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Karlsruhe Karlsruher Gastronomen im Zwiespalt: Wenn die freiwillige 2G-Regel kommt - wen lassen sie künftig in ihre Lokale?

Zur Monatsmitte will das Land Baden-Württemberg erneut die Corona-Verordnung ändern: Eine freiwillige 2G-Regelung in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche soll kommen. Gastronomen können dann entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dafür auf die Corona-Hygieneregeln verzichten. Betriebsschädigend oder Erleichterung für Gäste und Mitarbeiter - wie stehen Karlsruher Gastronomen zu dieser Zwickmühle?

2G oder 3G - das ist hier die Frage. So manchen Gastronomen stellt die geplante Anpassung der Corona-Verordnung vor eine schwierige Entscheidung: Ist es in Ordnung, wenn ich in meinen Betrieb nur noch Geimpfte und Genesene einlasse? Zwar sollen die Gastronomen individuell darüber entscheiden dürfen, ob sie getesteten Personen Zutritt gewähren, wirklich einfacher macht es die Angelegenheit jedoch nicht.

Das Problem: Bislang sickerten noch keine weiteren Informationen durch, mit welchen zusätzlichen Punkten die 2G Regelung umgesetzt oder die 3G-Regel in der Verordnung beibehalten werden sollen. So ist zum Beispiel nirgends klar vermerkt, ob mit 2G auch die Mehrheit der Kinder nicht mehr ins Lokal dürfte oder inwieweit die 2G-Regelung auch für die Mitarbeiter gelten würde.

Stövchen-Inhaber will sich noch nicht festlegen

Daran stört sich auch Markus Muth, Inhaber des "Stövchens" in der Karlsruher Waldstraße. Er ist sich noch unsicher, welche Option er in Zukunft für seinen Betrieb wählen soll und möchte sich auf Nachfrage der ka-news.de-Redaktion auf keine der beiden festlegen.

Markus Muth, Besitzer des Stövchen in Karlsruhe.
Bild: privat

"Ich weiß ja dann nicht, ob die Test- und Maskenpflicht weiterhin für meine Mitarbeiter gilt. Den Impfstatus der Mitarbeiter dürfen wir ja auch nicht abfragen", so der Stövchen-Chef. "Der Vorteil an 3G ist zwar, dass jeder mit Nachweis rein kann, aber niemand weiß, ob dann auch das Stufenmodell dasselbe bleibt oder ob in der Verordnung vielleicht nachgeschärft wird. Es gibt da zu viele Unklarheiten."

"Die Einschränkungen sind gering"

Etwas konkreter klingt es aus dem Restaurant "Sonnenbad", welches sich im Besitz von Avraam Christos Papadopoulos befindet. Nach Angaben seines Bruders, Aristidis Papadopoulos, sei der Betrieb noch "unsicher", tendiere jedoch eher zur Beibehaltung der 3G-Regelung. 

"In Baden-Württemberg hätten wir dann den Vorteil, dass wir uns selbst aussuchen dürfen, ob wir 2G oder 3G möchten. Die Reglementierung ist hier nicht so streng. Aber die Einschränkungen sind hier wirklich sehr gering. Da würde außer der Maskenpflicht und der Abstandsregel nichts großartig wegfallen", sagt er gegenüber ka-news.de.

Aristidis Papadopoulos vom Restaurant Sonnenbad in Karlsruhe. | Bild: privat/Aristidis Papadopoulos

Eine Ausnahme sehe er allerdings darin, wenn die 3G-Regeln im Zuge der neuen Corona-Maßnahme verschärft werden würden. "Wir müssten da abwarten, welche Bedingungen an die 3Gs geknüpft sind."

"Bei Veranstaltern macht 2G mehr Sinn"

Zur 3G-Regelung tendiert auch Marius Uchmanowicz, Inhaber des "Café Extrablatts", das, wie das "Stövchen", ebenfalls in der Waldstraße liegt. "Ich denke, dass wir bei der 3G Regelung bleiben werden", erwidert er auf Nachfrage der ka-news.de-Redaktion. Zum Einen, da es unfair gegenüber den Ungeimpften sei und zum Anderen, da es für seinen Betrieb keinen Unterschied mache.

Marius Uchmanowicz, Inhaber vom "Extrablatt" | Bild: Marius Uchmanowicz

"Bei den Veranstaltern oder in einem Stadion macht es durchaus Sinn, wenn die 2G Regeln kommt, damit die ihre Plätze vollmachen können. Wir dürfen ja jeden reinlassen, solange ein Nachweis vorliegt. Es ist ja nicht mehr so dramatisch wie im vergangenen Jahr. Deshalb ist es nicht nötig, dass wir mit der 2G-Regelung die Ungeimpften vor den Kopf stoßen."

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   Freigedanke
    (4 Beiträge)

    07.10.2021 12:31 Uhr
    Ich finde es gut
    dass sich die meisten Gastronomen darauf nicht einlassen werden. Ich persönlich würde auch jedes Restaurant als Geimpfter meiden, welches nur 2G anbietet!
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  •   AlterMann
    (407 Beiträge)

    06.10.2021 20:11 Uhr
    Kontrollen
    Wir waren jetzt schon ein paar Mal im Lokal, auch drinnen. Kontrolliert ob wir ein g haben wurden wir nie.
    Einmal wurden wir gefragt ob wir die Luca App haben, als wir verneinten war das auch ok.
    Obwohl wir unseren Impfpass immer dabei haben und ihn auch vorzeigen würden.

    Abgesehen davon finde ich es sonderbar dass man zwar stundenlang am Tisch sitzen darf ohne Maske, aber für die 5 Meter zum Ausgang eine tragen muss. Und das sogar im Freien.
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  •   Chris23
    (751 Beiträge)

    07.10.2021 16:14 Uhr
    Zum Masken am Tisch
    Das ist einerseits der Praktikabilität geschuldet, Essen und trinken könnte schwer werden und Maske runter gabel rein Maske rauf würde es sehr umständlich machen und wohl für die Gastronomen keinen Sinn machen zu eröffnen (da kaum einer auf sowas Bock hat).

    Dann ist dann noch der Unterschied, wenn du dich bewegst unterstreitest du dem Abstand zu dem anderen (du schlängelst dich zwischen dem Tischen durch, dir kommt jemand entgegen). Während zur anderen Sitzgruppe der Abstand wenn du sitzt Konstant bleibt, und eng aneindergereiht Biertische bei dem vllt auch verschiedene Gruppen an einen Tisch Platz nehmen sind aktuell Passe da sollten Corona Konforme abstände gewählt wurden sein.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3223 Beiträge)

    07.10.2021 08:47 Uhr
    was
    an dieser ganzen Regulierungswut ist eigentlich nicht sonderbar ?
    In England, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen ist man zur normalen Tagesordnung übergegangen und hier versucht die Politik Woche für Woche noch eins drauf zu setzen, wo man sich nur noch an den Kopf fassen kann.

    Dass die Wirte kein großes Interesse daran haben, noch mehr Gäste auszusperren (die "nur" mit Test) dürfte wohl auch klar sein. Sie hatten lange genug Umsatzeinbußen und nehmen jetzt jeden Gast mit Kusshand.

    Am Ende dürfte der Umsatzunterschied aber auch kein großer sein, da ab nächster Woche die Tests Geld kosten und dann eh fast nur noch 2G Kundschaft kommen wird, da wohl kein Ungeimpfter erst mal nen 10€ Test machen wird, um einen Kaffee trinken zu gehen.
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