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Karlsruhe Konzession läuft aus: Karlsruher Mietwagenservice "Minicar" stellt Ende Juni Betrieb ein

Mit "die günstige Alternative zum Taxi" wirbt Minicar um Fahrgäste - doch mit Ende des Monats gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Minicar stellt den Betrieb Ende Juni ein - die Betriebserlaubnis ist erloschen. Bei der Stadt spricht man von einem bereits seit geraumer Zeit laufenden Gerichtsverfahren.

Karlsruhe hat ab dem Wochenende einen Taxi-Service weniger. Bislang hat Minicar als taxiähnliches Unternehmen mit rund 35 Mitarbeitern Fahrgäste transportiert. Mit dem Ende des Monats läuft nun aber die Konzession, also die Betriebserlaubnis der Stadt, aus. Das berichtet ein dem Unternehmen nahestehender ka-Reporter, der anonym bleiben möchte, im Gespräch mit ka-news. Heißt konkret: Mit Ende des Samstags darf Minicar keine Fahrgäste mehr transportieren.

Sowohl das Ordnungsamt, als auch Minicar selbst bestätigen diesen Umstand auf Anfrage von ka-news. Weitere Details will das Ordnungsamt aber nicht nennen. Dessen Leiter Björn Weiße verweist auf ein laufendes Gerichtsverfahren, zu dem er keine Auskunft geben kann. Das Ende der Konzession sei aber nicht überraschend gekommen, man stehe bereits seit mehreren Monaten mit dem Unternehmen in Kontakt.

Minicar ist kein Taxi, aber bietet einen ähnlichen Service

Anders als Taxis, die an vorgesehenen Haltestellen und auch unterwegs Fahrgäste aufnehmen dürfen, ist Minicar ein Mietwagen-Unternehmen. Dort kann der Fahrgast anrufen. Die Fahrer kommen dann von der Firmenzentrale, fahren den Fahrgast zum Wunschziel und kehren anschließend wieder zur Zentrale zurück. Die Voraussetzungen für beide Betriebe, für Minicar und für das Taxi-Gewerbe, beschreibt Weiße aber als ähnlich.

So vergibt das Ordnungsamt Konzessionen an die Taxi- und Mietwagenunternehmen. Diese müssen professionell und zuverlässig agieren - sprich beispielsweise eine finanzielle Sicherheit aufweisen oder eine Zuverlässigkeit in der Geschäftsführung haben. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, oder auch wenn die Stadt die Zahl der Taxen regulieren will, dann kann die Konzession zurückgezogen oder nicht mehr verlängert werden.

Gründe für das Auslaufen der Konzessionen bleiben im Dunkeln

Warum die Konzession von Minicar zum Samstagabend ausläuft, darf Weiße nicht sagen. Auch Minicar wurde von ka-news angefragt. Die Firma hat sich jedoch bis auf die Bestätigung des Auslaufens der Konzessionen nicht weiter geäußert. In der kommenden Woche wolle man gegebenenfalls weitere Informationen geben.

Ein Gerichtsverfahren um Taxi-Konzessionen gab es erst im Juni 2017: Damals klagte ein Mietwagenunternehmer, dass ihm die beantragten Konzessionen nicht erteilt wurden. Damals urteilte das Verwaltungsgericht, dass die von der Stadt Karlsruhe angegebene Begründung "weder vollständig noch zutreffend" sei. Die Stadt musste daraufhin die beantragten zehn Konzessionen erteilen. 

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Kommentare (34)
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 09:28 Uhr
    Taxi und Minicar sitzen in einem Boot Teil 4
    .. dass KA als Vorreiter für viele Städte als Vorbild steht. Zurück aber zum ursprünglichen Thema. Die Verfahren laufen bei vielen Unternehmen, es gibt m. W. nur zwei Abschlüsse bisher, einer hat bezahlt (bei dem es auch sehr offensichtlich war, mit zwei 400€ Kräften rund um die Uhr zu fahren ist schwer zu erklären) und ein Verfahren wurde eingestellt. Weitere Verfahren laufen und stehen kurz vor dem Abschluss. Bei einem Verfahren wurde eigens ein Gutachter der die Taxi- und Mietwagenbranche bestens kennt von Seiten des Gerichts engagiert. In diesem Fall stellte der Gutachter fest, dass das Unternehmen des Angeklagten sauber ist, dennoch zieht sich das Verfahren in die Länge und ist bis jetzt noch nicht beendet.
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  •   freigeist
    (419 Beiträge)

    01.07.2018 09:47 Uhr
    Den Personennahverkehr
    mit den Mietwagen zu vergleichen ist das Gleiche wie die berühmten Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
    Mietwagen werden sehr individuell gebucht. Oftmals als Krankentransportfahrzeug,da kann man den Nahverkehr gleich mal vergessen.Oder Nachts,wenn der Bus und Bahnverkehr die Taktzeiten verlängert.
    Oder wenn schnell ein Termin wahrgenommen werden muss etc.
    Das Goldene Kalb der 90 ist ebenso in die Jahre gekommen und zu einem lahmen Ochsen geworden.
    Und zu Ludwig..ist jedes Wort zuviel.
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 10:07 Uhr
    Doch Kompott???
    Sind Sie sich da sicher? Krankentransporte mit dem Bus oder der Bahn sind natürlich Quatsch, aber dass ein Taxi im Krankentransport (Dialyse oder Strahlen) in der Regel günstiger ist, gerade in der Stadt, ist doch nicht von der Hand zu weisen, oder? Ein Taxi fährt von A nach B nach Tarif mit 7% MwSt, der Mietwagen (egal von wo er kommt und danach auch wieder hinfährt) rechnet immer vom - und anschließend zum Betriebssitz ab und das mit 19% MwSt. Bus und Bahn sind als sogenannte Nightliner bis vor kurzem die ganze Woche gefahren und auf manchen Linien konnte man für einen 1€ Aufpreis direkt vor der Haustür abgesetzt werden. Sowas gibt es woanders wenn dann nur als ALT. Zu Herrn Ludwig gebe ich Ihnen recht
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  •   freigeist
    (419 Beiträge)

    01.07.2018 13:11 Uhr
    Gerade mit der Dialyse wird im Mietwagen und Taxi Gewerbe
    jede Menge Geld verdient und den überwiegenden Löwenanteil teilen sich in Karlsruhe 2 Unternehmen.
    Die Vergütung der Leistung wurde von den Krankenkassen in Vereinbarung mit den Landratsämtern übernommen und seither nie hinterfragt und trotz immenser Kosten auch von den Kassen nicht neu geregelt.
    So fallen Transportkosten für einen Patienten von ca 1500 Euro pro Monat für die Kassen an.
    Es ist ein besonders umkämpfter Marktbei ca 150 Patienten im näheren Umfeld und jeder mögliche Konkurent wird sofort mit den unterschiedlichsten Methoden außen vor gehalten.
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 17:17 Uhr
    Landratsamt?
    Ich versteh dabei nicht ganz, was Sie immer mit dem Landratsamt wollen? Im Stadtgebiet wird nach Taxiuhr gefahren, da gibt es seit Jahren keine Sonderregelungen mehr. Auch versteh ich nicht ganz, was Sie mit 2 Unternehmen meinen, in Karlsruhe gibt es eine große Taxizentralengenossenschaft, bei der mit knapp 160 Fahrzeugen ca. 90 Unternehmer angeschlossen sind, dann gibt es noch eine kleinere GmbH des ehemaligen Vorstands der großen Genossenschaft, der nach Unregelmäßigkeiten ausgeschlossen wurde und dann ca. 40 „Getreue“ mitnahm. Und es gibt unzählige Mietwagenunternehmen, wie z.B. Rollicar oder Brückmann, um nur zwei zu nennen.
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  •   freigeist
    (419 Beiträge)

    01.07.2018 20:43 Uhr
    Das Landratsamt vergibt die Genehmigungen
    die Außenstelle des Landratsamtes in Bruchsal vergibt die Konzessionen für die Mietwagen.
    Mit die 2 sind die Unternehmen gefragt die sich den Bereich Dialyse aufgeteilt haben und alles daran setzen keinerlei Konkurrez aufkommen zu lassen.
    Darasuf näher einzugehen würde hier den Rahmen sprengen.
    Ich hatte schon Eingangs geschrieben das sich da mal eine wirklich unabhängige Behörde einschalten sollte.
    Was da jetzt die Stadt und der Zoll angezettelt haben ist dagegen nur Kindergarten.
    Insider wissen um was es geht,daher zu diesem Themea keinen weiteren Kommentar.
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 09:18 Uhr
    Taxi und Minicar sitzen in einem Boot Teil 3
    ... sie sind dabei nur Erfüllungsgehilfen der Staatsanwaltschaft und des Zolls. Ein Gerichtsverfahren gegen Minicar gibt es m.W. noch nicht, aber sehr wohl ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren, das wohl erdrückende Beweise zu Tage gefördert hat, da dem Ordnungsamt danach nichts anderes übrig blieb, die Konzessionen einzuziehen. Ob dies als Retourkutsche zu werten ist, wie es Herr Rabold sen. in der BNN verlauten ließ, weil ihm das Verwaltungsgericht Karlsruhe in erster Instanz 10 Taxikonzessionen zugesprochen hat, ist eher Unwahrscheinlich. Da hätte die Stadt in der Vergangenheit schon viel öfters die Möglichkeit gehabt, wie z.B. bei Verletzung der Rückkehrpflicht, einzugreifen. In einem Kommentar stand auch, dass KA auf Einwohner gerechnet wenig Taxis hat, das ist zwar richtig, aber KA hat europa- eventuell sogar weltweit den mit Abstand best ausgebautesten Personennahverkehr mit VBK, AVG und KVV, dank Herrn Ludwig wurde dies in den 90iger Jahren so vorangetrieben, ..
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  •   ralf
    (3576 Beiträge)

    01.07.2018 23:38 Uhr
    Europaweit der am besten ausgebaute ÖPNV?
    Dass die Schweiz manchmal von "europaweit" ausgenommen wird, ist ja nichts Neues. Aber zumindest Wien sollte doch dazu gezählt werden. Beeindruckend finde ich auch die Pariser Metro, wo in der Hauptverkehrszeit teils jede Minute eine Bahn fährt. Leider läuft der Wiederaufbau der Straßenbahn in Paris weniger schnell, als es in Strasbourg geschehen ist. Strasbourg ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Fehler der Vergangenheit bei politischem Wille wieder beheben lassen. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Strasbourger ÖPNV in wenigen Jahren besser ausgebaut sein wird, als der Karlsruher. Denn die Weiterentwicklung des Karlsruher Systems konzentriert sich seit Jahren auf die fragwürdige Kombilösung. Dazu die ehemals erfolgreichen Zweisystem-Linien ohne große Gedankenspiele einfach immer weiter verlängert, bis die Fahrplanstabilität verloren ging.
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 09:05 Uhr
    Minicar und Taxi sitzen in einem Boot Teil 2
    ... nach fast zweijähriger Ermittlungen fand dann am 29.04.2014 eine großangelegte Durchsuchungsaktion bei ca. 15 Taxi- und Mietwagenunternemen und deren Fahrer statt. Der Zoll ließ alle diese Fahrzeuge zum Messplatz bringen und kontrollierte sie dort. Zeitgleich wurden alle Wohnungen und Häuser der Unternehmer und Fahrer durchsucht. Das Ganze wurde mit so einem gewaltigen Aufwand betrieben, dass 600 Beamte involviert waren. Ein messbares Ergebnis gibt es bis zum heutigen Tag noch nicht. Der Vorwurf ist bei allen gleich, die Fahrer werden gar nicht oder zu gering angemeldet und dem Staat und den Krankenkassen gehen dabei ordentlich viel Steuer- und Sozialabgaben verloren. Komisch war bei dieser Zollaktion, dass nur deutsche Unternehmer oder Unternehmer, die ausländisch stämmig, aber in verantwortlicher Position im Taxigewerbe sind, kontrolliert wurden. Im Falle von Minicar, darf man Herrn Dr. Weißes Truppe in Person von Frau T. keinen Vorwurf machen, ...
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  •   Woisfaschdalles
    (34 Beiträge)

    01.07.2018 08:51 Uhr
    Minicar und Taxi sitzen hier im gleichen Boot Teil 1
    Mit etwas Verwunderung habe ich hier die Kommentare gelesen. Den Unwissenden kann man keinen Vorwurf machen, den Insidern allerdings schon. Die ganze Geschichte basiert auf das Jahr 2011, da zeigte ein, wie sich mittlerweile rausstellte, psychisch schizophrener ehemaliger Taxifahrer seinen Ex-Chef, der ihn wegen Kreditkartenbetrugs entlassen hatte, beim Hauptzollamt Abt Schwarzarbeit an, er hätte ihn nicht bzw nicht richtig angemeldet. Er „schwärzte“ aber dabei nicht nur seinen ehemaligen Arbeitgeber an, sondern nannte in diesem Zusammenhang noch weitere Unternehmen (Taxi und Mietwagen), die ihm dabei einfielen. Das Hauptzollamt witterte dabei große Beute und fing an zu ermitteln. Man muss dazu sagen, dass es mehr als genügend Taxi- und MietwagenfahrerInnen gibt, die so mitteilungsbedürftig sind, dass sich schnell noch ein Anomymus fand, der noch eine Schippe drauflegte und weitere Unternehmer denunzierte. Die Ermittlungen gingen dann im Juni 2012 an die Staatsanwaltschaft. ...
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