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Karlsruhe L'Oréal zieht weg: Gewerbeflächen in Hagsfeld werden frei

Die Firma L'Oréal wird ihre Logistik innerhalb der kommenden zwei Jahre aus Karlsruhe abziehen. In Hagsfeld werden mit dem Wegzug zwei Gewerbeflächen mit einer Gesamtgröße von über 91.000 Quadratmetern frei. Was im Anschluss damit geschehen soll, steht bislang noch nicht fest.

Konkret geht es um die Fläche von 34.478 Quadratmetern in der Greschbachstraße 5 und um 57.284 Quadratmeter am Storrenacker 30. Die Stadt Karlsruhe hat aktuell kein Mitspracherecht bei der Neuvergabe der Flächen: Beide Areale sind nicht im Besitz der Stadt. Während die Greschbachstraße sich im Eigentum von L'Oréal befindet, gehört der Storrenacker einer Stuttgarter Grundstücksgesellschaft.

Flächen gehören nicht der Stadt

"Ein Zugriffsrecht der Stadt Karlsruhe auf die frei werdenden Flächen besteht aktuell nicht", äußert sich die Stadtverwaltung auf eine Antrag der Kult-Fraktion. Diese hatte einen frühzeitigen Zugriff auf das Gelände sowie die zugehörigen Planungsrechte gefordert, "da es sich hier um eine zentrale Gewerbefläche von großer Attraktivität handelt", so die Stadträte.

Dies ist nicht so einfach möglich: Die Fläche im Storrenacker wurde häppchenweise in den vergangenen Jahrzehnten an die Stuttgarter Grundstücksgesellschaft verkauft (1996, 2000 und 2007). Für das zuletzt erworbene Teilstück gibt es noch bis Dezember ein sogenanntes "Rückübertragungsrecht". Dieses kommt allerdings nicht in Betracht, da die Fläche von L'Oréal noch bis 2018/19 genutzt wird.

Genauer Zeitpunkt des L'Oréal Umzugs noch unklar

Im Verkaufsfall des Areals hat die Stadt ein Vorkaufsrecht, von welchem jedoch vorerst nicht geplant ist, Gebrauch zu machen. "Aufgrund der eingeschränkten Verwendungsmöglichkeit dieser Spezialimmobilie
sollte jedoch einer sinnvollen Nachnutzung der Vorrang eingeräumt und die Ausübung zum gegebenen Zeitpunkt sorgfältig geprüft werden", äußert sich die Stadtverwaltung.

Zum aktuellen Zeitpunkt sollen die Flächen frühestens 2018/19 frei werden, die Stadtverwaltung rechnet allerdings mit einer Verzögerung des L'Oréals Umzugs. Aufgrund der unsicheren Zeitplanung sei eine Vermittlung an Nachnutzer schwierig, so die Verwaltung. Und weiter: "Gegenüber L'Oréal wurde jedoch bereits signalisiert, dass geeignete Flächenanfragen, die bei der Verwaltung eingehen, an L'Oréal weitergegeben werden." Sobald weitere Planungen bekannt werden, will die Stadt den Gemeinderat zeitnah informieren.

L'Oréal zieht nach Muggensturm

Von L'Oréal selbst heißt es zu den Umzugsplänen gegenüber ka-news: "Ein entscheidender Aspekt für diese Entscheidung war die Möglichkeit, unsere derzeitige Fläche von zirka 50.000 Quadratmeter um bis zu 50 Prozent erweitern zu können. In Muggensturm wird nun das größte Distributionszentrum der L'Oréal Gruppe entstehen."

L'Oréal beschäftigt am Standort Karlsruhe rund 450 Mitarbeiter, welche mit der Logistikzentrale umziehen sollen. Mittelfristig plane man eine Vergrößerung der Belegschaft, so das Unternehmen. Wie es mit dem  Grundstück in der Greschbachstraße weitergeht, dazu hält sich der Konzern bedeckt: Zu den Interessenten für das Grundstück in der Greschbachstraße möchte L'Oréal derzeit keine Auskunft geben.
 

Stimmen aus dem Gemeinderat

Uwe Lancier (Kult): Wir müssen rechtzeitig hinsehen, denn wenn der Markt verflossen ist, ist es zu spät.

Thorsten Ehlgötz (CDU): Wir haben bereits 2016 ein Schreiben dazu verfasst, wie es weitergeht. Dieser Antrag der KULT ist nun wichtig, doch es gilt auch zu hinterfragen, warum L'Oréal Karlsruhe verlässt. Wir müssen nun vermittelnd wirken und fordern eine Überweisung in den Wirtschaftsförderungsauschuss.

Sibel Habibovic (SPD): Es ist im Sinne aller hier, eine Lösung zu finden. Allerdings sollten wir den Verkehr in Hagsfeld nicht außer Acht lassen. Hagsfeld muss entlastet werden, dass sollte hier mit bedacht werden.

Thomas H. Hock (FDP): Hagsfeld ist absolut überbelastet. Man hat HWK und Mömax zugestimmt und das L'Oréal-Gelände zieht irgendwann auch wieder mehr Lkw an. Die Fläche steht aktuell zur Weitervermietung da, ein Mieter wird gefunden werden. Und was dann auf Hagsfeld zukommt, wird interessant werden.
 

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  •   andip
    (10504 Beiträge)

    29.05.2017 12:07 Uhr
    Worum geht es eigentlich?
    Geht L'Orèal weil ihnen die Steuern zu hoch sind?
    Oder gehen die, weil sie hier nicht mehr genug Platz haben?
    Und da denen auch das Grundstück gehört, werden die auch dafür sorgen, dass was anderes da wieder hinkommt.
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  •   andi79
    (2954 Beiträge)

    29.05.2017 11:32 Uhr
    das "sparen" der Stadt
    aka Steuern erhöhen rächt sich jetzt wie ich es vorrausgesehen habe. Die Hebesatzerhöhungen bei gleichzeitiger totaler ignoranz der Umlandsituation kann nicht gut gehen. Unternehmen die keine Laufkundschaft haben hindert nichts ein paar km weiter zu ziehen... leidtragende sind die die nicht weg können... Betriebe mit Laufkundschaft und Grundstücksbesitzer. Aber ob das reicht den Verlust an Gewerbesteuereinnahmen auszugleichen wage ich zu bezweifeln. Dilettantismus und fehlender Weitblick, das ist es was das ganze am besten beschreibt. Karlsruhe - viel vor, nix dahinter
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    29.05.2017 02:12 Uhr
    Wird ja
    durch IKEA mehr als ausgeglichen. Die IKEA Kunden gehen dann noch in die Stadt, essen dort und trinken was und übernachten. Ungefähr wie Auswärtsfans. grinsen
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  • unbekannt
    (688 Beiträge)

    29.05.2017 02:48 Uhr
    Same procedure as every year
    Eine sozialistische (Stadt)Regierung kommt mit Hilfe diverser Partizipanten - die belohnt werden wollen - an die Macht und muss diese dann befriedigen. Die nächsten Wahlen kommen irgendwann....
    Um den ganzen Müll zu finanzieren, steigt der Hebesatz ins Unendliche, und wer kann, macht sich vom Acker.
    Fazit: Es geht finanziell den Bach runter. Siehe zB Städte und Kommunen in NRW.
    Wo Geld ist für Zeichen, Pamphlete, Diskutanten, die keiner braucht und was weiss ich noch, fehlt dieses eben an anderer Stelle.
    Es ist so langweilig.
    Und vorhersehbar.
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  •   Nacional
    (541 Beiträge)

    29.05.2017 07:00 Uhr
    Massenkommentator
    deine Betonpartei gibt keine Ruhe bis das letzte Stückchen Natur in Karlsruhe und Umgebung vernichtet ist, macht euch nichts aus ihr Typen könnt ja dann auf die zweite Erde auswandern
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  •   Chartist
    (327 Beiträge)

    29.05.2017 08:26 Uhr
    auf der zweiten Erde
    würde man wieder auf Euch treffen...... Wie wärs ihr sucht euch was anderes ?
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  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    29.05.2017 00:04 Uhr
    Das ist jetzt nicht gerade die neueste Information.
    Der Weggang ist schon lange bekannt. KA sollte mal über seine Gewerbesteuerpolitik nachdenken. Von den Stadteigenen Betrieben gibt es so gut wie keine Gesellschaften, die Gewerbesteuer zahlen müssten. Ausgenommen ist vielleicht der KVVH. Aber ansonsten alles Null- oder Minusnummern (powered by Steuerzahler).
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  •   mein-senf
    (996 Beiträge)

    29.05.2017 08:43 Uhr
    tja so isses eben es gibt Gleiche und Gleiche
    warum sollte denn eine Stadt GmbH Gewerbesteuern zahlen , womöglich an sich selbst, tststs Steuern so was bescheuertes , die Stadteigenen Betriebe wurden doch nur aus Gründen der Vorteile von Gesellschaften in der freien Wirtschaft gegründet, nicht doch aus nachteiligen Gründen , wie Steuern, Abgaben ,GmbH Gesetze, Gewinne, und anderer absurden Dinge .....Gleich gilt für die Stadt nicht , die sind gleicher, und wenn einer muckt wird es halt gleicher gemacht mit Hilfe der Steurzahler und Verordnungen, passt doch wunderbar.....

    Hier mal ein Schmankerl....
    Gewinnerzielungsabsicht
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11985 Beiträge)

    28.05.2017 23:06 Uhr
    und was tut die Stadt gegen den erneuten Wegfall von
    Gewerbesteuern in nicht unbeträchtlichem Maße?

    Von IKEA träumen???
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  •   Nacional
    (541 Beiträge)

    29.05.2017 06:53 Uhr
    euch ein Fußballstadion für mehr als 150 Millionen bauen
    traurig
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