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Karlsruhe Stadthalle wird erst 2021 fertig - zum Leid der KMK: "Die Stadt zahlt Schadenersatz, wenn wir weniger erwirtschaften, als wir könnten"

Seit 2017 ist die Stadthalle am Festplatz geschlossen, statt Konzertbesucher gehen nur noch Bauarbeiter ein uns aus. Und eigentlich sollten auch die bald wieder verschwinden, denn die geplante Fertigstellung der Sanierung war für Ende 2019 geplant. Der Plan ist schon lange hinfällig, jetzt heißt es Ende 2021. Das muss die Stadt Karlsruhe der KMK als Mieterin natürlich ausgleichen und zahlt daher Schadenersatz.

Zahlreiche unvorhergesehene Probleme führten bisher zu erheblichen Mehrkosten bei der Sanierung der Stadthalle - und zu Verzögerungen im Zeitplan. Statt 2020 die erste Veranstaltung ausrichten zu können, muss die Karlsruher Messe und Kongress-GmbH (KMK) noch zwei Jahre warten und auf andere Hallen ausweichen. Laut Erster Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und ihrem Kollegen, Baubürgermeister Daniel Fluhrer, ist die Halle erst Ende 2021 fertig - aber auch das sei nur eine Prognose. 

Baustellenbegehung in der Stadthalle
© Paul Needham / www.paulneedham.de | Bild: Paul Needham

Zum Leidwesen der KMK, denn die müssen versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten. "Wir haben mit der Stadt alles geklärt, denn auch wenn wir eine städtische Gesellschaft sind, wir haben ein Objekt angemietet, das nicht genutzt werden kann", sagt Britta Wirtz, Geschäftsführerin der KMK, gegenüber ka-news. Heißt, die KMK kann Schadenersatz von der Stadt fordern - was sie auch tut.

Stadt muss für Verzögerung zahlen

"Wir sind zwar in einer sogenannten Schadensminderungspflicht, das bedeutet, dass wir Kongresse so gut es geht weiterhin durchführen müssen", erklärt sie, "aber die Differenz zu dem, was wir nicht erwirtschaften konnten, das zahlt die Stadt!" 

Britta Wirtz Geschäftsführerin KMK
Britta Wirtz ist seit 10 Jahren Geschäftsführerin der KMK. | Bild: KMK

Einen genauen Betrag kann die Messe-Chefin nicht benennen. "Das variiert, je nach dem, wie wir der Schließung der Stadthalle entgegenwirken konnten!" Etwa, in dem Kongresse oder Messen in der Garten- oder Schwarzwaldhalle durchgeführt werden. "Das sind gute Konzepte, die wir mit unseren Kunden bisher erarbeitet haben. So versuchen wir, weiteren Schaden abzuwenden!"

Schwarzwaldhalle Karlsruhe
Bild: Peter Eich

Das Dilemma mit der Sanierung der Stadthalle ist für KMK-Geschäftsführerin Britta Wirtz ein weiterer Anlass, die Suche nach einer Eventhalle nicht aus den Augen zu lassen. "Laut einer Studie der Stadt fehlt in Karlsruhe eine Halle, die für Konzerte oder Comedyauftritte genutzt werden kann, Karlsruhe als Oberzentrum braucht so eine Halle für 5.000 bis 8.000 Besucher", weiß Wirtz, "daher sollten wir das nicht ganz ausblenden!"

In Sachen Eventarena an der Messe Karlsruhe ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Doch der Bau einer solchen Halle wäre teuer und aufwendig - und erst in einigen Jahren realisierbar. 

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  •   freigeist
    (524 Beiträge)

    14.04.2019 10:19 Uhr
    Brandschutz
    Hoffentlich hat man bei der Planung an den Brandschutz gedacht.
    Nicht das nochmal eine Halle nicht mehr nutzbar wird.
    Bei der Kompetenz der karlsruher Planer darf man da schon mal Zweifel haben.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    14.04.2019 13:08 Uhr
    Du spielst...
    ...wohl auf den Beandschutz der Europahalle an?
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  •   Rino
    (291 Beiträge)

    14.04.2019 04:04 Uhr
    Einfach nur noch Ramsch II
    Das ganze Areal um den Festplatz mit der Schwarzwald-, Garten-, Nancyhalle und dem Konzerthaus gehörte plattgemacht um endlich Platz zu haben für eine ordentliche Eventhalle so um die Grössenordnung für Achttausend Leute.
    Alles andere ist das was in KA gang und gäbe ist, nämlich die Kleingeistigkeit seiner Stadtvorderen, die nur noch Ramsch in der Stadt zulassen, ja sogar noch holen.
    Wenn ich mir so meine Zeit von 1967 bis jetzt ansehe, hat sich seitdem nichts geändert.
    Egal wer im Rathaus gerade das sagen hat, es waren alle OB's nur kleingeistige Gernegroße, die sich alle ein Denkmal setzen wollten.
    Und es auch noch unter dem Jubel der Massen genehmigt bekamen.
    Deshalb wird sich in KA auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern, sogar die Tram wird noch oben durch den City-Trampelpfad fahren, glaubt es mir, so wird es kommen.
    Ramsch zu Ramsch auf ewig!
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  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    14.04.2019 11:01 Uhr
    Ramsch
    Aha! Na dann erklär mal wie das alles funktionieren soll mit den Stars,usw.Die Messe-und Veranstaltungslandschaft ist in unserem Raum besonders eng.Frankfurt,Stuttgart,Mannheim greifen die Stars und lukrative Messen ab bevor da was nach Karlsruhe kommt.Die Messen in Stuttgart und Frankfurt sind wesentlich größer,diese Städte haben den Flughafen näher am Messegelände usw..Mannheim hat tatsächlich eine größere Halle (SAP-Arena)und schon seit Jahrzehnten namhafte Veranstalter.Die Messe in KA war ursprünglich mit 6 Hallen und kompletter Unterkellerung geplant,sowie einer 2.Ebene im Umlauf.Das alles fiel dem Rotstift zum Opfer.Und dem Widerstand einiger besorgter „Steuerzahler“.Auch das neue Stadion ist wieder so ein kastrierter Kompromiss,zu klein,nicht erweiterbar und für Konzerte ungeeignet.Eine neue große Event -und Mehrzweckhalle ? Wie will man die auslasten , wenn entsprechende Stars oder Veranstaltungen eine Woche zuvor, danach in Frankfurt,Stuttgart,Mannheim die Hallen füllen?
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  •   KA300
    (104 Beiträge)

    14.04.2019 13:50 Uhr
    Nico 1966
    Diese Halle wird nie kommen! Nie. Es wäre wirtschaftlicher Unsinn, schon allein wegen der Nähe zur SAP Arena, nach Stuttgart und Frankfurt. Die greifen, wie Du richtig schreibst, die „Stars“ ab. Karlsruhe hat damals, zum Leidwesen der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger für eine solche „Eventhalle“ der Blick in die Zukunft gefehlt. Das hätte nicht passieren dürfen. Denn hochkarätige Stars wie z.B. Madonna, Cher oder wer auch immer, bringen auch viele Gäste in die Stadt, was dem Einzelhandel, den Lokalen usw ausgesprochen gut tun würde. Mein Eindruck: man hat die Bedeutung und Imagewirkung einer solchen Eventhalle als „Leuchtturm“ Karlruhes schlicht nicht realisiert. diese jetzt hinzustellen, wäre der verzweifelte Versuch, Fehler, die entstanden sind auszumerzen. Besser liebe Karlsruher, woanders hinfahren, Wo Geschäfte, Lokale und Grosstadtflair tatsächlich existieren. Auch ist Karlsruhe selber schuld am Imageproblem. Jeder Versuch, dies zu verbessern, hat bislangs nichts gebracht
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    14.04.2019 10:10 Uhr
    Wenn....
    ....das so ist: "Und es auch noch unter dem Jubel der Massen genehmigt bekamen." dann istves Bürgerwille und du beschimpft die Bürger.
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  •   KA300
    (104 Beiträge)

    14.04.2019 08:21 Uhr
    Nur noch Ramsch II
    Bin vollkommen Deiner Meinung. Insbesondere der Vorgänger vom jetzigen OB war ein kleingeistiger, kleinbürgerlicher Spießer, wie ihn noch keiner erlebt hat. Und was das leidige Thema Hallensanierungen angeht: sind denn diese wahnwitzigen Ausgaben gerechtfertigt? Für diese armseligen Topflappenveranstaltungen einen solchen Aufwand zu betreiben? Dazu ist die Stadthalle zu wenig ausgelastet. Es will nun mal von den Stadtvorderen keiner wahr haben: Karlsruhe hat den Anschluss diesbezüglich wahrlich verpasst. Ist in der Bedeutungslosigkeit versunken und dümpelt sicherlich auch die nächsten 50 Jahre vor sich hin. Andere Städte sind schon lange gut und besser aufgestellt. Was Veranstaltungen anbelangt, Locations und insbesondere Image. Wer jetzt noch eine solche Eventhalle fordert, muss von der Stadt eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Das geht nur, wenn klar ist, dass auch echte Stars kommen, die die Hallen vollmachen. Aber davon hat ja aus der Stadtverwaltung keiner Ahnung. A
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  •   Rino
    (291 Beiträge)

    14.04.2019 03:34 Uhr
    Einfach nur noch Ramsch I
    Ich kam 1967 über den Rhein in die "Boomtown" Karlsruhe , wo gerade durch die Bundesgartenschau jeden Tag Tausende Männlein und Weiblein durch die City marschierten und ihre sauer verdienten DMARK liegen liessen.
    Mein erster Arbeitsplatz war ausgerechnet die "Stadthalle" mit H. Baumeister als Pächter.
    Erst dort lernte ich dass Kakerlaken, Mäuse und Ratten auch zum "Personal" gehören, es wurde sogar Kopfgeld auf die Viecher ausgelobt.
    Das Gebäude war aus meiner Sicht zu der Zeit schon sanierungs- oder abreisswürdig.
    Bei der Wiedereröffnugsfeier 1985? habe ich mich nur noch über die Freude der anwesenden Leute gewundert, da es nichts anderes war als eine Todgeburt am Leben zu erhalten.
    Weil Leben war in dieser Bude nach dem Theaterneubau sowieso nicht mehr.
    Die Dame auf dem ersten Bild oben lebt gut von unseren gezahlten Steuern und das nicht schlecht, weshalb sie auch aus dem Grinsen nicht mehr rauskommt.
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  •   malerdoerfler
    (5895 Beiträge)

    13.04.2019 23:26 Uhr
    Meine Steuern?
    Die Stadt wird damit doch nicht etwa leichtfertig umgehen.............?
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    13.04.2019 17:38 Uhr
    Schadenersatz
    welchen Schadenersatz? Ein Hanebüchener Begriff für einen Sachverhalt der JEDES Jahr eintritt, nur ist das kein Schadenersatz sondern nur ein sog. Verlustausgleich, zu diesem sich die Stadt schon seit ewigen Zeiten verpflichtet ist.
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