Karlsruhe Wibu-Systems aus Karlsruhe: Studenten-Start-up wird Weltmarktführer

Marcellus Buchheit und Oliver Winzenried haben vor 29 Jahren Wibu-Systems in Karlsruhe gegründet - heute gehört das Unternehmen zu den Weltmarktführern für Verschlüsselung. Wibu-Systems bietet Schutz von Software, Firmware und digitalen Medien. Und der Erfolg hält an: In diesem Jahr wollen die beiden Gründer mit ihrer Firma die 20 Millionen Euro Umsatz knacken - 2025 sollen es 50 Millionen sein.

Die Lösungen der Wibu-Systems AG werden weltweit genutzt, das Unternehmen ist auf seinem Gebiet fast außer Konkurrenz und ist dennoch vielen Menschen kein Begriff. Dabei kommen die besten Verschlüsselungen auf dieser Welt von Wibu-Systems – und damit direkt aus Karlsruhe. Das ehemalige Studenten-Start-up hat inzwischen Standorte auf der ganzen Welt. Was genau macht das seit 1989 bestehende Unternehmen mit Sitz in der Rüppurrer Straße?

Wibu-Systems ist auch in unserem Alltag

Wibu-Systems entwickelt und vertreibt Lösungen zur gesicherten Lizenzierung von Computersoftware. Die Produkte kommen also überall dort zum Einsatz, wo in Geräten oder Maschinen Software steckt. Vor 29 Jahren haben die Wibu-Gründer Marcellus Buchheit und Oliver Winzenried, damals Studenten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), einen Kopierschutzstecker für PC-Software, die sogenannte "WibuBox", vorgestellt. Weitere Produkte folgten, wie beispielsweise der erste Dongle als PC-Card, also ein Kopierschutzstecker für Erweiterungskarten mobiler Computer. Zusätzlich setzte Wibu-Systems schon früh auf Lizenzierung großer Netzwerke.

Auch wenn man es bislang nicht wusste, ist es sehr wahrscheinlich, dass man mit den Produkten von Wibu-Systems bereits in Berührung gekommen ist. Wibu-Systems arbeitet zwar auf B2B-Basis und nicht mit Endverbrauchern zusammen, dennoch stecken in vielen Dingen aus unserem Alltag ihre Komponenten.

So sind etwa alle Geldautomaten des in Paderborn sitzenden Unternehmens Diebold Nixdorf, das der weltweite Branchenführer unter den Geldautomatenherstellern ist, damit ausgestattet. Auch in Krankenhäusern und der Medizintechnik findet man Komponenten von Wibu-Systems, genauso wie in Diagnosesteckern für Autowerkstätten. Auch Softwarelösungen von Bosch sind von Wibu-Systems lizenziert.

Marcellus Buchheit und Oliver Winzenried sind ehemalige KIT-Studenten. | Bild: Wibu-Systems

"Hacker's Contest" mit 50.000 Euro Preisgeld

"Nach über 25 Jahren können wir sagen, dass wir uns auf unsere Kernkompetenzen Protection, Licensing und Security konzentriert haben, was uns eine führende Rolle auf dem Weltmarkt eingebracht hat", sagen Winzenried und Buchheit – deren Anfangsbuchstaben der Nachnamen den Firmennamen bilden. Neben dem Hauptsitz in Karlsruhe ist das Unternehmen durch Standorte in den USA, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal sowie zwei Standorten in China weltweit breit aufgestellt.

Um zu demonstrieren, wie sicher ihre Produkte sind, veranstaltete das Unternehmen 2007 seinen ersten "Hacker's Contest". Bei dieser Veranstaltung konnten Hacker gegen ein Preisgeld versuchen, ihre Beispiel-Software zu knacken. Auch letztes Jahr fand der Hacker-Wettbewerb wieder statt: Hunderte Teilnehmer hatten drei Wochen Zeit, ein mit "Blurry Box"-geschütztes Spiel zu hacken.

Das Ergebnis: Kein Teilnehmer konnte die Verschlüsselungsmethode knacken und das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro wurde nicht ausgezahlt, sondern in weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit investiert. Das "Blurry Box"-Verfahren wurde gemeinsam mit dem KIT und dem Forschungszentrum Informatik (FZI) entwickelt und erhielt 2014 den ersten Platz beim höchstdotierten Deutschen IT-Sicherheitspreis der Horst-Görtz-Stiftung in Bochum.

"Wollen unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse erfüllen"

"Wibu-Systems zählt heute zu den drei größten Anbietern zum Schutz von Software, Firmware und digitalen Medien. Dieser Erfolg ist Motivation genug, unsere technologische Führungsposition weiter auszubauen", so die beiden Gründer, die allein in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren werden. Der IT-Anbieter ist seit 1989 jedes Jahr um etwa 20 Prozent gewachsen. In diesem Jahr plant das Unternehmen, über 20 Millionen Euro Umsatz zu erzielen. Im Jahr 2025 sollen 50 Millionen Euro überschritten werden.

Das Karlsruher IT-Unternehmen möchte einen bedeutenden Beitrag zum Schutz geistigen Eigentums und Know-how, zur Abbildung neuer Geschäftsmodelle und zu Security leisten. "Unser Ziel ist, weit mehr als gesetzliche Anforderungen und Geschäftsinteressen zu vertreten. Wir wollen den Schutz so ausdehnen, dass ganz unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse erfüllt werden", erklären Winzenried und Buchheit.

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