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Karlsruhe "Das löst eine Welle in der Stadt aus": Grundsteinlegung für IT-Gebäude am Hauptbahnhof

Das Areal am Hauptbahnhof Süd befindet sich bereits im Umbau. Die IT-Branche soll hier einen neuen Standort bekommen und so auch Karlsruhe attraktiver machen. Oberbürgermeister Mentrup gab mit der Grundsteinlegung nun den Startschuss für die Umgestaltung am Hauptbahnhof.

Von einem "großartigen Anlass, der uns heute hier zusammenführt" spricht Oberbürgermeister Frank Mentrup bei seiner Rede anlässlich der Grundsteinlegung  für die beiden Bürokomplexe, die bis 2020 am südlichen Bahnhofsvorplatz entstehen sollen. Zusammen mit der ersten Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, dem Geschäftsführer der SKET-Gesellschaft für Immobilienmanagement Rainer Dommermuth sowie weiteren Projektbeteiligten legte Mentrup am Dienstag, 10. April, feierlich den Grundstein für das neue Bauprojekt, das vor allem als IT-Standort genutzt werden soll.

Auf einer Fläche von etwa 15.000 Quadratmetern werden unter der Leitung von SKET zwei zwölfgeschossige Bürokomplexe sowie eine Tiefgarage realisiert. Mieter der Gewerberäume sollen insbesondere Dienstleister aus der IT-Branche sein, allen voran der Internetanbieter 1&1. Nach Angaben SKETs sind bereits jetzt alle Büroräume vermietet.

Auch das alte Kesselhaus soll im Rahmen der Realisierung des neuen IT-Standorts wiederbelebt werden und wird deshalb durch die beauftragte Baufirma Diringer & Scheidel parallel zu den Bürogebäuden saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude soll voraussichtlich zu einer Kantine umfunktioniert werden. Oberbürgermeister Mentrup versicherte mit Hinblick auf die Sorge einiger Bürger zudem, dass der Ausgang auf der Südseite des Bahnhofs nicht zugebaut werde.

"Es ging Schlag auf Schlag"

Die Bebauung "wird eine Bewegung an der Südseite des Hauptbahnhofs auslösen", kündigt Mentrup an. Doch der Weg bis zu einer sinnvollen Nutzung des Bahnhofsvorplatzes war lang, wie der Oberbürgermeister in seiner Rede erklärt: "Bereits 1986 hat Karlsruhe das Grundstück von der Deutschen Bahn erworben. Ursprünglich sollte hier mal das ZKM seinen Platz finden", so Mentrup. Doch daraus wurde nichts. Mitte der 2000er war im städtischen Bebauungsplan stattdessen vom sogenannten "TIME-Park" die Rede. Das Wort "TIME" steht dabei für die Begriffe Technologie, Information, Medien und Elektronik.

Erst durch das Interesse von Investor Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, im Jahr 2016 "wurde der gordische Knoten durchschlagen", macht Mentrup deutlich. Von da an "ging es Schlag auf Schlag", erklärt der SPD-Politiker. Unter der Leitung seines Bruders Rainer Dommermuth soll das Projekt nun realisiert werden.

Sicherung von Arbeitsplätzen

Mentrup betont außerdem, dass es Aufgabe der Stadt sei "Arbeitsplätze und Prosperität zu sichern", wozu die Schaffung von Gewerbeflächen am Hautbahnhof ihren Teil beiträgt. Gerade deshalb wird der Platz hinterm Hauptbahnhof auch schwerpunktmäßig als IT-Standort genutzt. Schließlich ist diese Branche in Karlsruhe einer der wichtigsten Arbeitgeber.

Hauptbahnhof Süd
Oberbürgermeister Frank Mentrup äußert sich lobend und euphorisch zum neuen IT-Standort am Hauptbahnhof | Bild: Felix Haberkorn

1.500 Arbeitsplätze sollen nach Angaben der Projektbeteiligten entstehen. Ein Teil davon werden aber bestehende Arbeitsplätze sein, da Mitarbeiter aus verschiedenen Gebäuden der künftigen Mieter zusammengezogen werden sollen. Die Zusammenlegung mehrerer Dienstleistungsstandorte an einem zentralen Punkt sorgt dafür, dass an anderer Stelle in der Fächerstadt neue Flächen frei werden: "Das löst eine Welle in der Stadt aus", gibt Mentrup euphorisch zu verstehen.

Zeitplan wird eingehalten

Die Entstehung des zweiteiligen Bürokomplexes am Hauptbahnhof sieht der Oberbürgermeister auch als Signal für weitere Initiativen in der Fächerstadt: "Nur wenn wir in Bewegung bleiben, den Städtebau voranzubringen, können wir die Zukunft der Stadt gut gestalten."

Hauptbahnhof Süd
Die Umgestelatung des Vorplatzes am Hauptbahnhof Süd läuft bereits. | Bild: Felix Haberkorn

Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Zur Zeit befinden sich zwar nur drei Kräne auf dem Gelände. Doch schon etwa sechs Wochen nach der Grundsteinlegung sollen bis zu zehn Kräne das Projekt vorantreiben, so Karlheinz Heffner, von Diringer & Scheidel. An einem Zahlenbeispiel erläutert der Bauunternehmer zudem den hohen Aufwand des Projektes: "40.000 Kubikmeter Beton müssen verarbeitet werden. Das entspricht etwa 5.700 LKW-Ladungen."

Nach Angaben Heffners sei man gut im Zeitplan. Bis zum Frühjahr 2019 solle der Rohbau für beide Gebäudeteile fertiggestellt, Mitte 2020 dann das ganze Bauvorhaben abgeschlossen sein, so Heffner weiter. Auch Dommermuth ist zuversichtlich, den Bau bis 2020 fristgerecht zu beenden: "Ich bin da guter Dinge, dass wir dieses Ziel auch erreichen." Die Kosten für die neuen Gewerbeflächen waren zunächst auf 135 Millionen Euro angesetzt. Inzwischen sei das Investitionsvolumen aber auf 142 Millionen Euro korrigiert wurden, so Dommermuth.

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  •   xXJeskoXx
    (99 Beiträge)

    12.04.2018 09:08 Uhr
    Tolles Foto
    Ich liebe diese gestellten Fotos uch hoffe die haben vorher das kleine Mäuerchen auch selber gebaut und danach mitn Hammer wieder eingeschlagen.
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  •   edda
    (241 Beiträge)

    11.04.2018 12:51 Uhr
    Der Verkehrskolaps
    hinter dem Hauptbahnhof ist vorprogrammiert!
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  •   fpfka
    (39 Beiträge)

    11.04.2018 18:59 Uhr
    "Bahnhof" ist die Verkehrslösung
    Am ehesten fürchte ich, daß Bauherren aus dem Westerwald sich nicht vorstellen können, daß etliche hundert möglichst überdachte/sichere Fahrradstellplätze benötigt werden.
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  •   haku
    (4063 Beiträge)

    11.04.2018 12:14 Uhr
    Kostensteigerung von 135 Mio auf 142 Mio
    Hä? Ich dachte, sowas passiert nur, wenn die öffentliche Hand baut.
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  •   ulika
    (175 Beiträge)

    11.04.2018 13:08 Uhr
    Das entspricht ziemlich genau ...
    der Steigerung des Baupreisindex für Bürogbäude im Zeitraum des letzten Jahres. Das Problem haben alle die bauen egal ob Dommermuth oder Ikea.
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  •   ulika
    (175 Beiträge)

    11.04.2018 13:06 Uhr
    Das entspricht ziemlich genau ...
    der Steigerung des Baupreisindex für Bürogbäude im Zeitraum des letzten Jahres.
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