Karlsruhe Kulturelles Ideenkaufhaus

Mehr als Ausleihstellen: Die Bibliotheken verstehen sich als Bildungsorte
(Foto: pixelquelle.de)
Welchen Stellenwert haben öffentliche Bibliotheken und wie kann dieser in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung noch gesteigert werden? Damit beschäftigt sich die 56. Fachkonferenz der Bibliothekenfachstellen Deutschlands in Karlsruhe. Die Tagung im Ständehaussaal der Stadtbibliothek, die am Montag begonnen hat und noch bis Mittwoch dauert, steht unter dem Motto "Leben - Lernen - Kultur". Am ersten Tag wurde die Bedeutung von Bibliotheken als Standortfaktor betont.

Der Karlsruher Regierungspräsident Rudolf Kühner verweist darauf, dass der Regierungsbezirk Karlsruhe über ein leistungsstarkes Bibliothekswesen verfügt. Die kommunalen öffentlichen Bibliotheken im Regierungsbezirk halten aktuell 3,6 Millionen Medien bereit, 2,3 Millionen davon allein in den Landkreisen. Knapp zwölf Millionen Medien werden im Jahr entliehen, in den Landkreisen über sechs Millionen. Immer noch stehen in vielen Kommunen Projekte zur Neuplanung und Erweiterung an.

Kulturelles Ideenkaufhaus gegen Arbeitslosigkeit

Diese erfreuliche Entwicklung sei der Verantwortung der Kommunen in Sachen Kultur, Bildung und Leseförderung auch in finanziell schwierigen Zeiten zu verdanken, so Kühner. Die Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, seit 2005 Teil des Regierungspräsidiums Karlsruhe, sorge mit ihren Entwicklungskonzepten und Dienstleistungen dafür, "dass öffentliche Bibliotheken im gesamten Regierungsbezirk eine Chance haben". Wichtig sei, den ländlichen Raum zu stärken, noch bestehende Lücken in der Bibliotheksversorgung zu schließen und die Qualität flächendeckend zu sichern. Zum 60-jährigen Bestehen der nordbadischen Fachstelle hat der Regierungspräsident die Fachstellenkonferenz nach Karlsruhe eingeladen.

Die Tagung findet in der Stadtbibliothek statt
(Foto: ka-news)
Im Vordergrund der Tagung steht die Rolle der Bibliotheken als Standortfaktor, als Bildungspartner, als kulturelles Ideenkaufhaus gegen Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität, als Ort des Lernens, der Parizipation und der Begegnung. "Bibliotheken sind mehr als Ausleihstellen, sie sind Bildungsorte", erklärt Georg Wacker, Staatssekretär im Kultusministerium und Vorsitzender des baden-württembergischen Bibliotheksverbandes. Der Stellenwert öffentlicher Bibliotheken habe sich im Zusammenhang mit der Bildungsdiskussion in den letzten zehn Jahren sprunghaft erhöht. "Vom Soft Skill sind die Bibliotheken, auch durch den vom demografischen Wandel ausgelösten Konkurrenzdruck unter den Gemeinden dabei, zu einem knallharten kommunalen Standortfaktor zu werden."

Bibliotheksfachstellen sind "Motoren der Weiterentwicklung"

"Dass die Bibliotheken in Baden-Württemberg im Bundesvergleich gut aufgestellt sind zeigt, dass vier von acht ersten Plätzen beim bundesweiten Bibliotheksranking von Bibliotheken aus dem Land belegt werden. Dies zeugt, trotz des Konsolidierungsdrucks der letzten Jahre, vom kommunalen Verantwortungsbewusstsein im Südwesten", lobt Wacker die baden-württembergischen Kommunen. Dass es aber auch noch einen großen Handlungsbedarf gibt, belegt für ihn die Tatsache, dass im vergangenen Jahr noch jeder fünfte Baden-Württemberger in einer Gemeinde ohne kommunale öffentliche Bibliothek gelebt hat.

Als unerlässlicher "Motoren der Weiterentwicklung" sieht Wacker die Bibliotheksfachstellen. Durch sie fördere und unterstütze das Land die Kommunen in allen Bibliotheksfragen und leiste damit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der kommunalen Bemühungen, insbesondere im ländlichen Raum.

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