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Karlsruhe "Hier fehlen definitiv ausreichend Kapazitäten": Messen und Unternehmen beklagen Mangel an Hotelzimmern in Karlsruhe

In Karlsruhe fehlen Hotelzimmer - das spüren auch die beruflich Reisenden, die in Karlsruhe ihre Geschäfte tätigen wollen. Sie stellen im Gegensatz zu der Urlaubern nach Einschätzung der Karlsruher Tourismus Gmbh (KTG) die Mehrheit bei den Zimmerbuchungen.

Der Tourismus in Karlsruhe boomt: Mehr und mehr Leute kommen in die Fächerstadt. Doch es mangelt an Übernachtungsmöglichkeiten, wie ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Hotelgutachten bestätigt. Bis 2030 sollen rund 900 Zimmer fehlen, heißt es darin.

Bereits jetzt ist das Wachstum im Tourismus spürbar: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurde sowohl die Zahl der Übernachtungen als auch die der Gästeankünfte aus dem Vorjahr nochmals deutlich übertroffen. Genaue Zahlen will die KTG im März veröffentlichen. Aber bereits 2017 kamen rund fünf Prozent mehr Gäste in Karlsruhe an als in 2016. In den Jahren 2000 bis 2015 verdoppelten sich die Ankünfte und das Übernachtungsaufkommen stieg um 81 Prozent - aber der Kapazitätszuwachs beim Bettenangebot stieg um lediglich acht Prozent (von 6.148 auf 6.662 Betten).

669.579 Gäste haben so 1.168.584 Übernachtungen in der Fächerstadt gemacht. Im landesweiten Schnitt sind das eher Zahlen aus dem Mittelfeld. Spitzenreiter ist hier Stuttgart mit rund zwei Millionen Gästen und 3,8 Millionen Übernachtungen. Im Verhältnis kommen auf Baden-Baden die meisten Übernachtungen je 1.000 Einwohner - nämlich 17.807.

Pläne für zwei neue Hotels

Die Branche hat auf das Wachstum bereits reagiert: An der Kriegsstraße ist ein "Motel One" geplant  und nahe des Hauptbahnhofs, rund um den ehemaligen Wasserturm, wird derzeit ebenfalls die Vorarbeit für ein Hotel geleistet. Doch auch dann fehlen weiterhin Zimmer für die Reisenden, wenn man dem Hotelgutachten Glauben schenken darf.

Am Wasserturm Siegerentwurf
So sollen die Gebäude am Wasserturm laut Siegerentwurf ab 2021 aussehen. | Bild: PETER W. SCHMIDT ARCHITEKTEN

"Wir haben einen großen Bedarf an 2- und 3-Sterne-Häusern", bestätigt auch Yvonne Halmich, Sprecherin der KTG. "Aber auch nach einem hochklassigen Hotel wird gerade bei der Kunstmesse 'art' von den Galeristen häufig gefragt." Schon jetzt können mitunter größere Veranstaltungen aufgrund fehlender Hotelkapazitäten nicht in Karlsruhe durchgeführt werden oder die Gäste müssen in der näheren und weiteren Umgebung untergebracht werden, wie die Karlsruher Messe- und Kongressgesellschaft (KMK) ergänzt.

Meiste Reisenden sind geschäftlich unterwegs

Weiter erklärt sie: "Und natürlich fehlt ein Campingplatz." Hier wurde im vergangenen Jahr zwar nach einer Ausschreibung ein geeigneter Pächter gefunden, geöffnet ist der Campingplatz in Durlach aber weiterhin noch nicht.

Karlsruhes letzter Campingplatz ist jetzt geschlossen. | Bild: Riedel

Doch trotz der bereits bekannten Nachfrage und Verbesserungsmöglichkeiten: Offen ist vor allem, warum genau die Gäste in Karlsruhe übernachten. So werde laut Halmich nicht erhoben, ob die Übernachtungsgäste in Karlsruhe aus beruflichen Gründen in die Fächerstadt gereist sind, oder ob sie den Urlaub in der Fächerstadt verbringen.

"Früher ging man von einem Verhältnis von 80 zu 20 Prozent aus - da haben die Geschäftsreisen einen deutlich größeren Anteil gehabt", erklärt Halmich. "Es sind zwar noch immer mehr Geschäftsreisende in Karlsruhe, aber wir schätzen das Verhältnis nur noch auf 60 zu 40 Prozent.

Hotel an der Messe benötigt?

Heißt das, dass vor allem die Firmen in Karlsruhe unter dem Hotelmangel leiden, weil sie ihre Geschäftskunden nicht unterbringen können? Auf Anfrage von ka-news antworteten größere Unternehmen in Karlsruhe gemischt. Einige gaben an, keine Probleme zu haben. Die Fiducia & GAD beispielsweise sieht ein deutliches Problem: Für Teilnehmer an Großveranstaltungen würden Schlafplätze fehlen, heißt es: "Hier fehlen in Karlsruhe definitiv ausreichend Kapazitäten. Vor allem Budget-Hotels im Großraum Messe würden helfen."

Messe Karlsruhe in Rheinstetten
(Symbolbild) | Bild: Peter Eich

Ob auch die KMK sich ebenfalls ein Messehotel nahe der Hallen bei Rheinstetten wünscht - das bleibt nach einer Anfrage von ka-news unbeantwortet. Vielmehr bestätigt man den Hotelmangel und den damit verbundene Wunsch nach neuen Unterkünften in der Stadt - für die aber zum Teil überhaupt erst Flächen gefunden werden müssen, die in Karlsruhe ohnehin rar gesät sind.

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  •   zozimura
    (1980 Beiträge)

    07.03.2019 16:14 Uhr
    Messplatzhoddel
    Aber nur in Rund und mit einer Gasometeraussenhülle. Und ganz groß "FIDUCIA" oder "EDEKA" draufschreiben. Oder halt Karlsruhe oder noch besser Dorlach.
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  •   silberahorn
    (9848 Beiträge)

    07.03.2019 04:25 Uhr
    Hotels
    zu sehr in die Höhe zu bauen hätte zwar auf der Welt genug Vorbilder, aber ich schätze diese nicht. Gerade weil in Hotels auch Gäste sein können, die nicht so harmlos sind.
    Aber es gibt sicher in Karlsruhe genug Bürogebäude die sich sinnvolll umnutzen ließen (plus Aufstockung um einige Etagen). Ich meine fast, dass dies auch das Konzept von Hostels ist. Es ist zwar nicht jedermanns Sache, aber ich finde die Konzepte gut, die sowohl Mehrbettzimmer (wie in Jugendherbergen), als auch Familien-, Einzel und die klassischen Doppelzimmer anbieten. (z.B. Meininger Hotel Gruppe )
    Nur in Amsterdam und Berlin haben die ca 300 Zi. Ansonsten das was sich als gut zu handhaben bewährt hat: 100 bis 150 Zimmer.
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  •   stoersender
    (1310 Beiträge)

    06.03.2019 21:38 Uhr
    Und warum
    sollte man jede Freifläche in KA mit hässlichen Hotelbauten zukleistern? Nein danke!

    Bloß weil zwischendurch mal bei einer Messe die Zimmer ausgebucht sind brauchen wir doch nicht die ganze Stadt verschandeln.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    06.03.2019 21:48 Uhr
    Hotels
    Hotels können eine Stadt auch verschönern und der Flächenverbrauch muss nicht sein. Die Lösung heißt bauen in die Höhe. Messe finde ich aber schon wichtig, weil das Arbeitsplätze in Karlsruhe sichert und daher sozial ist. Auch Hotels bieten Arbeitsplätze. Warum sollte Karlsruhe im Gegensatz zu anderen Städten weniger Hotels haben?
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  •   DonHasi
    (991 Beiträge)

    07.03.2019 16:42 Uhr
    Da gibt es ja schon ein überaus gelungenes Beispiel
    Das "Novotel" vor der Festhalle einfach hübsch-häßlich anzusehen, völlig überdimensioniert und einfach zum kotzen schön. Und auch so notwendig weil ja in der Schwarzwaldhalle/Nancyhalle/Gartenhalle sich die B und C Promis die Klinke in die Hand geben. Die Extase kennt kein Halten mehr.
    Und die Anwohner sind so begeistert.....
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  •   mueck
    (10756 Beiträge)

    07.03.2019 00:50 Uhr
    ?
    Haben wir weniger Hotels als andere?
    Wenn ich so höre, wie die Zimmerlage bei Großmessen anderer Städte aussieht, wo die Leute 50-100 km weit fahren müssen zum Schlafen ... Aus KA habe ich sowas noch nicht gehört ...

    Und es werden ja Hotels gebaut.
    Der Artikel scheint mir ein Jammern auf hohem Niveau, insbesondere, wenn ich vom Bedarf für die art 1x im Jahr lese. Mit der Nachfrage 1x im Jahr trägt sich doch niemals ein Hotel ...
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  •   star-of-karlsruhe
    (1 Beiträge)

    06.03.2019 20:06 Uhr
    Areal am alten Wasserturm
    Vor einigen Wochen war an selber Stelle zu lesen, dass in der Nähe des alten Wasserturmes am Karlsruher Hbf ein Hotel- und Bürogebäude in den nächsten Jahren entstehen soll, wieso baut man dann nicht einfach da ein komplettes Hotel, anstatt eine Midchung aus Hotel- und Bürokomplex?
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