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Karlsruhe KMK setzt bei Offerta-Kauf auf Kontinuität - Stadt lobt Entscheidung

Hinte-Messe verkauft die Verbrauchermessen offerta, inventa, Rendez-Vino, Salon Gourmet und die derzeit pausierende Hoga-Trends zum Januar 2012 an die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK). Für die KMK, die im vergangenen Jahr einen Verlust von 12,7 Millionen Euro machte, dürfte die Übernahme einen Umsatzsprung bedeuten.

Intensiv habe man in den vergangenen Wochen und Monaten daran gearbeitet, um für die Publikumsmessen am Standort Karlsruhe eine möglichst optimale Zukunftsperspektive auf den Weg zu bringen, so die KMK heute in einer Pressemitteilung. Der Verkauf der Publikumsmessen sei für die Messe Karlsruhe nun ein echter Meilenstein: "weil es konsequent die Stärken bündelt, auf ein gemeinsames strategisches Ziel ausrichtet und somit für alle Bezugsgruppen Sicherheit und Perspektive schafft", so KMK-Chefin Britta Wirtz.

Umsatzsprung für die KMK - Stadt lobt Entscheidung

Über den Preis, den die KMK für die Rechte an den Messen bezahlt hat, wird Stillschweigen gewahrt. Für die KMK, die im vergangenen Jahr einen Verlust von 12,7 Millionen Euro gemacht hat, dürfte der Kauf aber in jedem Fall einen Umsatzsprung von derzeit 18,1 Millionen auf über 20 Millionen Euro bedeuten. Zusammen bringen die Messen rund 170.000 Besucher und über 1.200 Aussteller in die Rheinstettener Messehallen.

Erste Bürgermeisterin und KMK-Aufsichtsratsvorsitzende Margret Mergen betonte, die Stadt Karlsruhe habe sich aktiv für die Weiterentwicklung des Messegeschäfts eingesetzt und freue sich, "dass sich die KMK mit diesem Schritt noch stabiler und solider aufstellt." Für das Massenpublikum veranstaltet die KMK schon jetzt unter anderem die Reisemesse Horizont Outdoor, die Kunstmesse art und die Kunsthandwerkermesse Eunique.

Hinte will sich auf Fachmessen konzentrieren

Christoph Hinte, Geschäftsführer von Hinte-Messe, erklärte, er sei sicher, dass mit dem Verkauf der Publikumsmessen an die KMK mehr Entwicklungsspielräume für das Karlsruher Portfolio entstehen: "Hervorragende Messebrands, eine bestens geeignete Messeinfrastruktur und eine leistungsfähige Region mit klugen Köpfen und starken Unternehmen sind ideale Bedingungen für eine erfolgreiche Zukunftsentwicklung, die wir aktiv begleiten wollen."

Hinte selbst, aber auch Hinte-Messe, wollen der KMK künftig und auch im Hinblick auf die für 2012 geplante 40. offerta weiter beratend zur Seite stehen und sich insbesondere in den Bereichen strategische Entwicklung Veranstaltungskonzeption weiter einbringen. Das vier Mitarbeiter starke offerta-Kernteam wird in den nächsten Monaten vom derzeit 35 Mitarbeiter großen Hinte-Team dauerhaft zur KMK wechseln.

"Für Besucher und Aussteller ändert sich nichts"

Generell wolle man sich künftig vor allem auf Fachmessen konzentrieren, so Hinte. Denkbar sei etwa eine Gastronomie-Fachmesse als Ergänzung zum Messeangebot der KMK. Ein spezieller Fokus werde zudem auf Marktbereiche wie "Geo & IT" und "Prevention & Health" sowie auf das Geschäftsfeld Event-Service gelegt.

Die offerta ist nicht die erste Messe, die Hinte in diesem Jahr abgegeben hat. Im Mai war die Kooperation zwischen Hinte und der Messe Schweiz bei der Gartenmesse Giardina beendet worden. Der Leiter der Giardina Zürich, Sebastian Ranly, hatte damals gegenüber ka-news mangelnde Qualität und geringe Anzahl der Show-Gärten auf der Karlsruher Gartenmesse kritisiert. Hinte hatte diese Kritik zurückgewiesen. Man sei durch den Lizenzgeber bei den Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt gewesen und wolle das Gartenthema nun selbst fortsetzen.

Bei der Pressekonferenz am Freitagvormittag war die angekündigte Zwischenbilanz zur derzeit laufenden offerta offensichtlich nur am Rande interessant. In erster Linie fragten sich die anwesenden Pressevertreter, wie es mit dem Aushängeschild offerta weitergehe. Kontinuität soll das Grundprinzip bei der Organisation und Durchführung der Verbrauchermesse sein, betonte Britta Wirtz. "Für die Besucher und die Aussteller ändert sich nichts", versprach die KMK-Chefin. Die Ansprechpartner blieben weiterhin die gleichen. Nur die Verantwortung werde für die KMK eine andere sein: "Die Entscheidungen müssen wir nun treffen."

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  •   Freigeist1
    (1412 Beiträge)

    06.11.2011 20:36 Uhr
    unglaubliche Zahlen
    Die KMK machte also demnach zuletzt 12,7 Millionen Euro Verlust bei einem Umsatz von 18,1 Millionen Euro. Das ist unglaublich, sensationell, katastrophal. Kennt jemand irgendeine GmbH mit schlechterem Verhältnis? Ohne Zuschüsse/Subentionen von uns Steuerzahlern wäre diese Firma längst pleite, oder? Da sollten wir doch über 'tolle neue Deals' wenigstens offen informiert werden...
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  •   Rino
    (321 Beiträge)

    05.11.2011 10:24 Uhr
    Hausfrauen-Party
    9.- €uro Eintritt für eine Hausfrauen-Party. Respekt!!!

    Die KMK wird durch die Übernahme natürlich auch den Verlust erhöhen, wetten??? Es sind Pfeifen und bleiben Pfeifen.
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  •   todi01
    (1152 Beiträge)

    05.11.2011 11:54 Uhr
    Ja, aber
    durch kontinuierliches "Wachstum" jetzt "too big to fail". Immerhin hat man für die offerta sicher eine hübsche siebenstellige Summe hingeblättert, das Geld darf man doch nach zwei, drei schlechten Jahren noch nicht abschreiben, oder?
    Keine Sorge, das Ende für die Eskapaden der KMK kommt, wenn der Tunnel erst einmal wie ein Bleigürtel um den Karlsruher Haushalt liegt.
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  •   80er
    (5752 Beiträge)

    04.11.2011 17:25 Uhr
    Das es....
    ....auch noch ehrbare Geschäftsleute und Kaufleute gibt kommt euch wohl nicht in den Sinn?
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  •   Neutrino
    (766 Beiträge)

    04.11.2011 18:53 Uhr
    Die Freundlichkeiten...
    ...beziehen überwiegend auf de Politiker. Die arbeiten mit fremdem Geld.
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  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    04.11.2011 18:50 Uhr
    Du edler Mensch,
    ich wollte, es wäre so.
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  •   80er
    (5752 Beiträge)

    04.11.2011 20:51 Uhr
    Hast du....
    ....einen Arbeitgeber?
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  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    04.11.2011 22:34 Uhr
    ja,
    einen sehr ehrbaren der mich sehr gut entlohnt.
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  •   todi01
    (1152 Beiträge)

    04.11.2011 15:01 Uhr
    Die Zeit der Fachmessen
    geht ihrem Ende entgegen, und das sollte Hinte auch wissen. Da werden abartige Standpreise aufgerufen, damit dann dank Freikarten etc. auf jeden Aussteller wenigstens drei Besucher kommen. Man denke beispielsweise an die Systems oder die Tendence, die schon längst das andere Ufer des Jordans erreicht haben, Internet sei Dank.
    So eine Publikumsmesse ist dagegen doch eine feine Sache. Das Landvolk kommt mal in die Stadt und darf sich die Wunder der Moderne ansehen, und die Aussteller können verkaufen bzw. geben sowieso nur Steuergelder aus.
    Es ist also eine Frage des Preises, über den man zwar im Moment Stillschweigen vereinbart hat, der aber spätestens in der nächsten Rechnungslegung zu Tage kommen wird. Schäbig ist diese Geheimniskrämerei aber auf jeden Fall, denn die KMK lebt ja ausschließlich von Steuergeldern und hat saldiert noch keinen einzigen Cent abgeworfen. Ein Wirtschaftsunternehmen in dieser Lage hätte das Finanzamt längst wegen "Liebhaberei" am Schlawittchen.
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  • unbekannt
    (3017 Beiträge)

    04.11.2011 17:48 Uhr
    Messen sind überall
    ein echtes Auslaufmodell - viele Hersteller / Vertriebe setzen immer mehr auf eigeninzenierte Hausmessen ohne Wettbewerb- so ists zumindets im technischen Bereich. Für viele Mittelständler und auch Großunternehmen rechnet sich ein kostspieliger Messeauftritt im Vergleich zum Effekt in keinster Weise mehr - auch das Internet mit seinen Möglichkeiten gräbt hier der klassischen Messe langsam aber sicher das Wasser ab.
    Somit war der Deal von Hinte clever und Schilda hockt auf einem noch grösseren Defizit pro Jahr, was die Neue Messe & deren Gesellschaft pro Jahr einfahren werden.
    Für den Schwachsinn gehören Wirtz, Mengen und der Tunnel-Heinz eigentlich privatrechtlich belangt - der Deal ist genauso dämlich wie die EnBW -Mappus- Aktion. Die Neue Messe war & ist eine klassische Totgeburt und gehört betriebswirtschaftlich schnellstens entsorgt.
    Nur Schwachäpfel im Schildaer Rathaus...grausam
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