Karlsruhe IT-Sicherheit: "Die ganze Welt soll wissen, was in Karlsruhe möglich ist"

Die Sicherheit von Computern und Netzwerken ist inzwischen ein Dauerthema – Phishing, Viren und Trojaner sind nur einige Schlagwörter der aktuellen Diskussion. Das CyberForum und die Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative (KA-IT-SI) haben nun eine enge Kooperation beschlossen, um die Region Karlsruhe als Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit zu stärken.

Beide Netzwerke, das CyberForum wie die KA-IT-SI, verfolgen das Ziel, Kompetenzen zu bündeln und den verschiedenen IT-Firmen Kontakte und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Die KA-IT-SI wird jetzt als "Special Interest Group" in das CyberForum integriert. "Wir verstärken damit die Clusteraktivität in Karlsruhe. Bisher existierten praktisch zwei Cluster nebeneinander, durch die Kooperation wollen wir Synergieeffekte nutzen", erklärt bei der Vorstellung der Zusammenarbeit am Dienstag, 17. März, Dirk Fox, Geschäftsführer des auf IT-Sicherheit und Datenschutz spezialisierten Beratungsunternehmens Secorvo Security Consulting, das an der Gründung der KA-IT-SI beteiligt war.

Ziel dieser neuen "Special Interest Group" ist vor allem die Erhöhung der Sichtbarkeit der Region Karlsruhe als Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit. "Karlsruhe ist im Bereich der IT-Sicherheit führend in Deutschland – es wissen nur die wenigsten", glaubt auch Bürgermeisterin Margret Mergen. Dieses Problem gelte es zu beheben. Fox zieht dazu einen historischen Vergleich heran: "In Karlsruhe wurde das Fahrrad, das Auto und der Funk erfunden – aber nichts davon wird heute hier produziert." Dreimal sei Karlsruhe vorn gewesen, dreimal habe man die Chance, daraus Kapital zu schlagen, verpasst. "Es geht jetzt darum, diesen Fehler nicht noch einmal zu machen", so Fox.

Vorbild: das Silicon Valley in Kalifornien

Die hier entwickelten Zukunftstechnologien müssten schließlich auch in Karlsruhe zur Anwendung kommen. Weitere Ziele der "Special Interest Group" sind die Sensibilisierung und der Know-How-Transfer zu IT-Sicherheit und Datenschutz unter den über 3.000 IT-Unternehmen der Region sowie die Förderung von Kooperationen zwischen den Unternehmen bei diesen Themen. "Der Bereich IT-Sicherheit ist der Wachstumsmarkt der Zukunft", ist sich Hagen Buchwald, Vorstandsvorsitzender des CyberForums, sicher. Zwar sparten die Unternehmen auch im IT-Bereich an allen Ecken und Enden, jedoch nicht an der Sicherheit. Deshalb würden in den nächsten Jahren viele solcher Cluster entstehen, schwache wie starke. "Die Region Karlsruhe soll bei der IT-Sicherheit eines der führenden Cluster weltweit werden", verdeutlicht Buchwald.

Als Beispiel führen die Verantwortlichen immer wieder das  Silicon Valley in Kalifornien an, das laut Bürgermeisterin Mergen "weltweit führende Cluster überhaupt". In dem Gebiet nahe San Fransisco haben zahlreiche Firmen der Computerindustrie ihren Hauptsitz. "Dort sitzen wirklich alle Ansprechpartner, die ersten Kunden inbegriffen, direkt beieinander", erläutert Buchwald. Erst dadurch werde ein Produkt zur Innovation.

IT-Sicherheitsprojekt soll Chancen Karlsruhes beim Spitzenclusterwettbewerb verbessern

Durch die Kooperation zwischen CyberForum und KA-IT-SI glaubt Mergen zudem, dass Karlsruhe beim Spitzenclusterwettbewerb der Bundesregierung gute Chancen habe. Die "Special Interest Group" helfe, das Cluster der IT-Sicherheit in der Technologie-Region Karlsruhe zu einem Spitzencluster mit internationalem Format und Strahlkraft zu entwickeln. "Wir möchten der Bundesregierung zeigen, was für ein Potential hier vorhanden ist", verdeutlicht Mergen.

"Durch IT-Sicherheit schaffen wir sozusagen die Infrastruktur für die Infrastruktur", erklärt Buchwald. Wenn irgendwo ein Zentralrechner ausfalle, könne das unter Umständen ganze Bereiche wie etwa die Telefoninfrastruktur, lahm legen. Oberstes Ziel sei es daher, diese Infrastruktur intelligenter und besser zu machen. Einen Vorschlag, wie das funktionieren könnte, hat auch Margret Mergen: "Eigentlich müssten wir gleich ein paar Hacker beschäftigen, die laufend überprüfen, ob die IT-Sicherheitsmaßnahmen auch funktionieren", meint die Bürgermeisterin schmunzelnd.

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