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Karlsruhe Wohnen in Karlsruhe: Hier könnten neue Flächen entstehen!

Mehr Platz für Wohnen und Gewerbe - das ist ein erklärtes Ziel der Karlsruher Politik. Änderungen im Flächennutzungsplan sollen mehr Raum für die Stadtentwicklung der Zukunft schaffen. Dafür soll unter anderem ein alter Teilabschnitt der Nordtangente aus den offiziellen Planungen entfallen und neue Flächen für Wohnraum schaffen.

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Im Karlsruher Gemeinderat steht am Dienstag der Flächennutzungsplan 2030 auf der Tagesordnung. Konkret soll Oberbürgermeister Frank Mentrup der Ausarbeitung für den Entwurf des Flächennutzungsplans im Nachbarschaftsverband zustimmen. Rund 82 Hektar potentielle Wohnfläche soll in Karlsruhe entstehen - unter den geplanten Flächen befinden sich auch einige Kleingärtenanlagen.

Gegen die Ausweisung der Kleingartenflächen regte sich in Karlsruhe Widerstand - politisch findet sich die Forderung nach Herausnahme der Flächen in mehreren Änderungsanträgen auf der Tagesordnung des Gemeinderats wieder. Konkret handelt es es um die drei Kleingartengebiete "Nördlich Klinikum", "Am Rüppurrer Schloss" und "Pulverhausstraße".

Pulverhausstraße wäre "attraktiver Standort"

Besonders mit der Herausnahme der potentiellen Wohnfläche an der Pulverhausstraße verzichte man auf die Ausweisung ein, wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage formuliert, "aus städtebaulicher Sicht für Wohnbebauung besonders attraktiv[es]" und gleichzeitig mit knapp elf Hektar das größte Plan-Grundstück.

Die Stadt bestätigt das Anliegen der Gemeinderäte - einen entsprechenden Entschluss habe man bereits im Planungsausschuss am 6. April gefasst, heißt es in der entsprechenden Stellungnahme. Für die Interessen der Kleingärtner soll weiterhin ein Kleingartenbeirat, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats und Vertretern der Kleingärtner, eingerichtet werden. Auf lange Sicht soll ein eigenständiger "Kleingartenentwicklungsplan" für Karlsruhe erarbeitet werden. Aktuell sind die Flächen, allerdings unter Vorbehalt, noch im Entwurf zu finden. 

Hier könnte Wohnfläche entstehen

Mit einer Streichung der Kleingartenflächen verbleiben rund 63 Hektar potentielle Planfläche "Wohnen". Folgende Wohngebiete sollen in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden:

  • Daxlanden: Sportplatz I und II (insgesamt 3,4 Hektar)
  • Durlach: Sportflächen Durlach (8 Hektar)
  • Grünwettersbach: Thüringer Straße und Sportplatz ASV Grünwettersbach (insgesamt 2,9 Hektar)
  • Hagsfeld: Grabenäcker Erweiterung, Auf die Gärten (insgesamt 1,9 Hektar)
  • Hohenwettersbach: Rhebuckel II (insgesamt 4 Hektar)
  • Knielingen: Diestelgrund (insgesamt 4,4 Hektar)
  • Neureut: Adolf-Ehrmann-Bad, Neubruch, südliches Oberfeld, Grüner Weg, Mitteltorstraße Westteil (insgesamt 27,2 Hektar)
  • Palmbach: Neufeld Erweiterung (1,9 Hektar)
  • Rüppurr: Rüppurr Süd I, Battstraße (insgesamt 1,5 Hektar)
  • Stupferich: Seniorenwohnungen Gänsberg, Gänsberg, Zweite Reihe Neubergstraße (insgesamt 9,7 Hektar)
  • Weiherfeld-Dammerstock: Erlenweg (2,1 Hektar)

Wegfall Nordtangente macht Flächen frei

Neue freie Flächen gab es insbesondere durch den Wegfall eines Teilabschnitts der Nordtangente: Im Bereich zwischen B36 und L605 in Karlsruhe Neureut/Nordweststadt wurde bisher eine Trasse für die Verkehrsachse freigehalten. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan wurde dieser Abschnitt jedoch nicht aufgenommen. Eine Umsetzung ist damit nicht vorgesehen.

Die Diskussion um die Nordtangente ist eng mit der zweiten Rheinbrücke verbunden. Im Flächennutzungsplan 2010 ist die Nordtangente noch mit der sogenannten "Hängebauchlösung" dargestellt, welche inzwischen verworfen wurde. Die "Hängebauchlösung" sollte von der zweiten Rheinbrücke über die B36 und die L605, im Mittelteil über den Adenauerring führen und im Osten von der Theodor-Heuss-Allee über die Haid-und-Neu-Straße und den Autobahnanschluss Karlsruhe-Nord der A5 auf die B10 im Pfinztal münden.

Hier könnten Gewerbegebiete entstehen

In Sachen Gewerbegebiete sieht die neue Planung zunächst den Tausch von Flächen vor: Die Flächen wurden durch einen Beschluss der Verbandsversammlung im Februar 2014 deutlich reduziert. Karlsruhe hat sich entschieden, Flächen in Autobahnnähe im Osten nicht weiter zu prüfen, so die Stadtverwaltung in den aktuellen Beschlussvorlagen. Im Oktober 2015 entschied der Gemeinderat weiterhin die Fläche "Im Horbenloch zu verkleinern, "Gleisbauhof Süd" und "Güterbahngelände Fautenbruchstraße" nicht weiter zu berücksichtigen.

Raus fallen als potentielle Gewerbegebiete in Daxlanden die Bellenäcker, in Knielingen der Distelgrund und die MIRO Erweiterung sowie in Wolfartsweier der Hörgel. Dafür sollen folgende Gebiete ausgewiesen werden:

  • Wolfartsweier: Im Horbenloch (3,2 Hektar)
  • Oststadt: Gleisbauhof Nord und Messplatz (insgesamt 11,5 Hektar)
  • Neureut: Gottesauer Feld Erweiterung (1,3 Hektar)
Zum Entscheidungsprozess in Sachen Gewerbegebiete heißt es vonseiten der Stadtverwaltung: "Entgegen der Empfehlung der Planungsstelle, hat Karlsruhe dabei beschlossen, sämtliche neuen Prüfflächen in Autobahnnähe im Osten nicht weiter zu prüfen. Dadurch resultierte für Karlsruhe zunächst ein Defizit an Flächenkontingent von rund sechs Hektar. Um dem zu begegnen, sollten interkommunale Ansätze mit Ettlingen, Karlsbad, Rheinstetten und Stutensee geprüft werden."

Planänderungen werden auf den Weg gebracht

Im Mai sollen die Änderungsanträge den zuständigen Verbänden vorgelegt werden. Am 22. Mai wird in der Nachbarschafts-Verbandsversammlung über die Flächen "Wohnen" und "Gewerbe" abgestimmt, danach folgt eine Umweltprüfung und ein Umweltbericht.

Im nächsten Schritt erfolgt der Entwurf des Flächennutzungsplan, der in der ersten Jahreshälfte 2018 offengelegt werden soll. Parallel erfolgt dazu ein Änderungsverfahren für den Regionalplan für die betreffenden Flächen, um den nicht benötigten Teilabschnitt der Nordtangente aus den Planungen zu tilgen. Oberbürgermeister Frank Mentrup soll nach Zustimmung des Gemeinderats die Planungen auf den Weg bringen.

Die Unterlagen zur Sitzung des Nachbarschaftsverbandes am 22. Mai: http://www.nachbarschaftsverband-karlsruhe.de/b1/verbandsversammlung/mai2017

Die Unterlagen zur Gemeinderatssitzung: http://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4564

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Kommentare (3)
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  •   kampion
    (1175 Beiträge)

    26.04.2017 01:18 Uhr
    Stadionbau
    ist beschlossene Sache, egal wo der KSC grad kickt. Hat der OB vor kurzem erst gesagt: "Verträge sind unterzeichnet, es gibt kein zurück mehr".
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  •   ka-lex
    (1519 Beiträge)

    25.04.2017 21:05 Uhr
    Wo könnten neue Flächen entstehen?
    Nirgendwo. Die sind alle schon da.

    Man muss nur erst Berge von sinnlosem Papier drüberkippen und wieder wegschieben. Dann könnte man anfangen zu bauen.
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  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    25.04.2017 19:16 Uhr
    Könnte man nicht die
    Sportflächen in Durlach umfunktionieren für den KSC und im Wildpark Wohnungen bauen. Wenn der KSC wieder "gefestigt" in der 2. Liga spielt, könnte man ja ein neues Stadion bauen. Bis dahin wäre Zeit genug, ein Stadion zu planen, dass jeden überzeugt. grinsen
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