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Karlsruhe Sanierung der östlichen Innenstadt: Land stellt Fördermittel in Millionenhöhe bereit

Die östliche Innenstadt von Karlsruhe soll optisch aufgewertet werden und so attraktiver werden. Die Innenstadt-Ost wurde deshalb in das Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" (ASP) aufgenommen. In Vertretung des Landes Baden-Württembergs übergibt Staatssekretärin Katrin Schütz Anfang Juni die Bewilligungsbescheide an die Fächerstadt.

Die Berücksichtigung bei den Städtebaufördermitteln hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg bekannt gegeben. Der bewilligte Förderrahmen umfasst insgesamt sieben Millionen Euro. In den Fördertopf fließen davon 4,2 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmittel (60 Prozent). Die Stadt Karlsruhe steuert zusätzlich 2,8 Millionen Euro (40 Prozent) bei.

Blick in Richtung Marktplatz
Blick über die südliche Innenstadt-Ost in Richtung Ettlinger Tor. | Bild: Wessinger

Das Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost wurde vom Gemeinderat bereits am 20. März 2018 förmlich als solches festgelegt. Die jetzt bewilligten Fördergelder erlauben einen Einstieg in erste Maßnahmen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. So können Maßnahmen zur Gestaltung des Marktplatzes und auch der Abbruch der sogenannten Elefantenhalle auf dem Kronenplatz aus dem nun zur Verfügung stehenden Fördertopf bezuschusst werden. Der Sanierungsauftakt ist für Herbst 2018 vorgesehen.

Kronenplatz im September 2017
Der Karlsruher Kronenplatz soll umgestaltet werden. | Bild: Wessinger

Auch "Rintheimer Feld" profitiert von Fördergeldern

Die im Rahmen der "Vorbereitenden Untersuchungen" im Bürgerdialog formulierten Sanierungsziele und Maßnahmen sollen mit der Öffentlichkeit konkretisiert werden, heißt es in dem Schreiben der Stadt weiter. Um alle im Sanierungsgebiet anstehenden Maßnahmen im Laufe der nächsten zehn bis zwölf Jahre umsetzen zu können, müssen in den Folgejahren Aufstockungsanträge gestellt werden.

Für die Gesamtmaßnahmen in Höhe von rund 92 Millionen Euro wurde, nach Angaben der Stadt, in der Antragstellung eine Finanzhilfe von rund 34 Millionen Euro beantragt.

Auch das laufende Sanierungsgebiet Rintheimer Feld soll von den jüngsten Bewilligungen profitieren. Dabei wurde die Finanzhilfe um weitere 800.000 Euro für noch anstehende Sanierungsmaßnahmen erhöht. Dazu zählen die Neuordnung des Staudenplatzes und der Umbau der Heilbronner Straße. Die konkreten Bewilligungsbescheide wird Staatssekretärin Katrin Schütz voraussichtlich am 7. Juni an Oberbürgermeister Frank Mentrup übergeben.

ka-news-Hintergrund: Am 20. März 2018 hat der Gemein­de­rat das Sanie­rungs­ge­biet Innenstadt-Ost förmlich fest­ge­legt und als Satzung beschlos­sen. Das Gebiet umfasst etwas mehr als 30 Hektar. Die Sanie­rungs­maß­nahme Innenstadt-Ost wird im umfas­sen­den Sa­nie­rungs­ver­fah­ren unter Anwendung der beson­de­ren sa­nie­rungs­recht­li­chen Vorschrif­ten (§§ 152 ff. BauGB) umgesetzt. Mit den damit verbun­de­nen sanie­rungs­recht­li­chen Instru­men­ta­ri­en wie der Kaufpreis­prü­fung und -geneh­mi­gung ist es möglich, Boden- und Grund­stücks­preis-Speku­la­tion Einhalt zu gebieten und für eine ­Preis­sta­bi­li­tät zu sorgen.

Im Bereich der östlichen Kaiser­straße sind augen­schein­li­che ­städ­te­bau­li­che Missstände feststell­bar. Ein Trading-Down-Effekt hat Einzug gehalten. Billiglä­den, Leerstände und ausufern­de Wer­be­an­la­gen prägen das Erschei­nungs­bild in den Erd­ge­schoss­zo­nen. Auch die Oberge­schosse, die für Dienst­leis­tun­gen und auch Wohnen vorgesehen sind, sind ­min­der­ge­nutzt oder stehen zum Teil leer.

Dieser Trend wird sich nach Umsetzung der Kombi­lö­sung nicht von allein umkehren, da sich zum einen der Einzel­han­del aufgrund der Konkurrenz der großen Ein­kaufs­zen­tren und zunehmend der Inter­ne­tan­bie­ter weiter rück­läu­fig entwickeln wird. Insbe­son­dere hat sich die zentra­le und attraktive Einkaufs­lage in Karlsruhe zwischen Fried­richs­platz, Ludwig­s­platz und Europa­platz etabliert. Zum an­de­ren besteht kein attrak­ti­ves Wohnungs­an­ge­bot für un­ter­schied­li­che Ansprüche, das e­ben­falls zur Belebung der Innenstadt beitragen würde. Das Gebiet ist in der Erfüllung der Aufgaben, die ihm nach seiner Lage und Funktion obliegen, aus Sicht der Stadt erheblich ­be­ein­träch­tigt.

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Kommentare (1)
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  •   dipfele
    (5345 Beiträge)

    06.06.2018 18:56 Uhr
    Die Sanierungsknet....
    … dient in erster Linie dazu, in der vollkommen intakten östlichen Kaiserstrasse zwischen Marktplatz und Kronenplatz die Gleise auszubauen und die Platanen abzuholzen und den Marktplatz neu zu pflastern. Dass das alles neben den 500 Mio für den Tunnelbau auch noch zusätzliches Geld kostet, wurde den einfältigen Briganden 2002 und später nie erzählt. Jetzt werden Landes-Sanierungsmittel beansprucht, die andernorts im Land wahrscheinlich dringender gebraucht werden würden. Ob Private ihre Gebäude oder Hinterhöfe in diesem Areal sanieren, dürfte fraglich sein. M.W. gibt's für die nur 30% Zuschuss auf die förderfähigen Kosten.
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