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Karlsruhe Einkaufen in Karlsruhe: 4 verkaufsoffene Sonntage 2017 geplant

Auch in diesem Jahr öffnen die Einzelhändler in Karlsruhe an einigen Sonntagen ihre Ladentüren. Der Gemeinderat muss zuvor bei seiner Sitzung am kommenden Dienstag allerdings noch grünes Licht geben.

Rein rechtlich haben in Baden-Württemberg die Geschäfte an drei Sonn- und Feiertagen die Möglichkeit, ihren Laden zu öffnen. Vorausgesetzt wird allerdings ein Anlass wie etwa Märkte, Messen, örtliche Feste oder ähnliche Veranstaltungen. Das Stadtmarketing schlägt daher folgende Sonntage für eine Ladenöffnung vor:

  • 7. Mai 2017 in der Karlsruher Innenstadt und in Durlach (Heimattage Baden-Württemberg)
  • 10. September 2017 in Mühlburg (Mühlburger Kerwe)
  • 17. September 2017 in Durlach (Durlacher Kerwe, Weinfest, Kruschtelmarkt)
  • 8. Oktober 2017 in der Karlsruher Innenstadt (Stadtfest)

Die Durchführung von verkaufsoffenen Sonntagen ist umstritten: Während der Handelsverband Nordbaden keine Einwände äußert, zeigt sich Verdi Bezirk Mittelbaden-Nordschwarzwald in der Beschlussvorlage der Stadt weniger begeistert.

So erklärt die Gewerkschaft, dass der Sonntag in der Gesellschaft ein zu schützendes Gut sei, da Familie und Freunde zusammen kommen könnten und Zeit zur Besinnung nach einer arbeitsreichen Woche sei. Keine Einwände gegen die Öffnung haben die evangelische und katholische Kirchen in Karlsruhe. Und auch die Ortsverwaltungen Grötzingen, Neureut und Stupferich zeigen sich einverstanden. 

Verkaufsoffene Sonntage in Gefahr?

Entgegen des sonstigen Vorgehens, werden die verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr nicht für vier Jahre im Voraus geplant. Grund hierfür ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Ladenschluss des Bundes vom 11. November 2015.

Darin heißt es, dass die verkaufsoffenen Sonntage nur dann legitim seien, wenn die Öffnung der Geschäfte als Ergänzung zum jeweiligen Markt oder Straßenfest angesehen werde und so neben der Vorsorge der Bedürfnisse der Gäste auch der Gleichberechtigung der ansässigen Verkaufsstellen und Marktbeschicker diene.

Nicht zulässig sei demnach die umgekehrte Konstellation: Ein Markt dürfte keine Ergänzung zur Öffnung der Läden darstellen. In diesem Jahr möchte die Stadt daher Erhebungen durchführen, um zu prüfen, welcher Fall in Karlsruhe eintrifft und ob die verkaufsoffenen Sonntage damit den aktuellen Gesetzen entsprechen.

Aktualisierung, Montag, 6. Februar, 14.45 Uhr:

In einer Pressemeldung drückt die Industrie- und Handelskammer die aus Ihrer Sicht große Bedeutung der verkaufsoffenen Sonntage in Karlsruhe mit. "Verkaufsoffene Sonntage unterstützen Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe. In der allgemein schwierigen Lage während der Bauphase der Kombilösung brauchen die Betriebe diese Einnahmen und den Akzent im regionalen Wettbewerb der Einzelhandelsstandorte", heißt es in der Pressemeldung.

Dies gelte vor allem für den landesweit beworbenen "Baden-Württemberg-Tag" während der Karlsruher Heimattage am 6. und 7. Mai 2017, zu dem die Stadt rund 100.000 Besucher erwartet sowie für das Stadtfest im Herbst, dem zweiten Termin für einen verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt, zu dem ebenfalls eine hohe Besucherzahl erwartet wird.

IHK-Präsident Wolfgang Grenke: "Handel, Gastronomie und Dienstleistung kennzeichnen das Leben in der Stadt, sichern die Nahversorgung und beleben die Zentren. Sie sind mit einem hohen Engagement der ansässigen Betriebe und Geschäfte sowie der lokalen Interessen- und Werbegemeinschaften verbunden. Dieses teils auch ehrenamtliche Engagement sollte gefördert werden".

Verkaufsoffene Sonntage tragen in Karlsruhe neben der Unterstützung der Innenstadt und der Außenwahrnehmung der Stadt auch zum Erhalt lebendiger Stadtteilzentren bei. Ohne einen eigenen, unabhängig von der Innenstadt geführten verkaufsoffenen Sonntag geraten Gewerbetreibende in den Stadtteilen weiter ins Abseits und ein attraktives urbanes Gefüge wird beschädigt.

Aktualisierung, 9. Februar

Die Vorlage wurde mehrstimmig im Karlsruher Gemeinderat angenommen. Weitere Informationen und die Diskussion der Stadträte gibt es in einem weiteren Artikel am Sonntag, 12. Februar, auf ka-news.

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  •   Mathias
    (108 Beiträge)

    06.02.2017 07:48 Uhr
    Wieso 4?
    Für die Innenstadt und Durlach sind es 2 verkaufsoffene Sonntage und für Mühlburg einer.
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    05.02.2017 19:28 Uhr
    4 Sonntage?
    Das ist mehr als genug.
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  •   myopinions
    (1183 Beiträge)

    05.02.2017 23:16 Uhr
    .................das sind
    4 zuviel!
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