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Karlsruhe LBBW-Wohnungen in Karlsruhe: Neuer Besitzer erhöht Mieten drastisch

Im Februar entschied das Augsburger Immobilienunternehmen Patrizia den Milliardenpoker um die 21.000 Wohnungen der LBBW für sich. Darunter auch ein Wohnkomplex am Karlsruher Hauptbahnhof. Der Mieterbund und die Karlsruher Grünen warnten vor dem Käufer und befürchteten "unsoziale Mieterhöhungen". Erst ganz mieterfreundlich, hat der neue Eigentümer jetzt tatsächlich eine saftige Mieterhöhung angekündigt. Die Mieter sind fassungslos.

Die Mieter im ehemaligen LBBW-Wohnkomplex am Karlsruher Hauptbahnhof sind fassungslos. Ab Januar sollen sie mehr Miete zahlen. Und teilweise sogar richtig viel mehr Miete. ka-news liegen Schreiben der neuen Vermieterin, der Süddeutsche Wohnen GmbH (ehemals LBBW Immobilien GmbH) vor, in denen den Bewohnern eine Mieterhöhung von bis zu 20 Prozent angekündigt wird. Ab Januar 2013.

Rechtlich legitim, aber auch sozial?

Ein empörter Mieter, der seinen Namen lieber nicht öffentlich machen möchte, schreibt uns: "20 Prozent mehr Miete auf einen Schlag ist für eine vierköpfige Familie nicht ganz so einfach zu stemmen." Das bedeute für die Familie nämlich eine zusätzliche Belastung von 125 Euro pro Monat.

Die Süddeutsche Wohnen GmbH (Südewo) rechtfertigt die Mieterhöhung in einer Stellungnahme gegenüber ka-news so: "Überall dort, wo die aktuelle Miete unterhalb der durchschnittlichen Miete vor Ort liegt, erfolgt die Anpassung der Bestandsmiete an die ortsübliche Vergleichsmiete. Das BGB gibt hierbei den rechtlichen Rahmen vor. An diesen halten wir uns, auch im Falle des Karlsruher Hauptbahnhofs."

Dabei wurde der Patrizia (Südewo gehört zum Patrizia-Konsortium) beim Kauf der LBBW-Wohnungen eine Sozialcharta auferlegt, um den "ausreichenden Schutz der Interessen von Mietern und Beschäftigten" sicherzustellen. Diese Sozialcharta ist für jeden Bestandsmieter Teil des Mietvertrags geworden. Auch hat sich das Immobilienunternehmen darüber hinaus zu weiteren Schutzmaßnahmen verpflichtet.

"Die Reglementierung bei Mieterhöhungen aus der Sozialcharta (drei Prozent zuzüglich Inflationsrate) bezieht sich nicht auf einzelne Mietverträge, sondern auf den Durchschnitt des frei finanzierten Wohnungsbestandes insgesamt. Es wird Wohnungen geben, bei denen keine Mieterhöhungen stattfinden, aber auch Wohnungen, bei denen eine Erhöhung erfolgen wird", erklärt die Südewo gegenüber ka-news. Die Obergrenze bilde die ortsübliche Vergleichsmiete. Diese werde durch den lokalen Mietspiegel bestimmt. Das sei ein üblicher Vorgang in der Wohnungswirtschaft.

Mieterhöhungen kein Einzelfall?

Drei Prozent - allerdings durchschnittlich bezogen auf alle 21.000 Wohnungen. Das kann im Einzefall also auch wesentlich mehr sein. Laut Gesetz sind bis zu 20 Prozent Mieterhöhung innerhalb von drei Jahren zulässig. Diese drastische Mietsteigerung blüht jetzt einigen Mietern in Karlsruhe. Dabei hat sich der neue Eigentümer kurz nach der Übernahme noch ganz mieterfreundlich gezeigt. "An dieser Stelle das Wichtigste zuerst: Ihr bestehender Mietvertrag bleibt unberührt", heißt es in einem Schreiben an die Mieter vom März, das ka-news vorliegt. In einem weiteren Schreiben beruhigt das Unternehmen die Bewohner: "Weiter hat sich die Patrizia dazu verpflichtet, Mietanpassungen weitaus strikter zu begrenzen als es die gesetzliche Regelung vorsieht."

Vor dem Hintergrund der Mieterhöhungen "wirken die bisher getätigten Aussagen doch äußerst scheinheilig", kritisiert der betroffene Familienvater gegenüber ka-news. "Wir sind auch kein Einzelfall. In unserer Wohnanlage scheinen Mieterhöhungen, die das gesetzlich mögliche Maximum ausreizen, gängige Praxis zu sein. Sollte nicht eine sogenannte Sozialcharta genau vor so einem Vorgehen schützen?"

Mieterbund hat vor Patrizia gewarnt

Der Mieterbund Baden-Württemberg hatte wiederholt vor der Patrizia gewarnt. Die Mieterlobby fürchtete, die neuen Besitzer aus Augsburg könnten an der Kostenschraube drehen, um das milliardenschwere Paket auf Rendite zu trimmen und womöglich für einen Weiterverkauf an einen fremden Investor zu optimieren. Das sahen auch die Karlsruher Grünen so und kritisierten den Deal mit der Patrizia. So befürchteten sie, "unsoziale Mieterhöhungen und Eigenbedarfskündigungen auch für Mieter in Karlsruhe".

Südewo verteidigt die Mieterhöhungen: "Nach wie vor haben wir ein Interesse an zeitgemäßen Wohnungen mit zeitgemäßen Mieten. Wir investieren deshalb in die Wohnungen, um sie im zeitgemäßen Zustand zu halten oder zu bringen. Diese Investitionen können wir nur erbringen, wenn wir zeitgemäße Mieten erhalten." Wie viele Mieter von einer Mieterhöhung in Karlsruhe betroffen sind, das möchte die Südewo nicht sagen und verweist auf den Datenschutz.

Im Februar 2012 hat das Augsburger Unternehmen Patrizia AG von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) 21.000 Wohnungen für rund 1,4 Milliarden Euro gekauft. Betroffen von dem Eigentümerwechsel waren rund 60.000 Mieter. In Karlsruhe besaß die Landesbank 900 Wohnungen. Darunter auch der Wohnkomplex am Hauptbahnhof. Die Stadt Karlsruhe hatte sich über die Volkswohnung am Bieterverfahen beteiligt, war jedoch bereits im Herbst 2011 ausgeschieden.

Wir wollen in unserer aktuellen ka-news-Umfrage von Ihnen wissen: Wohnungsmarkt in Karlsruhe - finden Sie die Mieten sind zu hoch? Stimmen Sie ab!

Siehe auch:

Verkauf von LBBW-Wohnungen: Karlsruher Grüne befürchten Mieterhöhung

LBBW verkauft ihre 21.000 Wohnungen an Augsburger Patrizia

Diskussion über Sozialcharta für LBBW-Wohnungen

LBBW-Wohnungen in Karlsruhe: Grüne fordern Mieterschutz

Karlsruher Mietspiegel: "Die Befürchtung des Mietwuchers ist haltlos"

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  • unbekannt
    (139 Beiträge)

    12.11.2012 22:09 Uhr
    Miete ist absolut Käse
    nur bei der Miete wird fiktives Kapital, nicht eingesetztes Kapital, verzinst. Eine absolut sichere Bank. Man muss nicht verkaufen um einen Wertzuwachs zu realisieren, nein, die Annahme eines solchen genügt - und das mit 20 % innerhalb von 3 Jahren. Absolut super. Hier ist der Staat gefordert. Sozialwohnungsbau und Eigentumsförderung sind die einzigen Wege zur Mietpreisdämpfung. Die Wähler sollten ihre Wahlentscheidung primär und nicht nur nachgeordnet hieran ausrichten. Dies zeigt auch, die einzige nachhaltige Vorsorge vor Altersarmut ist nicht die private Vorsorge in Riester u.ä. Feigenblättern sondern vordringlich im Wohneigentum, d.h. im mietfreien wohnen im Alter. Daraus folgt: Die Förderung von Wohneigentum (ETW oder Haus) sollte für jeden Mieter ein wesentliches Element/Kriterium seiner Wahlentscheidung sein. Er wird es im Alter schätzen bzw. schmerzlich vermissen. Die Frage ist: Welche Partei steht hierfür? FDP und CDU eher nicht - und Nils hat leider auch versagt.
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  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    13.11.2012 10:40 Uhr
    also sorry...
    wer bei den aktuellen kursen sich keine ETW oder Haus leisten kann wird das nie können... bei aktuellem kurs kannst teilweise schon für 700 € ne gescheite finanzierung bekommen - selbst schuld wer nicht kauft...

    wie gesagt alle wollen am ludwigsplatz wohnen nur keiner will dafür zahlen... sorry schaut mal über deutschland hinaus was in london, new york etc. es kostet im zentrum zu wohnen... da regelt angebot und nachfrage den markt und so ist es auch bei uns... keiner ist gezwungen von einem angeblichen miet-hai in die wohnung zu ziehen jeder macht das freiwillig... dann muss man eben nach hochstetten, hohenwettersbach etc. ziehen da ist alles noch bezahlbar auch für den kleinen geldbeutet...

    wieso fordert keiner einen porsche für jedermann? soll sich da auch die politik einmischen oder wie??? ihr habt vorstellungen zu geil...

    lieber auf 1 schachteln kippen am tag verzichten dann hat man am monatsende gleich mal 140 € mehr in der tasche... so einfach kann es sein!!!
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 18:39 Uhr
    Teil 3
    Teil 3
    Die Ausstattung im Bad usw. Auch ein Punkt.

    Also einen Mietspiegel zu haben bedeutet nicht gleich ihr könnt sparen bzw. den Vermieter unter druck zu setzten.

    Es bedarf eines genauen Vergleichs und Abwägung der einzelnen Punkte hier.

    Nicht hoffen, dass durch einen Mietspiegel die Kaltmiete billiger wird , er kann nur kosten Bremsen.

    Am besten ist es sich mit dem Vermieter mal vor Ort und mit Sachkundiger Unterstützung bzw. einem Berater, das Mietobjekt gemeinsam anzuschauen.

    Dann kann jeder sich mal eine BILD von der vor ORT Lage machen.

    Aber der Vermieter sitzt wenn er nicht ganz Blöde ist immer am längeren Hebel, kommt nur darauf an, dass dieser nicht zu lang wird.

    Nach Zwei Miet Nomaden ist mancher Vermieter froh wenn er pünktlich seine Miete erhält, auch wenn er mal auf 50 € mehr Kaltmiete verzichten muss.

    Das lernt mancher Vermieter manchmal aber zu Spät. Dann sind die Längszeitmieter die pünktlich zahlten, schon mit Überzogenen Mietsteigerung raus gepresst worden grinsen
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 18:41 Uhr
    Teil 4
    Teil 4
    Was aber noch Fieser ist , und was ganz große Mode ist gerade bei Wohngesellschaften.

    Die Sanierung der Wohnung bzw. des gesamten Wohnobjekts, mit den "billigen" Mieter als "Zahlschwe.ne", bis die Wohnung saniert ist. Nach Beendigung der Sanierung der ,der den Baulärm u. Schmutz hatte, dieser dann eine saftige Erhöhung erhält, weil er jetzt Ja deutlich an Wohnwert bekommen hat.

    Wenn so was ansteht, sofort die DigiCam durch laden und nicht erstmals abwarten und Tee trinken, dann ist es zu spät !!!

    Aber was bringt eine bei Besichtigung extra neu Sanierte Wohnung , mit " BLING BLING " wenn diese arbeiten schlampig ausgeführt wurden.

    Meine Person kennt solche Gesellschaftswohnungen, die mal kurz durch-gepinselt und Lamentiert werden , und als Schmuckstück für den Neu-Mieter später Schimmel (neue Fenster die dann dichter sind wie die Wand !!) und welligen und federnden Laminat mit nervenden Trittschall zutage fördern. Da wohnt man aber schon im Schmuckstück.

    grinsen grinsen
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 18:59 Uhr
    Finale
    Wenn man mal unsicher ist bei einer Besichtigung ob dieses Objekt schon lange "leer" steht, einfach mal ins trocken Waschbecken /Dusche / WC-Spühlung etc. schauen drücken bzw. mal das Wasser länger laufen lassen ob hier Braune Brühe fließt.

    Auch wenn es oft klagen gibt , als Mieter ist man meist auch schnell das " Mist Objekt" mit relativ wenig Verlust wieder los.

    Anders sieht es bei der eigenen Immobile aus , Hier ist ein Griff ins Klo oft Finanziell schmerzhafter.

    Also bevor mancher bei die ach so GÜNSTIGEN Zinsen überstürzt sich ein Eigen Immobilie kauft, vor Mietfrust, erst alles richtig durchrechnen, nicht nur von der Bank !!! Wenn ich es mir 125% leisten kann bin ich auf der fast sicheren Seite.

    Miete ist nicht immer schlecht.

    Auch wenn es einem manchmal die Füße wegzieht was manche für ihren Sche.ß an Kaltmiete wollen.

    Weitersuchen Jeder Topf findet einen Deckel, das beginnt schon beim Besichtigungstermin am besten mit dem zukünftigen Vermieter nicht mit dem Makler.
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  •   Menschenverstand
    (590 Beiträge)

    12.11.2012 22:04 Uhr
    boa Alter...
    ... deinen Scheiß kann kein Mensch lesen! Schonmal was von Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung gehört? Du gibst so ein wildes Geschreibsel von dir, da wird einem ganz schlecht!
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  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    12.11.2012 19:05 Uhr
    ALTAAAAA
    wie oft willsch noch den gleichen quatsch posten???

    wems nicht passt soll ausziehen...
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 20:08 Uhr
    Probleme Fragezeichen
    Wohl Makler oder Aasgeier Vermieter o. sich angepisst gefühlt , Wahrheit tut weh.

    Zum Thema Elektrik , denke Sie haben Internet, einfach mal blind Google nach VDE Normen.

    Warum Doppelt , weil meine Person hat unter Teil 1 geschrieben, KA-News es aber Irgendwo eingestellt......

    Jetzt hau ich mir noch einen Rahmen Felskrone in die Birne dann habe ich ihr Niveau. Aber nicht Ihre Probleme.
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 19:31 Uhr
    ....
    Dein Problem wollt ich nicht haben.....
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  • unbekannt
    (22 Beiträge)

    12.11.2012 17:46 Uhr
    Ihr schreit nach Mietspiegel in KHE !! Erfahrungswert !!
    Egal welcher Vermieter es ist. Er ist immer bestrebt das Beste aus seiner Immobilie zu hohlen.

    Mietspiegel , alle schreien danach in Khe. !!! grinsen !!!!

    Wir haben einen Mietspiegel im Ort !! Jetzt passt mal auf !! traurig !!!

    Auf der Gemarkung wurde ein Neubauviertel errichtet. Sprich die Mieten hier sind deutlich über denen der Bestandswohnungen.

    Der Vermieter schickt eine Mieterhöhung weil er Ja deutlich mit seiner aktuellen Miete unter dem jetzt ALLGEMEINEN MIETSPIEGEL liegt und eigentlich nur ein Anpassung der Miete an das ORTSÜBLICH Niveau macht, im Rahmen seiner zulässigen Grenzen.

    IHR schreit immer noch in KHE nach Mietspiegel !!!!!!

    Ihr denkt das kann er nicht ! HA HA HA Dann lest weiter !!!

    Bei uns liegt der Mietspiegel "inoffizielle" auf der Gemeinde .

    Lasst euch diesen aushändigen bzw. wenn es keinen gibt eine Vergleichungswohnung mind. 90 % Identisch zur aktuellen Wohnung müsst ihr als Begründung angeben, wenn ihr gegen die Mieterhöhung seid.

    Teil 2 folgt.
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