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Karlsruhe Es bläst zu wenig in Karlsruhe: Stadtwerke kaufen "Wind" für 3.000 Haushalte

Karlsruhe geht den nächsten Schritt bei der Energiewende: Die Stadtwerke Karlsruhe beteiligen sich mit einer Million Euro an den Windparks der Frankfurter Gesellschaft Windpool. Zirka drei Megawatt Leistung sichern sich die Stadtwerke und können damit rund 3.000 Haushalte pro Jahr versorgen. "Karlsruhe macht Wind", sagte Margret Mergen, Erste Bürgermeisterin Karlsruhes, bei der Vertragsunterzeichnung. "Aber nicht alleine" - deshalb wird die Windenergie aus anderen Teilen Deutschlands eingekauft.

"Karlsruhe ist mit Sonne gesegnet, aber nicht mit Wind", bekräftigte Karl Roth, Geschäftsführer der Stadtwerke. "Deshalb fällt heute der Startschuss bei den Stadtwerken für die Gewinnung regenerativer Energien durch Wind." Um dem Ziel "50 Megawatt Leistung durch Windkraft bis zum Jahr 2020" näher zu kommen, wurde am Mittwoch der Kauf von drei Megawatt unter Dach und Fach gebracht. Damit sollen rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr für 3.000 Haushalte erzeugt werden. Die Stadtwerke haben sich die Beteiligung an der Gesellschaft Windpool eine Million Euro kosten lassen.

Energiewende: "Karlsruhe ist gut dabei" - aber muss nachlegen

"In Karlsruhe gibt es keine guten Bedingungen, um Windenergie zu gewinnen", bedauerte auch Mergen. "Wir wollen die Energiewende aber aktiv angehen, und deshalb haben wir geschaut, wer außerhalb Karlsruhes Windkraft generiert." Denn wie die Bundes- und Landesregierung hat auch die Stadt Karlsruhe ein ambitioniertes Klimakonzept, das eingehalten werden will. Mit der "2-2-2-Formel" soll bis 2020 Stromerzeugung durch regenerative Energien verdoppelt werden. Der Energieverbrauch und der CO2-Austoß sollen jährlich um zwei Prozent reduziert werden.

"Karlsruhe ist gut dabei", zeigte sich Mergen optimistisch. Aber die Stadt müsse noch einiges zulegen. Roth sprach von einem riesigen Potential der Windkraft, das es zu nutzen gelte. Um bei den Investitionen und der Versorgung auf sicheren Beinen zu stehen, sollen je 25 Megawatt aus sogenannten Onshore-Anlagen und Offshore-Anlagen gewonnen werden. Die ersten drei Megawatt kommen nun aus Onshore-Anlagen - Windparks, die an Land gebaut wurden. Diese Art der Energiegewinnung sei derzeit sicherer, so Mergen und Roth weiter.

Zu wenig Wind: Stadtwerke kaufen Wind aus anderen Teilen Deutschlands

Die risikoreichere Variante mit Windparks im Meer soll aber auch in den nächsten Jahren mit einer Leistung von 6,5 Megawatt für Karlsruhe folgen. "Für den Windpark Baltic II haben sich die Stadtwerke bereits beworben", sagte Roth. Wie Mergen ergänzte, würden hierfür Kosten von 14 Millionen Euro erwartet, da durch Offshore-Anlagen mehr Energie regeneriert werden könnte. Die Beteiligung an den sieben Windparks der Windpool-Gesellschaft, die aktuell 13 Windräder betreibt, ist nach Mergen und Roth der aktuell schnellste und sicherste Weg um durch Wind Energie zu gewinnen.

"Windernergie ist die bedeutenste regenerative Energiequelle mit einer erprobten Technik, angemessenen Erträgen und günstigen Voraussetzungen", so Roth. In der Fächerstadt allerdings herrschen keine guten Voraussetzungen für die Energiegewinnung durch Wind. "In Karlsruhe weht der Wind mit durchschnittlich 2,5 bis 3 Metern pro Sekunde. Für die Energiegewinnung müsste er mit mindestens sechs Metern pro Sekunde wehen - eher mit mehr", bedauert indes die Erste Bürgermeisterin. Lediglich die Windräder im Rheinhafen und auf dem Energieberg bilden hier eine Ausnahme.

Nach Informationen des Geschäftsführers der Stadtwerke beträgt die Windenergie in Karlsruhe derzeit 26 Prozent - Ziel sind 50 Prozent. "Durch den Einkauf der drei Megawatt Leistung für eine Million Euro steigt die Prozentzahl auf 26,5 Prozent." Die Beteiligung der Stadtwerke kann bei positiven Erfahrungen jederzeit erhöht werden.

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  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    27.07.2012 17:36 Uhr
    Stadtwerke
    betrügt, wenn dass so wäre, ab zum Staatsanwalt.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    27.07.2012 14:38 Uhr
    Karlsruhe
    macht Wind.

    Na alla, da ist er doch, der ersehnte Slogan. grinsen
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    27.07.2012 14:47 Uhr
    Genau
    Karlsruhe macht viel Wind um Nichts!

    Wir haben den neue Slogan, bekomme ich jetzt auch ein paar tazusend Euro?
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    27.07.2012 14:40 Uhr
    Im Moment...
    eher heiße Luft...
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  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    27.07.2012 13:18 Uhr
    Erneuerbare Energie alles Lüge !
    Diese Erneuerbaren Energien sind nur "ZUFALLS-Stromlieferenaten" und deren Effizienz künstlich hoch gerechnet.

    Aber der Dumme Bürger glaubt diesen Hochrechnungs - Zufalls Mist gerne weil es ist ja so SAUBER !!

    Solange man diese Energie nicht konstant mittels Speicherung bei Überschuss, und diesen Überschuss dann bei Windstille aktiveren kann, ist dieser Mist eine Energiegewinnungsform die Unterstützen kann , aber NIE anderer Formen wie sie aktuell vorhanden sind ersetzten wird.

    Aber Träumen kann man IMMER.

    Eigentlich müsste dies Art der Stromerzeugung kostenlos sein, weil was nicht konstant geliefert wird kann auch keinen konstanten Preis haben !!
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    27.07.2012 14:15 Uhr
    nö...
    Die alten Monopolisten und ihre Helfeshelfer, wie die Karlsruher Stadtwerke, rechnen Ökostrom besonders schön. Denn nur dann können sie ihre minimalistischen Investitionen schönrechnen...
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  • unbekannt
    (110 Beiträge)

    27.07.2012 10:57 Uhr
    Rechnung
    Wenn ich das richtig lese kaufen die Stadtwerke KA 3 MW Windkraft, die 7 Mio kwh Strom im Jahr erzeugen. Dies trägt dazu bei, dass der Anteil der Windenergie zur Stromenergieerzeugung um 0,5 % steigt. Der Spaß ist für 1 Mio EUR zu haben. Das bedeutet für 200 Mio EUR kann man 100% für KA erzeugen.
    Nur komisch, dass die großen Energieversorger für 3 MW Leistung Kohlekraft gut 4,5 Mio EUR hinlegen müssen.
    Irgendwas stimmt an der Aussage der Stadtwerke nicht.
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  •   ramius
    (193 Beiträge)

    27.07.2012 13:00 Uhr
    Das Problem ist
    doch, dass der Strom aus dem Windrad nur dann zur Verfügung steht, wenn es entsprechend Wind hat. Wenn der Wind nicht weht, steht auch kein Strom zur Verfügung.

    Bei dem Strom aus der Kohle kann man das wesentlich besser steuern. Sprich wenn Strom benötigt wird, schmeisst man eben Kohle in den Ofen. Dies geht bei der Windernergie nicht.
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  • unbekannt
    (110 Beiträge)

    27.07.2012 13:29 Uhr
    Also: Stadtwerke sagen nicht Wahrheit
    Mit 3 MW Windkraft kann man also keine 3000 Haushalte zuverlässig versorgen. Das wird fast immer unterschlagen.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    27.07.2012 10:59 Uhr
    Das ist höhere Mathematik...
    das versteht der gemeine Bürger nicht. Soll er auch nicht...
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