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Karlsruhe KIT macht's möglich: Karlsruhe bekommt eine Schwebebahn!

Ein Aprilscherz im November? Nein, es ist wirklich kein Witz: Karlsruhe bekommt eine Schwebebahn! Bereits letzte Woche wurde das Gefährt in die Fächerstadt geliefert und wartet nun auf seinen Aufbau. ka-news verrät, wann und wo in Karlsruhe "geschwebt" werden kann - und ob der ÖPNV nun revolutioniert wird.

Es klingt wie Zukunftsmusik, doch schon in wenigen Monaten können die Karlsruher sich schwebend fortbewegen! Möglich macht das die SupraTrans. Dieses Forschungsprojekt, das optisch einer Achterbahn ähnelt, ist nämlich nun vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) in Dresden an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) umgezogen. "Als sich diese Möglichkeit ergab, haben wir spontan zugeschlagen", erklärt Professor Bernhard Holzapfel, der lange Zeit am IFW und am Projekt SupraTrans mitwirkte aber inzwischen als Direktor der Supraleitenden Materialien am KIT arbeitet.

Mehrere Jahre forschte das IFW an der rund 80 Meter langen Versuchsanlage und dem Zweisitzermodell SupraTrans. Doch nun ist Dresdens Traum vom Schweben ausgeträumt, denn ab sofort wird am KIT an der SupraTrans weiter geforscht. "Die Aufgabenschwerpunkte des Instituts in Dresden ändern sich, darum wurde die SupraTrans nach Karlsruhe gebracht. Das KIT wird die angewandte Supraleitung intensivieren und damit in Deutschland und auch europaweit ein Zentrum auf dem Gebiet der Supraleitung darstellen", erklärt Holzapfel.

Was ist Supraleitung?

Die SupraTrans schwebt mittels eines Magnetfeldes über dem Boden - ähnlich wie ein Transrapid, nur, dass dieser mit Elektromagneten funktioniert und die SupraTrans dank eines eingefrorenen Magnetflusses in einem Supraleiter schweben kann. Eine Technologie, die laut den Forschern, noch am Beginn ihrer Entwicklung steht und daher dringend weiter erforscht - und auch der Öffentlichkeit näher gebracht werden muss.

Das sieht auch Holzapfel so: "Die SupraTrans war in Dresden nicht nur reine Forschung, sondern auch ein öffentliches Projekt - und das wird auch in Karlsruhe so sein. "Nur so kann man ein breites Publikum an den neuen Technologien teilhaben lassen und den Menschen das physikalische Verständnis näher bringen".

Campus Nord wird öffentlicher

Bereits im Sommer 2018 soll die Hightech-Bahn auf dem KIT Campus Nord in den Dauerbetrieb genommen werden. Die Versuchsanlage wird allerdings nicht wie bisher in einer Halle, sondern im Freien über das Campusgelände schweben. "Das ist Teil der Forschung - wir möchten sehen wie die SupraTrans auf verschiedene Witterungen reagiert", so Holzapfel.

Das Schweben wird allerdings nicht nur den Forschern vorbehalten bleiben, denn auch Schüler- und Besuchergruppen sollen zum Schweben vorbeikommen können, das so Holzapfel "ein echtes Erlebnis" ist: "Dieses 600 Kilogramm schwere Gefährt muss man nur einmal leicht anstupsen damit es sich langsam schwebend fortbewegt. Mit einem Motor fährt es dann schneller, das kann man ausbauen bis zur Höchstgeschwindigkeit".

SupraTrans (vorerst) nicht im ÖPNV

"Wir haben am KIT Campus Nord eine direkte Anbindung an das neu entstehende Schülerlabor zum Thema Energie sowie ein Informationszentrum zur Anwendungen der Supraleitung. Es ist wichtig, dass die SupraTrans zweifach genutzt wird", so Holzapfel. Damit meint der Physik-Professor, dass das Modell zum einen als größeres Demonstrationsprojekt in Kooperation mit dem Schülerlabor und dem Infozentrum stehen soll und andererseits dem KIT zu Forschungszwecken zur Verfügung steht.

Die SupraTrans ist übrigens nicht in Karlsruhe um die Kombi-Lösung zu ersetzen. "Bis die SupraTrans für den öffentlichen Nahverkehr in Frage kommt, müssen noch viele Details erforscht werden, wie beispielsweise die spezielle Kühltechnik", informiert Holzapfel. Der Schwerpunkt der Forschung liege vorerst in der Automatisierungstechnik - da hier viel Potenzial gesehen wird. Allerdings kann sich der Physik-Professor vorstellen, dass die SupraTrans sich auf "speziellen Strecken" als sinnvoll erweisen könnte. "Die SupraTrans könnte möglicherweise durch den Hardtwald schweben und so den Campus Süd mit dem Campus Nord verbinden", zieht Holzapfel in Betracht.

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  •   107
    (389 Beiträge)

    13.11.2017 20:59 Uhr
    Solange ein gewißer Dieter Zetsche
    Mitglied im Aufsichtsrat des KIT ist, hat das Plug-In Hybrid Taxi keine Aussicht auf Stromlademöglichkeit auf`m Taxi-Halteplatz.
    Ich wünsche mich zu irren.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    13.11.2017 21:14 Uhr
    Gewagt
    konstruierter Zusammenhang...
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  •   dipfele
    (5440 Beiträge)

    13.11.2017 15:50 Uhr
    Für die letzte Meile.....
    ..... zwischen Bahn/Bus -Haltestelle und der Wohnung sind solche autonomen Fahrzeuge sicherlich gut zu gebrauchen. Aber mit denen längere Strecken zu fahren, zumal in kleinen Transportgefässen von 10 Personen, wird den Verkehrsinfarkt eher noch beschleunigen.
    Schon als Turmbergbahn- Zubringer ungeeignet, weil vor der "Talstation" umgestiegen werden muss. Da kann man die Bergbahn gleich verlängern. So ein auto- Bus ist nicht gerade billig, 900.000,- in der Anschaffung ! Es sollten erstmal die "konservativen" Transportsysteme optimiert werden.
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  •   andi79
    (2767 Beiträge)

    13.11.2017 20:53 Uhr
    die anschaffungskosten
    relativieren sich schnell. Ein Busfahrer kostet ca. 3000€ mit allen kosten pro Monat (ohne Nachtzuschläge, Urlaub, Krankheit etc.), bei 3 Schichten wären das pro Jahr über 100.000€ Personalkosten. Zumal ich denke die Preise für einen Autonomen Kleinbus werden mittelfristig auf unter 100.000€/Stück fallen, evt sogar deutlich darunter.
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  •   dipfele
    (5440 Beiträge)

    14.11.2017 15:59 Uhr
    Um es genau zu nehmen....
    ..... ein Kleinbus bei den VBK kostet 65,-€/h. Bei 8 Betriebsstunden und 240 Betriebstagen wären das rund 125.000,- p.a. zusätzlich, den die Bergbahn fährt ja sowieso.
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  • unbekannt
    (52 Beiträge)

    13.11.2017 23:35 Uhr
    Das ist ja sehr clever gedacht.
    Was passiert denn eigentlich mit den ganzen Arbeitslosen, die dieser Technologie zum Opfer gefallen sind? Landen die dann bei Zeitarbeitsfirmen, um die Quote zu senken?
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  •   andi79
    (2767 Beiträge)

    14.11.2017 12:17 Uhr
    das ist
    eine Frage die ich auch schon öfters genannt habe. Das betrifft Bahnfahrer, Taxifahrer, Busfahrer, LKW Fahrer etc... eine riesen Berufsgruppe die schlichtweg nicht mehr gebraucht werden wird (es gibt nieschen wie z.B. Krankenfahrten bei Taxis etc... aber die reichen längst nicht für die Masse an Menschen). Die Frage ist also gut und richtig... und man sollte sich schon heute gedanken zum morgen machen... das wird in jedem Fall ein Problem.
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  •   hajmo
    (4169 Beiträge)

    13.11.2017 09:39 Uhr
    autonome minitaxis
    Daran glaube ich nicht wirklich bei der großen Menge an Fahrgästen, die zu bewegen sind. Da dann doch eher die in China entwickelte Straßenbahn ohne Schienen. Einfach ein paar Striche auf den Asphalt malen und die Bahn folgt. Kam vor einiger Zeit mal ein Bericht darüber.

    https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article212127555/China-entwickelt-Strassenbahn-ohne-Fahrer-und-ohne-Schienen.html
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  •   mueck
    (10735 Beiträge)

    13.11.2017 11:11 Uhr
    Weder noch
    Für den Transport großer Zahlen an Fahrgästen, so wie es nun mal in die Stadtzentren der Fall ist, wird immer ein Schienenbahn die Nase vorne haben.
    Minitaxen in die Zentren würden die Straßen gnadenlos verstopfen.
    Und ggü. "Schienenlosen Bahnen" haben schienengebundene die Vorteile des Komforts und der Energieeffizienz. Nix rollt mit weniger Widerstand als Stahl auf Stahl.

    Autonomes Kleinzeugs mag womöglich den ÖV auf dem flachen Land revolutionieren, wo sich kein Bus lohnt, schon gar keine Bahn, oder für Relationen abseits der Hauptrichtungen, die nur durch wenige genutzt werden.
    Aber für die Kernstadt ist das nix.
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  •   andi79
    (2767 Beiträge)

    13.11.2017 20:41 Uhr
    nope
    "Minitaxen in die Zentren würden die Straßen gnadenlos verstopfen"

    Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt die autonomen Systeme auch schon als automatisch im Verbund fahrend... da braucht man nicht mehr Platz (funktioniert aber nur wenn kein nicht autonomer verkehr auf der Straße ist). Hier könnte man die bisherigen Bahntrassen für rein autonome Taxis freimachen die im Verbund fahren können (für die letzte Meile in die Innenstadt rein). In den nicht Stoßzeiten könnte man diese Fahrbahn dann komplett freigeben. Es wäre eine große Entlastung.
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