Karlsruhe Größtmögliche Nachhaltigkeit: Am KIT entsteht eine neue Ideenschmiede

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird eine Ideenschmiede für industrielle Ressourcenstrategien errichtet. Das beschloss der Ministerrat am Dienstag gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft.

Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

Der deutschlandweite einzigartige sogenannte Think Tank, der Impulse in Rohstoff- und Ressourceneffizienzfragen geben, Wege aufzeigen und Trends erkennen soll, ist zunächst auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt. Die Kosten von zwei Millionen Euro im Jahr sollen sich das Land Baden-Württemberg und die Industrie teilen. Verortet wird der Think Tank am KIT.

Professor Thomas Hirth, Vizepräsident für Innovation und Internationales, ist der Sprecher des Think Tank. Ein Projektbeirat berät über die strategischen Themen und zu bearbeitenden Fragestellungen des Think Tank.

National und international ein Aushängeschild

"Wir wollen Baden-Württemberg damit zur internationalen Nummer eins bei Ressourceneffizienz und Umwelttechnologien machen", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der Think Tank solle national und international ein Aushängeschild dafür werden, dass "Made in Baden-Württemberg" nicht nur für höchste Qualität und bestmögliche Technik stehe, sondern auch für größtmögliche Nachhaltigkeit.

Davon profitieren die Umwelt und das Klima, außerdem stecke darin eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. "Er berät Politik und Wirtschaft auf wissenschaftlicher Basis und soll gewissermaßen ein Lotse in die Zukunft sein", so der Ministerpräsident.

Beitrag zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen

"Für Baden-Württemberg als rohstoffarmes Land mit einem hohen Anteil industrieller Wertschöpfung ist der sparsame Umgang mit Rohstoffen und die Rückgewinnung von Ressourcen aus Abfällen eine umwelt- und wirtschaftsstrategische Kernfrage", sagte Umweltminister Franz Untersteller. "Wir sind davon überzeugt: Wir können produktiv und nachhaltig sein." Ein möglichst sparsamer und effizienter Umgang mit den begrenzten natürlichen Ressourcen und Rohstoffen mache den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg unabhängiger von Rohstoffimporten sowie von geopolitischen Krisen.

"Unsere Unternehmen bekommen damit mehr Einfluss auf den größten Kostenfaktor im Produktionsprozess, die Materialkosten. Gleichzeitig leisten sie einen ganz wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen, denn die Rohstoffgewinnung ist mit umfangreichen Eingriffen in die Natur und Umwelt verbunden", so Untersteller. Um den zunehmenden Rohstoffhunger gerade bei metallischen Rohstoffen zu stillen, müsse in ökologisch immer sensiblere Gebiete eingedrungen werden.

Sichere Rohstoffversorgung ist Aufgabe ersten Ranges

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte: "Der High-Tech Produktionsstandort Baden-Württemberg ist in entscheidender Weise auf die ständige Verfügbarkeit unterschiedlichster Rohstoffe zu angemessenen Preisen angewiesen." Eine sichere Rohstoffversorgung sei damit eine wirtschaftspolitische Aufgabe ersten Ranges.

"Während außenwirtschaftliche Maßnahmen im Rohstoffbereich vor allem auf europäischer und auf Bundesebene behandelt werden, wollen wir uns in Baden-Württemberg auf unsere Stärken und Kernkompetenzen besinnen. Diese liegen zweifelsohne vor allem im Bereich Innovation und Technologietransfer", so Hoffmeister-Kraut weiter.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Sie sind der Erste, der einen Kommentar schreibt – vielen Dank!
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben