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Karlsruhe "Make Our Planet Great Again": KIT-Forscher untersuchen Lachgas-Folgen

Lachgas ist etwa 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. In Deutschland ist überwiegend die Landwirtschaft für die Emissionen von Lachgas verantwortlich, vor allem bedingt durch den intensiven Einsatz von Stickstoffdünger. Die möglichen Folgen wird eine neue Forschergruppe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Programm "Make Our Planet Great Again - German Research Initiative" untersuchen.

Mit dem gemeinsamen Förderprogramm, das auf die Initiative "Make Our Planet Great Again" des französischen Staatspräsidenten zurückgeht, können laut KIT Forscher aus dem Ausland an einer deutschen oder französischen Einrichtung ihrer Wahl an Projekten forschen, die die Pariser Klimaziele unterstützen. Leiter der neuen Gruppe am KIT wird Clemens Scheer, der von der Queensland University of Technology Brisbane, Australien, kommt.

Doch worum handelt es sich dabei konkret? Distickstoffmonoxid (N2O) - auch bekannt als Lachgas - wirkt erderwärmend, schädigt die Ozonschicht und wird mikrobiologisch in (überdüngten) Böden, Gewässern oder Kläranlagen gebildet, entsteht aber auch bei Verbrennungsprozessen. Am Institut für Meteorologie und Klimaforschung - Atmosphärische Troposphärenforschung des KIT (IMK-IFU) beschäftigen sich Wissenschaftler seit langem mit der Quantifizierung der Quellstärke von landwirtschaftlichen Systemen für N2O. Unter anderem fanden sie heraus, dass Emissionen reduziert werden können, wenn Landwirte den Düngemitteleinsatz besser auf das Pflanzenwachstum abstimmen und Zwischenfrüchte anbauen.

Spurengasmessung auf den Philippinen
Spurengasmessung auf den Philippinen | Bild: Klaus Butterbach-Bahl, KIT

Regionale Untersuchungen werden ausgeweitet

Diese - bisher regionalen - Untersuchungen erweitert die neue Forschergruppe nun sowohl um die globale Komponente als auch um den Aspekt der Nahrungsmittelproduktion. "Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mehr Nahrungsmittel zu geringeren Umweltkosten produziert werden können, um den wachsenden Bedarf einer zunehmenden Weltbevölkerung abzudecken", so Professor Klaus Butterbach-Bahl vom IMK-IFU, der unter anderem in Steppen und Savannen zu N2O-Emissionen aus der Tierhaltung forscht. Begleitend werde ein globales Netzwerk von Forschern initialisiert, die an solchen Fragen arbeiten, um gemeinsam Standards für Messungen und Modellierungen zu entwickeln.

Der Forschungsschwerpunkt von Clemens Scheer liegt in den Auswirkungen von Landnutzung und Landwirtschaft auf den Austausch von umweltwirksamen Gasen zwischen Boden, Pflanzen und Atmosphäre. "Das Programm bietet ideale Voraussetzungen, um meine Forschungsinteressen zu Landwirtschaft und Klimawandel voranzutreiben", erläutert Scheer. "Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, die nächsten vier Jahre am KIT arbeiten zu können: Es bietet mir modernste Technik und beste Ausstattung sowie ein stimulierendes akademisches Umfeld."

Scheers Gruppe am KIT erhält vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderung von 775.000 Euro, das KIT leistet einen zusätzlichen Eigenbeitrag in gleicher Höhe, um das neue Forschungsprojekt voraussichtlich Anfang 2019 zu realisieren.

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Kommentare (3)
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  •   schoenix
    (35 Beiträge)

    06.07.2018 10:26 Uhr
    Haber-Bosch-Verfahren
    Da das auch in gewisser Weise etwas mit dem KIT zu tun hat und für die Landwirtschaft eben genau im Zusammenhang mit Stickstoffdünger steht ist das schon lustig, dass das jetzt dort untersucht wird.

    Interessant dabei auch das sogenannte Salpeterversprechen: https://de.wikipedia.org/wiki/Salpeterversprechen
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  •   senfdazugeb
    (18 Beiträge)

    05.07.2018 22:43 Uhr
    Jetzt wundert mich nicht mehr...
    ...dass so viele Leute wie betäubt durch die Gegend laufen...
    ...bei so viel Lachgas...
    😉
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  •   betablocker
    (3497 Beiträge)

    05.07.2018 22:39 Uhr
    Lachgas
    gehört in den Motor.
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