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Karlsruhe Gutachten ergibt: Im Karlsruher Einzelhandel muss etwas getan werden

Die Karlsruher Innenstadt muss sich in Bezug auf den Einzelhandel weiterentwickeln. Das ergibt ein aktuelles Gutachten. Was sich dahinter genau versteckt und welche Auswirkungen nun auf die Fächerstadt warten, hat Oberbürgermeister Frank Mentrup am Montag bei einem Pressegespräch erklärt.

In Karlsruhe ist der Haupteinkaufsort die Kaiserstraße, das Schloss ist der beliebteste Ort in der Innenstadt und der Europaplatz wirkt auf Personen eher weniger attraktiv. Das sind die Ergebnisse eines Gutachtens zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030.

Es wurde von der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegeben, um Perspektiven der City während und vor allem auch nach Abschluss der Bauarbeiten der Kombilösung aufzuzeigen. Sie sollen im besten Fall dann die Erhaltung und Weiterentwicklung der Attraktivität der Innenstadt voranbringen.

Herausforderungen muss entgegengewirkt werden

OB Mentrup präsentiert am Montag gemeinsam mit Christian Hörmann von "CIMA Beratung + Management GmbH", die seit Oktober 2017 das Gutachten durchführte, aber nicht nur die auf den Standort bezogenen Ergebnisse: Laut Gutachten ist die Handelszentralität als Indikator für den Kaufkraftzufluss von außerhalb der Karlsruher Stadtgrenzen innerhalb der letzten zehn Jahre von 127,7 (2007) auf 120,9 (2017) gesunken.

Das bedeutet konkret: "Neben der Bauarbeiten der Kombilösung muss sich der Karlsruher Einzelhandel auch dem aktuellen Wettbewerb stellen", erklärt Hörmann und weist damit auf Entwicklungen wie dem Online-Handel hin. Tatsache sei, dass sich auch ohne Baustellen etwas in der Karlsruher Innenstadt tun muss - ansonsten könnte der Wert in den kommenden Jahren wohl weiter sinken.

Verschiedene Arbeitsgebiete werden angegangen

Wie Hörmann weiter gegenüber der Presse erläutert, beinhaltet die Analyse auch Ergebnisse zu Einkaufslagen, Fußgängerfrequenzen, Plätzen und anderen städtebaulichen Strukturen. Dadurch sei auch die Vernetzung der einzelnen Teilgebiete in der Innenstadt ein Arbeitsfeld.

Hier müsse man sich beispielsweise die Frage stellen, wie beliebte Orte wie das Schloss und dessen Umfeld mit der Innenstadt verknüpft werden können, um die Attraktivität Karlsruhes als Einzelhandelsstandort zu steigern. Aber auch Fragen, wie Orte, wie der Europaplatz, wieder mehr Bedeutung bekommen und Anziehungskraft für mögliche Kunden ausstrahlen können, müssen in Zukunft beantwortet werden.

Was ist der nächste Schritt?

Um dies anzugehen, geben Mentrup und Hörmann die nächsten Schritte vor: Ausgehend von den gewonnen Erkenntnissen werden im Rahmen eines intensiven Partizipationsprozesses im Zeitraum von Mai bis November 2018 Maßnahmen zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher Innenstadt erarbeitet.

Dabei soll vor allem auch die Öffentlichkeit mitsprechen können: In einer ersten Veranstaltung Anfang Juni werden beispielsweise in Fokusgruppen einzelne Themen und Teilbereiche näher beleuchtet. Parallel bestehe schon jetzt die Möglichkeit, eigene Ideen über das Bürgerbeteiligungsportal der Stadt Karlsruhe einzubringen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Prozesses ist laut Hörmann dann im Zeitraum von Mai bis Juni 2019 geplant.

ka-news-Hintergrund:

Das Gutachten ist Teil des "IQ-Korridorthemas Zukunft Innenstadt". Die Verwaltung der Stadt Karlsruhe hat sich mit den sogenannten IQ-Projekten zum Ziel gesetzt, bei komple­xen ­de­zer­nats­über­grei­fen­den Projekten durch frühzei­ti­ge Quer­ver­net­zung und Kommu­ni­ka­tion die Entschei­dungs- und Pro­zess­qua­li­tät zu verbessern. Das Projekt baut auf sechs Korri­dort­he­men auf und bildet das Grund­ge­rüst der IQ-Arbeits­weise.

Die Korri­dort­he­men und IQ-Leitpro­jekte wurden 2016/2017 entwickelt und sind auf die Doppel­haus­halte bis 2020 ­aus­ge­rich­tet. Für 2020 ist daher, ergänzend zum fortlau­fen­den ­Mo­ni­to­ring der Korri­dort­he­men und ihrer IQ-Leitpro­jekte, eine ­Be­stands­auf­nahme mit Blick auf den IQ-Gesamt­pro­zess und die IQ-Arbeits­weise vorgesehen.

Weitere Informationen rund um die IQ-Projekte und -Korridorthemen gibt es unter www.karlsruhe.de/iq.de

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  •   KA300
    (91 Beiträge)

    12.05.2018 07:59 Uhr
    hoffe, die Kommentare liest die Stadtverwaltung
    kann den allermeisten Kommentaren zustimmen. Es ist genau das, was ich auch so sehe und erlebe. Die Abwärtsspirale in puncto Innenstadtverelendung dreht sich immer weiter. Von dem kleinbürgerlichen, engstirnigen "Geheimräten" im Rathaus kapiert eben keiner, dass das Image einer Stadt im wesentlichen von der Substanz des Einzelhandels mitgetragen wird. Will mich garnicht wiederholen. Es stimmt alles, was andere Leser schreiben. Aber man verwaltet gerne die Gegenwart, hängt in dieser fest. An neue Herausforderungen wagt man sich garnicht erst ran. Angst vor Veränderungen? Angst, das kleinbürgerliche Wählerklientel zu verschrecken? Maulhelden, die viel vor haben, aber nichts dahinter. Das zeigt den kleinbürgerliche und beschränkten Geist, der in Karlsruhe gelebt und kultiviert wird.
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  •   KA300
    (91 Beiträge)

    10.05.2018 08:56 Uhr
    neue Sichtweisen sind Lebenselixier
    diese neuen Sichtweisen die Herr Dr. Mentrup in seinem Weihnachtsschreiben betont, würde die Stadtverwaltung und er selbst beherzigen. Denn dieser Artikel ist zeigt, dass mit ihren blumigen Sonntagsreden, dass sich neue Trendmarken etablieren, wie von Frau Luczak-Schwarz immer wieder wie ein Mantra wiederholt, nichts bewegen lässt. Schon gar kein neues Lebenselixier. Man muss nur die Meinungen der Leser sehen. Das Geld für ein Gutachten hätte sich die Stadt sparen können. Jedes Jahr das gleiche: im Mai ist immer der Einzelhandel dran. Jedes Jahr bedarf die Situation der dringenden Verbesserung.. Dachte die Imagekampagnen sind so erfolgreich? Die Realität spricht oft eine andere Sprache. Ich meine, das Kind ist in den Brunnen gefallen. Soviel Ramsch, Billigläden wie in Karlsruhe vom Mühlburger Tor bis zum Kronenplatz, und das durchgängig, gibt es nirgends mehr... Was liegt näher, als zu türmen? Mannheim und Stuttgart freut es, wenn kaufkräftiges Klientel in diese Städte kommt.
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  •   teflon
    (2676 Beiträge)

    11.05.2018 11:32 Uhr
    Absolut die korrekte Schlussfolgerung,
    die daraus gezogen werden muss. Meine Familie und ich gehen zum Grosseinkauf auch nicht mehr nach KHE Innenstadt , da es im Umland (zB Wörth Maximiliancenter, uvm) mehr als genug gut erreichbare Alternativen gibt.
    Noch 2 -3 Jahre konzeptloser Baustellenmurks , Verkehrsbehinderungen mit weiteren Parkmöglichkeitsreduktionen, einem unzuverlässigem & immer teurer werdenden ÖNV und danach ists mit der verbleibenden Restattraktivität der Innenstadt so oder so vorbei - es gibt zu "tot" keine weitere Steigerungsform.
    Mentrup ist einfach nur ein substanzloser Dampfplauderer, der sich in fiktiven & unrealistschen Konzepten ergeht und der aus dem sicherlich schweren Fenrich-Erbe nichts macht- es wird eher alles noch schlechter. Ich habe das Gefühl, dass man im Rathaus die Realität nach Möglichkeit vollständig ignoriert und es mit M.Antoinette hält :"„Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.".
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  •   KA300
    (91 Beiträge)

    09.05.2018 22:54 Uhr
    Einzelhandel
    Originalzitat von Dr. Frank Mentrup im Weihnachtschreiben aus Dezember 2017:
    Unter anderem steht da zu lesen: Karlsruhe hat keine wirklichen Schwachpunkte aufzuweisen. Der ganze Artikel behandelt Karlsruhe als das Non-plus-Ultra. Ohne Blick und Bezug zur Realität. Alles super, alles richtig gemacht, alles perfekt. Fraunhofer, Wirtschaftsforen und Dr. Mentrup selbst voll des Lobes.. was soll ich da noch sagen gegen so viel Blindheit gegenüber der traurigen Tatsache , die hier alle Leser und Schreiber zu Papier bringen? Es ist wie es ist: Karlsruhe kämpft einen verlorenen Kamp gegen die bereits seit langen Jahren existierende Bedeutungslosigkeit und dümpelt, mit der Billigung der Verwaltung, in seinem beschaulichen Dasein dahin. Ich fahre schon seit langen Jahren nach Mannheim, Frankfurt und Strassbourg zum einkaufen. Gruss an Dr. Mentrup.
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  •   melotronix
    (2845 Beiträge)

    09.05.2018 11:02 Uhr
    ha....
    ...aufwachen....ne...das hat man jetzt auch schon erkannt? Reichlich spät. Zu spät. Das Kind ist schon längst in den Brunnen gefallen!
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  •   oststaedtler
    (263 Beiträge)

    08.05.2018 17:13 Uhr
    Aufenthaltsqualität und Miethöhen
    Aus meiner Sicht liegt das Problem definitv an der stark verschlechterten Aufenthaltsqualität und den teilweise horrenden Ladenmieten, die in der Innenstadt verlangt werden. Zusätzlich zur Konkurrenz im Internet.
    Die schlechte Aufenthaltsqualität liegt nicht nur an den Baustellen, sondern an der allgemeinen Verwahrlosung der Innenstadt. Überall liegt Müll rum, Fassaden sind verschmiert mit Graffitis, ansonsten Betonwüste. Wer das als "Berliner Charme" bezeichnet, soll bitte nach Berlin ziehen. Wenn man mehr auf Sauberkeit achten würde, Fassaden renovieren oder sonstwie schöner herrichten und dazu noch mehr Begrünung in der Innenstadt, das würde definitiv was bringen, bspw. in der Kaiserpassage. Dann vielleicht auch eine Mietpreisdeckelung, was Ladenmieten betrifft oder die Mieten mit dem Umsatz des jeweiligen Ladens koppeln oder so. Ich habe mit Ladenbesitzern, die aufgegeben haben, über Gründe gesprochen. Ergebnis: zu hohe Mieten und zu wenig Laufkundschaft.
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    09.05.2018 08:41 Uhr
    Was den Müll angeht
    dagegen kann die Stadt was unternehmen.
    Gegen alles andere nicht.
    Fassaden zu renovieren bzw. von Graffitis befreien ist Aufgabe der jeweiligen Hauseigentümer.
    Genau sowenig kann die Stadt vorschreiben, wie hoch die Ladenmieten zu sein haben.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.05.2018 10:27 Uhr
    Die Eigentümer
    WOLLEN ja vermieten. Und die Stadt hat ebenfalls ein Interesse daran. Es geht hier nicht um Vorschriften, sondern darum, dass man miteinander redet. Hier haben beide Parteien das gleiche Interesse.
    Und das ist auch nichts Besonderes, sondern sollte eigentlich Alltagsarbeit sein.
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    09.05.2018 15:53 Uhr
    Es stimmt zwar
    das die meisten Eigentümer ihre Läden nicht freiwillig leer stehen lassen.
    Aber wie soll die Stadt dabei helfen, die betätigt sich nicht als Makler und sucht neue Mieter. Die könnte höchstens daran appellieren, von evtl. Interessenten keine horrenden Mieten zu verlangen. Aber auf die Idee könnten die Eigentümer auch selber kommen.
    Fragt sich sowieso, ob es überhaupt Interessenten gibt. Läden mit relativ kleiner Verkaufsfläche lassen sich heutzutage kaum noch rentabel betreiben.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    10.05.2018 11:58 Uhr
    Einer muss
    halt mal den Teufelskreis aufbrechen. natürlich sucht die Stadt keine Mieter. Aber ich hatte noch nie einen Laden, weiss nicht wie da die Modalitäten sind. Aber es kann ja nicht jeder machen was er grad will, so ein Laden muss doch irgendwie genehmigt werden. Hier hat man doch sicher Steuerungspotenzial seitens der Stadt.
    Und kleine Läden lassen sich nicht mehr betreiben, weil sie mit den Ketten und Kruschtläden nicht konkurrieren können. Also muss man die einen fördern und die anderen bremsen.
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