37  

Karlsruhe Mehr Verkehrssicherheit und Komfort: Karlsruher Wissenschaftler testen am Mühlburger Tor neue Fußgängerampel

Mitte Oktober startete an der Haltestelle Mühlburger Tor das dritte Realexperiment des Forschungsprojekts "GO Karlsruhe" der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe. Wissenschaftler wollen die Verkehrssicherheit sowie den Komfort für Fußgänger bei der Straßenquerung an der Haltestelle Mühlburger Tor verbessern.

Bis Dezember diesen Jahres ist am Mühlburger Tor die Überquerungsmöglichkeit der Straße verändert. Auf beiden Seiten der Haltestelle wurde die Fahrbahn über Markierungen und sogenannte Leitschwellen auf jeweils einen Fahrstreifen reduziert. Hierdurch wird es Fußgängern möglich auch ohne Ampel über die Straße gehen zu können. Zudem werden die Aufstellflächen für Fußgänger verdoppelt. Verkehrsteilnehmer, die lieber signalgesichert über die Straße wollen, können die zusätzlich installierten Bedarfsampeln nutzen.

Nutzer der App meldeten die für Fußgänger kritische Situation an der Haltestelle, die sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite von einer zweispurigen Straße mit Radfahrstreifen flankiert wird. Eine Fahrbahnquerung zur oder von der Haltestelle war also nur mithilfe einer Ampelanlage möglich. Über die "GO-Karlsruhe"-App und Webapp wurden lange Wartezeiten an diesen Ampeln gemeldet. Zudem wurde bereits bei einer vorausgehenden Untersuchung eine hohe Anzahl über 'Rot' laufende Fußgänger festgestellt.

Geringe Fläche für viele Fußgänger

"Insbesondere der nördliche Übergang auf der Höhe des Helmholtz-Gymnasiums zeigt eine hohe Anzahl von Rot-Querungen“, gibt Robert Blaszczykvon der der Hochschule Karlsruhe die Ergebnisse wider. "Die Analyse ergab zum Teil einen Spitzenwert mit einem Anteil bei über 'Rot' laufenden Fußgängern von knapp 50 Prozent. Neben der Anzahl wurde auch die Motivation zum Rot-Queren beobachtet: in 95 Prozent der Fälle überquerten die Fußgänger die Straße bei rot, weil zu diesem Zeitpunkt keine Autos zu sehen waren und aus Sicht des Fußgängers somit keine Gefahr von der Überquerung ausging", so Blaszczyk weiter.

Fußgängerampel in Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Eine weitere sicherheitskritische Situation konnte in den Zeiträumen zu Schulbeginn und -ende beobachtet werden: Die Aufstellfläche vor den Ampeln auf der Seite der Haltestelle reicht für die Anzahl der querenden Fußgänger nicht aus und beim Umschalten auf Grün kommt es zu Konflikten mit den entgegenkommenden Fußgängern. So standen zum Teil immer noch Fußgänger auf der Fahrbahn, als die Ampel für die Autofahrer bereits auf Grün geschaltet hatte.

Maßnahmen sollen Autoverkehr nicht überwiegend beeinflussen

Mit den nun installierten Maßnahmen des Reallabors soll sich die Wartezeit für Fußgänger an dieser Stelle reduzieren und die Querung sich aufgrund der Erweiterung des Wartebereichs wesentlich sicherer und angenehmer gestalten. "Aufgrund des geradlinigen Verlaufs der Kaiserallee ist eine gute Sicht auf die zufahrenden Autos gegeben",erklärt Robert Blaszczyk. Zudem müssten Fußgänger bei der Querung nur Fahrzeuge aus einer Richtung beachten und sich die Situation für Autofahrer durch die Umgestaltung nicht wesentlich verschlechtern, da sie durch die Bedarfsampel der Fußgänger auch seltener halten müssen, erklärt Blaszczyk.

Die Auswirkungen des Realexperiments werden über die gesamte Dauer beobachtet und analysiert. Auch die sogenannten digitalen Poster werden wieder zum Einsatz kommen, wo Fußgänger nach dem Sicherheitsempfinden oder der Zufriedenheit mit der Umgestaltung befragt werden.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (37)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.11.2018 23:15 Uhr
    Unterführungen
    sind für die nächsten 30 Jahre passé. Will keiner mehr und es ist auch richtig so. Wenn es denn so kommt, dass der Individualverkehr immer weniger Raum bekommt (was ich zeitnah nicht wirklich glaube und auch nicht funktionieren wird), dann sind die ebenerdigen Querungen haushoch überlegen. Optionen sind dann noch Brücken, die sind jetzt auch nicht viel teurer und das Hoch und Runter ist das Gleiche.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    09.11.2018 18:25 Uhr
    Unterm Hauptbahnhof
    gabs eine Pommesbude, die waren lecker.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   fontipex
    (59 Beiträge)

    09.11.2018 09:40 Uhr
    ja tatsächlich! grad gefunden...
    https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/724GKBPK24DCSOY74GYK7O3JL2ITGIQ2
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bingobongo
    (251 Beiträge)

    09.11.2018 10:37 Uhr
    auf luftbildern
    aber nix zu sehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.11.2018 09:27 Uhr
    Natürlich
    müssen die Autos bei Bedarfsampeln ständig halten weil da ständig draufgedrückt wird. Egal ob man dann auf Grün wartet oder nicht. Und wenn wenig Verkehr ist kann man nicht mal das eine Auto durchfahren lassen, nein, man muss auf die Ampel drücken und es zum Anhalten zwingen anstatt fünf Sekunden zu warten.
    Und erschwerend kommt noch hinzu, dass immernoch so spätpubertierende A....krampen einfach im Vorbeigehen auf die Ampel drücken ohne die Absicht die Strasse zu überqueren.

    Die Kaiserallee rauf und runter zu fahren ist eine Katastrophe. Wenn du einmal rot hast hast du immer rot und die Bedarfsampeln machens noch schlimmer. Man wird quasi gezwungen die Geschwindigkeit zwischen den Ampeln zu 'optimieren'. Aber natürlich nur mit Fahrzeugen die vorne kein Kennzeichen haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   samsonsulzbach
    (449 Beiträge)

    09.11.2018 09:08 Uhr
    Warum überhaupt
    noch Ampeln, wenn die Fußgänger sowieso über die Straße latschen, wie´s grad passt! Mein Vorschlag wäre dahingehend, dass die Ampeln abgebaut werden, Fußgängerüberwege weggemacht und die Fußgänger sich selbst überlassen werden. Die machen sowieso was sie wollen....vielleicht geschehen dann noch Zeichen und Wunder und die Smartphone-Latscher heben mal ihre Schädel wieder hoch...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    10.11.2018 03:51 Uhr
    Geil, ich kauf mir wieder ein Auto,
    also G-Klasse oder gleich einen Unimog. Dann kann ich auch auf dem Gleisbett fahren. Diese Rumpelbahn ist mir eh schon lange ein Dorn im Auge.

    Die Freunde des Feinstaubs und der Stickoxide können mit ihren Messstationen aufs Land ziehen, wenn es ihnen nicht passt.

    Freie Fahrt!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.11.2018 12:10 Uhr
    Ist
    auch meine Meinung, ich wollts nur nicht so krass ausdrücken. grinsen
    Fussgängerampeln nur an ohnehin ampelgesteuerten Kreuzungen, wer woanders drüber will soll halt gucken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9583 Beiträge)

    09.11.2018 08:46 Uhr
    Das Gedrängel dort
    zu Stosszeiten ist in erster Linie den ganzen Radfahrern zu verdanken, die sich an der Stelle zwischen die Fussgänger quetschen und unbedingt da fahren müssen anstatt mal kurz abzusteigen.
    Von langen Wartezeiten an der Ampel konnte/kann auch keine Rede sein, einmal aufs Knöpfchen gedrückt und kurz danach hatte man grün.
    Und wie Alfpfin richtig erkannte, die meisten, die bei rot rüberlaufen, wollen noch eine Bahn erreichen.
    Dass sich an dieser Situation seit der Einführung dieses "Experimentes" was gross geändert hat, konnte ich nicht feststellen. Ausser natürlich, das die Schlange der wartenden Autos länger geworden ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Der_Sprayer
    (284 Beiträge)

    09.11.2018 08:36 Uhr
    Es ist wie immer in Karlsruhe,
    wenn genügend Verkehrsteilnehmer die Regeln nicht beachten, werden die Regeln geändert. Siehe Radfahrer in Einbahnstrassen, nur als Beispiel.
    Jetzt die etwas ketzerische Frage: Warum werden dann noch Gescheindigkeitskontrollen gemacht?
    Da fällt dem normalen Bürger nur ein, dass der Stadtsäckel gefüllt werden muss.
    Karlsruhe kennen, Karlsruhe meiden!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: