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Mannheim/Karlsruhe Flüchtlinge sollen Engpass bei Lokführern verringern: AVG bildet vier Personen aus

In einem bundesweit einzigartigen Projekt werden in Baden-Württemberg Flüchtlinge zu Lokführern ausgebildet. Sie sollen die Personalnot der Eisenbahn-Verkehrsunternehmen lindern helfen. Nach Schätzungen fehlen derzeit mehrere Tausend Lokführer in Deutschland. Die ersten 15 Flüchtlinge im Alter von 22 bis 36 Jahren haben in Mannheim ihre einjährige Ausbildung zum Triebwagenführer begonnen.

Ein vom Land finanzierter Integrationscoach soll ihnen bei Verständigungsproblemen und Behördengängen helfen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte am Mittwoch in Mannheim: "Wir haben ein Problem: Jeder vierte Zug fällt aus oder kommt zu spät, weil ein Lokführer ausfällt."

Weiter betonte Hermann: "Lokführer kann man nicht auf dem Markt kaufen." Es brauche einen Puffer. Deshalb baue das Land einen Lokführerpool auf, aus dem Unternehmen Personal ausleihen dürfen. Das sei aber teuer und enthebe die Eisenbahn-Unternehmen nicht der Verantwortung für die Ausbildung.

Vier Auszubildende bei der AVG

Innerhalb des Ausbildungsclusters Karlsruhe/Mannheim konnten die ersten 15 Geflüchteten Anfang Oktober ihren Qualifizierungskurs beginnen. Der Qualifizierungscluster setzt sich aus den Nahverkehrsunternehmen Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Abellio, Go-Ahead, MEV zusammen und wird vom baden-württembergischen Verkehrsministerium und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit begleitet.

Die 15 Teilnehmer des Qualifizierungskurses verteilen sich wie folgt auf die Unternehmen: Die AVG bildet insgesamt sechs Geflüchtete aus, Go-Ahead und MEV steuern jeweils vier Auszubildende zu dem Kurs bei. Von Seiten des Nahverkehrsunternehmens Abellio wurde ein Flüchtling gemeldet.

Das mehr als eine Million Euro teure Modellprojekt war vom Land gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden. Es hat zum Ziel, dem Personalmangel in der Bahnbranche zu begegnen und gleichzeitig Menschen mit Fluchterfahrung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren.

 

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Kommentare (21)
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  •   malerdoerfler
    (5843 Beiträge)

    31.10.2019 19:25 Uhr
    Ausbildungszeit nur 1 Jahr?
    Ich dachte immer 3 Jahre sind hier angesetzt.
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  •   mueck
    (11045 Beiträge)

    31.10.2019 21:42 Uhr
    !
    Wer "Eisenbahner im Betriebsdienst" werden will, die neben Lokführer auch andere Berufe eröffnet, braucht eine dreij. Ausbildung. Der "einfache" Eisenbahnfahrzeugführerschein Klasse 3 (Streckendienst) braucht idR nur 7-9 Monate, einfacher Rangierer noch kürzer ... Über die 7-9 Monate war hier im Zusammenhang mit dem Lokführermangel auch schon öfters zu lesen. Die Differenz zum 1 Jahr hier wird wohl den Sprachproblemen geschuldet sein.
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  •   ramius
    (188 Beiträge)

    31.10.2019 14:17 Uhr
    Wieso
    bildet man nur 15 Lehrlinge aus? Laut dem Artikel fehlen mehrere tausend Lokführer. Da müsste man doch wesentlich mehr Lokführer ausbilden (mehrere Hunderte pro Jahr).
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  •   malerdoerfler
    (5843 Beiträge)

    31.10.2019 19:24 Uhr
    Das verstehe ich auch nicht....
    .....und der Artikel scheint da keine zufriedenstellende Antwort drauf zu geben.

    Es muss doch noch einige Leute geben, die momentan noch ohne geregelte Arbeit sind.
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  •   mueck
    (11045 Beiträge)

    31.10.2019 21:46 Uhr
    !
    Mit "In einem bundesweit einzigartigen Projekt" beginnt der Artikel, das Programm wird also erst mal neu aufgebaut und getestet, bevor man richtig damit loslegen kann mit 'nem ganzen großen Rudel an Leuten ...
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  •   myopinions
    (994 Beiträge)

    31.10.2019 13:59 Uhr
    .................und sind sie dann für
    viel Geld ausgebildet, wird der Asylantrag abgelehnt, gibt es kein Bleiberecht, keine Aufenthaltsgenehmigung, oder was auch immer.

    Dann werden sie zurückgeschickt. Hoch lebe die deutsche Bürokratie!
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  •   andip
    (9880 Beiträge)

    31.10.2019 16:01 Uhr
    Wo steht da was
    dass deren Asylanträge noch am laufen sind?
    Da ist nur die Rede von Flüchtlingen/Geflüchteten.
    So viel ich weiss, dürfen Asylbewerber gar nicht arbeiten, so lange noch nicht über deren Antrag entschieden wurde.
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  •   mueck
    (11045 Beiträge)

    31.10.2019 21:51 Uhr
    !
    Eben. Das soll die
    - die Wirtschaftsflüchtlinge vergrämen und
    - die Bruddler bedienen, die meinen, die liegen ja nur auf der faulen Haut ...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11483 Beiträge)

    31.10.2019 14:14 Uhr
    die fahren dann eben
    auf der Bagdadbahn. Gelernt ist gelernt!
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  •   Ökovisor
    (15 Beiträge)

    31.10.2019 13:01 Uhr
    Auslaufmodell
    Wer braucht in Zukunft noch Lokführer oder Triebwagenführer? Seit längerem spricht man vom autonomen Fahren. Viel einfacher als Pkw's oder Lkw's kann man Schienenfahrzeuge autonom fahren lassen. Also wird es sehr bald keinen Mangel an Triebwagenfahrern mehr geben.
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