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Karlsruhe Durlacher Allee: dm-Zentrale im Zeitplan, Vollknoten noch offen

Von der Grünfläche zum futuristischen Bau: An der Durlacher Allee entsteht aktuell die neue dm-Zentrale. Sie soll künftig 1.800 Mitarbeiter des Drogerieunternehmens unter einem Dach vereinen. Ein Jahr nach dem Spatenstich sind auf der Großbaustelle die Fortschritte deutlich zu erkennen. ka-news war auf Baustellenrundgang.

Während es auf anderen Baustellen in Karlsruhe zu Verzögerungen kommt, läuft beim 120-Millionen-Euro-Projekt des Drogerie-Riesen dm alles nach Plan: Der Beton-Rohbau des Untergeschosses und die darüber liegende Decke sind fertiggestellt. Die Dimension der neuen Unternehmenszentrale ist zu erahnen: 148 Meter misst die Nordseite, das entspricht in etwa der Länge der Fassade des Karlsruher Schlosses. Die Breite beträgt rund 80 Meter - quadratische Innenhöfe bringen Licht und Grün vor die Bürofenster der Mitarbeiter.

dm-Baustelle liegt "sehr gut im Plan"

Das Einzugsdatum hat sich nicht geändert: Ende 2018 soll die Firmenzentrale baulich fertiggestellt sein, ab Frühjahr 2019 der Umzug der Mitarbeiter aus den aktuell sieben Standorten in Karlsruhe erfolgen. "Es hat bislang keine besonderen Vorkommnisse gegeben", so Tobias Rößler.

Rößler ist Projektleiter des dm-Neubaus. "Wir liegen sehr gut im Plan. Der Rohbau des Untergeschosses und die Decke darüber sind fertig. Im westlichen Bereich sind erste Teile der Decke über dem Erdgeschoss fertiggestellt. Im Osten sieht man gut die Stützen, die zusammen mit den Treppenhäusern betoniert werden. Nicht mehr benötigte Arbeitsräume werden wieder mit Erdreich befüllt, das auf dem Nachbargrundstück, dem Parkhausgrundstück, zwischengelagert war. Im August starten die Gründungsarbeiten für das Parkhaus."

Mit ungeplanten Ereignissen, die zu Bauverzögerungen kommen könnten, rechnet man aktuell nicht. "Wir haben auf dem Gelände des Parkhaus noch letzte Kampfmitteluntersuchungen durchzuführen", so Rößler, "wir gehen aufgrund vorhergehender Prüfungen nicht davon aus, etwas zu finden."

Wie steht es um geschützte Tierarten - könnte eine Eidechse oder eine Kröte noch das Projekt verzögern? Schließlich war die Fläche zuvor grüne Wiese. Auch hier Entwarnung vom Bauherren: Im Vorfeld erstellte Klimagutachten, Bodengutachten, Artenschutzgutachten und Umweltbericht deuten nicht darauf hin.

Grün soll es auf dem Grundstück nach Fertigstellung allemal wieder werden: Sowohl das Dach des Verwaltungsgebäudes als auch das Parkhausdach werden begrünt werden. Ein besonderer Coup: dm kann sich vorstellen, das begrünte Parkhaus-Dach begehbar zu machen. Diese Planung ist jedoch noch optional und die Umsetzung wird noch ausdiskutiert werden müssen.

Weniger Lärm für Anwohner, 800 Parkplätze für Mitarbeiter

Wie ist die Akzeptanz der Anwohner auf das Großbauprojekt "vor der Haustür"? Gut, versichert Rößler. Es besteht ein regelmäßiger und guter Kontakt zu Bürgervereinen und Anwohnern, auch durch regelmäßige Infoveranstaltungen, beispielsweise zu lärmintensiven Baumaßnahmen. Weiterhin belegen schalltechnische Untersuchungen die späteren Auswirkungen der dm-Zentrale auf Anwohner und Umwelt: Sie bescheinigen keine signifikanten Auswirkungen auf die umliegenden Wohngebiete. Durch die neue Bebauung soll sogar eine Abschirmung des Verkehrslärms der Durlacher Allee erfolgen.

Apropos Verkehr: Die Auto fahrenden Mitarbeiter werden die neue Zentrale nach Fertigstellung über die Hauptzufahrt von der Durlacher Allee in die Alte Karlsruher Straße erreichen. Im firmeneigenen Parkhaus werden 800 Plätze bereit stehen. Die Zufahrt wird mit drei Fahrspuren ausgestattet sein, ein Parkleitsystem soll den Mitarbeitern freie Stellplätze anzeigen und so Wartezeiten im Verkehr verkürzen. Für Pendler wird der Park-and-Ride-Parkplatz ab 2019 wieder zur Verfügung stehen. Laut aktueller Beschlusslage wird der Umbau der Durlacher Allee zum Vollknoten kommen.

Verkehr: Kommt der Vollknoten?

Zuletzt forderte die Kult-Fraktion im Februar 2016 alternative Anbindungen zu prüfen. Oberbürgermeister Frank Mentrup nannte die Verkehrsplanung damals eine Grundsatzentscheidung: Innerstädtische Verdichtung versus schnelle Verbindung zwischen Karlsruhe und Durlach.

Mentrup damals: "Diese Grundsatzfrage sollten wir dann noch einmal diskutieren, wenn wir auf der Grundlage von Verkehrszählungen ungefähr einschätzen können, was denn dort an Herausforderungen ansteht. Aus meiner Sicht gibt es durchaus auch gute Gründe zu sagen, es zu einer innerstädtischen Verdichtungslage zu machen für die dann auch die Regeln gelten, als wäre es eben mitten in der Stadt. Das hat vielleicht auch Charme, weil es natürlich insgesamt diese Straße erheblich beruhigen würde. Wir warten ab, wie sich das entwickelt."

Umbau der Haltestelle Mitte 2018

Die Stadt will nach Fertigstellung der dm-Zentrale den Verkehrsfluss erneut einer Prüfung unterziehen: 2020 soll die Gesamtsituation an der Durlacher Allee - auch in Hinblick auf Ikea und weitere Bauaktivitäten im Umfeld - untersucht werden. Unabhängig von der Umsetzung des Vollknotens wird die Straßenbahnhaltestelle Untermühlsiedlung barrierefrei umgebaut werden.

Momentan läuft für den Umbau der Haltestelle das Plangenehmigungsverfahren. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) rechnen mit einem Beschluss gegen Ende 2017. Die Baukosten für den Umbau der Haltestelle betragen geschätzt zirka 1,9 Millionen Euro. Die Verkehrsbetriebe gehen von Fördermitteln dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)-Topf aus , einer finanziellen Förderung des Bundes für kommunale Verkehrsprojekte. Der Umbau der Haltestelle soll Mitte 2018 starten und ein Jahr später abgeschlossen sein. Die Haltestelle soll bis auf die Dauer von zwei Wochen während der Bauphase angefahren werden können, so ein Pressesprecher der VBK im Gespräch im ka-news.

Fest steht auch, wie es auf der Großbaustelle der dm-Zentrale weitergeht: Ist der Rohbau der Geschosse fertiggestellt, folgt die Gebäudehülle mit dem Einbau der Fenster, Türen, der thermischen Hülle und dem Dach. Nach der erfolgreichen Abdichtung und Fertigstellung der Fassade können Elektro-, Sanitär-, Lüftung- und Heizungsarbeiten sowie die Arbeiten an den Außenanlagen starten. Mit den Innenausbauarbeiten geht der Bau 2018 dann in die Zielgerade. 2019 sollen mit den Möbeln dann auch die Mitarbeiter einziehen.

Zeitplan dm-Neubau

29. September 2015 Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan
Frühjahr 2016 Durchführung von Erschließungsmaßnahmen auf den Grundstücken durch die Stadt Karlsruhe
16. Juli 2016 Spatenstich
August 2016 Beginn der Erdarbeiten
Januar 2017 Baubeginn des Hochbaus
Winter 2018 voraussichtliche Fertigstellung des Gebäudes
Frühjahr 2019 voraussichtlicher Start des Umzugs
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  •   workman
    (33 Beiträge)

    08.07.2017 12:30 Uhr
    Baustelle der dm-Zentrale
    ich fahre täglich mit dem Fahrrad an der Baustelle vorbei und habe noch nie geshen, daß 5--7 Bauarbeiter in einer Gruppe herumstehen um einem Kollegen beim Arbeiten zusehen. Das sehe ich nur bei den städt. Bau-
    stellen! Man sieht vom ganzen Arbeitsablauf her, daß ALLES sehr gut organisiert ist. Dies könnten sich die Verantwortlichen der Stadt Karlsruhe mal ansehen. Vielleicht würden Sie dann erkennen warum
    es bei den städt. Baustellen nichts klappt!!!
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    07.07.2017 11:32 Uhr
    Parkplätze
    1.800 Mitarbeiter sollen in der neuen zentrale arbeiten. Das Parkhaus fasst aber gerade einmal 800 Parkplätze?
    Das ist aber eine optimistische Planung. Nicht mal die Hälfte der Mitarbeiter darf also mit dem Auto kommen?
    Es wird dann vermutlich wieder mal so sein, dass die Mitarbeiter alles drum herum zuparken werden, weil die bereitgestellte Fläche nicht reicht.
    Kenn ich schon aus anderen Städten, wo zB die Telekom riesige Klötze gebaut hat. Da wird dann jede noch so kleine freie Fläche von den Mitarbeitern in Beschlag genommen. Mal sehen, ob das in Durlach dann besser läuft. Wünschenswert wäre es.
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  •   schmidmi
    (2834 Beiträge)

    07.07.2017 12:13 Uhr
    Vollknoten
    kenne ich nicht. Nur Vollpfosten grinsen
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  •   Ein_Gravierend
    (111 Beiträge)

    07.07.2017 14:03 Uhr
    Dachte
    ich mir auch. Wieder was gelernt!
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    07.07.2017 12:08 Uhr
    Ich gehe
    davon aus, dass die das vorher sondiert haben, im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung. Und dann geht ja der Trend im allgemeinen (zumindest angeblich) vom Auto weg. Vielleicht hat man sich auch mit der EnBW kurzgeschlossen, da dürften sogar noch mehr als 1800 Leute arbeiten.

    Da es sich um dm handelt und nicht um ein städtisches Projekt glaube ich schon, dass das gut durchgeplant ist.
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    07.07.2017 16:49 Uhr
    optimistisch
    Bloß weil ein Unternehmen die Planung gemacht hat, ist es besser durchgeplant?
    Ziemlich optimistische Annahme.
    IdR versuchen Unternehmen, gerade die größeren Konzerne, alles, um die Kosten zu drücken oder unbequeme Regelungen zu umgehen.
    Da baut man dann eben halt auch gerne mal das Minimum an Parkfläche. Die Mitarbeiter werden sich schon ein Plätzchen zum Parken suchen.

    Das der Trend vom Auto weg geht, halte ich auch für ein Gerücht. Das ist wohl eher ein Wunsch, als ein echter Trend. Für ein Planung für ein Gebäude jetzt, sollten solche Wünsche eher keine Rolle spielen.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    07.07.2017 18:00 Uhr
    Teile
    meines Kommentars waren ironisch, später mehr.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    07.07.2017 23:27 Uhr
    Sicher stehen
    private Unternehmen zB den Bauunternehmen mehr auf den Hals als die öffentliche Hand. Unter anderem natürlich auch mit Konventionalstrafen. Da gucken die schon, dass sie rechtzeitig fertig sind.
    Also das BER Chaos hätte es mit einem privaten Betreiber niemals gegeben.
    Und auch wenn bei dm sicher auch nicht alles Gold ist was glänzt, eine Einstellung wie 'die sollen dann halt gucken wo sie parken' - das passt nicht zu denen.

    Ironisch war das mit dem Trend vom Auto weg, das ist halt das was uns die Träumer täglich weismachen wollen, die Realität beweist eher das Gegenteil. Und grad der KVV (ich red mal nur von KA) wird nach Beendigung des Kombiwahnsinns im Jahre 20xx viel zu tun haben sein demoliertes Image wieder aufzurichten.
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  •   ka-lex
    (1715 Beiträge)

    07.07.2017 12:26 Uhr
    Die Tiefgarage der EnBW
    hat 1300 Stellplätze für 2000 Mitarbeiter.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    07.07.2017 12:35 Uhr
    Ok,
    etwas mehr, dann müsste man jetzt noch die Auslastung kennen.
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