Gastherme neu. Da wird man nicht reich mit...trägt sich eben so. Wenn Sie den Aufwand noch auf die zeit die man dafür braucht runterechnen ist das nichts. Man hat halt den Gegenwert der Wohnung wenn man diese erhält..
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    25.07.2018 15:22 Uhr
    Vermiedesch Du a an
    Hartz Vierlinge? Ich kann der sage dasses Jobcenter imma pünktlich bezahlt. Achtfuffzig pro Quadratmeder isch jo scho en guuder Preis. grinsen
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    25.07.2018 18:33 Uhr
    Derfsch a ab un zu
    vorbeikomme uff e Bier, mit meinem alde Vermieder hab i a immer oiner getrunge, awwer der isch jo leider scho gschdorwe. traurig
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  •   Bimbo
    (175 Beiträge)

    23.07.2018 21:46 Uhr
    Mir kommen die tränen...
    und möchte einen kleine hilfs Spende machen....
    Bad nach 15 Jahren Kaput und wieviele Jahre davor waren es noch an Mieteinnahmen?

    Eine Badsanierung beim Regulären Hanwerker kostet 15-20.000€ und das ist schon hoch...
    Aber vermutlich haben sie ein Luxus bad mit Goldenen Armaturen drin....

    Fenster/Therme sind meistens allgemein Eigentum und dafür werden Rücklagen gebildet. Ausser das Haus wurde von anfang an sehr schlecht Verwaltet! Augen auf beim Kauf....

    Ich kann das gejamer nicht mehr hören von alla Eigentum Vermitung ist ein +-0 Geschäft!
    und bei mehreren Wohnungen schon gar nicht.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    23.07.2018 18:20 Uhr
    Eine Bad
    für 35000 Euro in einer Mietwohnung. Das ist albern, auch bei gestiegenen Handwerker- und Materialpreisen.
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  •   schmidmi
    (1660 Beiträge)

    25.07.2018 09:24 Uhr
    Muss ganz schön heruntergekommen gewesen sein
    die Bude grinsen
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