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Karlsruhe Erneuerbare Energie: Hier könnten rund um Karlsruhe Windräder entstehen

An zwei Stellen in Karlsruhe wird der Wind bereits zur Energieerzeugung genutzt. In naher Zukunft könnten im Landkreis noch vier weitere Flächen folgen. Mit Zustimmung der Stadträte soll Karlsruhe für einen entsprechenden Teil-Flächennutzungsplan vom Nachbarschaftsverband Karlsruhe stimmen.

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Windräder stehen derzeit im Bereich des Energiebergs im Karlsruher Westen. Seit diesem Jahr findet man dort zudem ein weiteres Windrad auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts in Grötzingen. Hier soll zu Forschungszwecken Strom erzeugt werden. Geht es nach dem aktuellen Teil-Flächennutzungsplan, werden das fürs Erste alle Windräder in der Fächerstadt bleiben. Neue Anlagen könnten allerdings in der Region entstehen. 

Neue Windräder im zweiten Anlauf 

Der aktuelle Plan ist bereits der zweite Anlauf des Nachbarschaftsverbands, dem auch die Stadt Karlsruhe angehört. Eine erste öffentliche Auslegung war am Regierungspräsidium Karlsruhe gescheitert. So sei der Windenergie in der Region im ersten Entwurf, welcher nur die Fläche in der Gemeinde Karlsbad vorgesehen habe, kein ausreichender Raum beigemessen worden, lautete die Kritik. 

Jetzt hat der Nachbarschaft im neuen Entwurf drei weitere Bereiche als "Konzentrationsflächen Windenergie" ausgezeichnet. Zu diesem Entschluss kamen die Verantwortlichen laut Beschlussvorlage der Stadt nach der "schrittweisen Abschichtung dieser Suchkulisse gemäß den 'harten' und 'weichen' Kriterien". Im Plan ist nun jeweils eine Fläche in Rheinstetten (Stiftäcker), Ettlingen (Kreuzelberg), Karlsbad (Hagbuckel) und Weingarten (Kirchberg) für den Bau neuer Windräder vorgesehen. Bei seiner kommenden Sitzung muss der Gemeinderat dann entscheiden, welche Haltung die Stadt als Teil des Nachbarverbands einnimmt. 

Doch es gibt auch ein Problem: Im Bereich des Kreuzelbergs in Ettlingen hat die Prüfung laut Stadtverwaltung "ein sehr hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial für den Rotmilan" ermittelt. Weiter resultiere aus dem "gutachterlich festgestellten signifikant erhöhten Tötungsrisiko, das hier durch Vermeidungsmaßnahmen nicht gemildert werden kann."

Der Nachbarschaftsverband plant aber nicht, den Kreuzelsberg aus seinen Planungen zu streichen. Es sei nicht möglich, die Fläche wieder aus dem Nutzungsplan zu streichen, heißt es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Ausweisung von Flächen für die Windenergie sei laut Regionalplan zwingend erforderlich. Stattdessen hat der Verband bei der zuständigen Naturschutzbehörde eine sogenannte "Ausweisung zur objektiven Ausnahmelage beantragt." 

Der Nachbarschaftsverband Karlsruhe trifft sich am 22. Mai zu seiner Versammlung. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wird dort Oberbürgermeister Mentrup für den Teil-Flächennutzungsplan stimmen und somit eine öffentliche Auslegung in die Wege leiten. Die weiteren Schritte, wann also Windkraftanlagen entstehen könnten, sind derzeit noch nicht bekannt.

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Kommentare (5)
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  •   Pilsi57
    (161 Beiträge)

    20.04.2017 19:10 Uhr
    Wenn ich an dem "Energiehügel" am Rheinhafen
    vorbeifahre, steht mindestens ein Windrad immer. Der Nutzen von Windkraft ist hier in der Gegend sehr bescheiden. Wann endlich begreift man, dass dies mehr etwas Offshore Windparks and den Küsten ist, wo beständiger Wind weht, und nicht die Landschaft verschandelt wird.
    Bei längeren Inversionswetterlagen, die wir im letzten Winter hatten, geht nämlich gar nichts, und bei Solareinergie sehr wenig. Also muss man konventionelle Kraftwerke vorhalten, und das kostet. Bezahlen tut es letztendlich der Endkunde.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    20.04.2017 23:27 Uhr
    Das kapieren
    die Leute nie, dass die Grundlast nur durch konventionelle Kraftwerke (Kohle und Gas und momentan auch noch Atom) gedeckt werden kann. Die müssen natürlich ständig laufen, denn da kann man nicht einfach auf einen Schalter drücken und sie sind aus.
    Aber sie sind eben auch immer zuverlässig da, das kann man weder von Sonne noch von Wind behaupten.

    Aber ist doch schön wenn auf noch das letzte Äckerchen sein eigenes Windrad hat. Fügt sich ungeheuer harmonisch in das Landschaftsbild ein. Und dann verrecken sie noch die ganze Zeit...und bei wenig und keinem Wind leisten sie nichts und bei starkem Wind muss man sie blockieren, dass es sie nicht zerreisst.

    Der ist gut, abgesehen von den Vogel

    Gibt noch einige, überschneiden sich aber.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9709 Beiträge)

    20.04.2017 18:13 Uhr
    Windräder verschandeln die Gegend,
    sind beim Aufstellen für beträchlichen Flurschaden verantwortlich

    und sind die Feinde der Fledermäuse!

    Stellen wir sie einfach bei anderen Leute auf...
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    20.04.2017 23:10 Uhr
    Kannst ja
    mal vesuchen in Malsch eins aufzustellen....
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9709 Beiträge)

    20.04.2017 18:15 Uhr
    p.s.: im Wattenmeer gibt's
    keine Fledermäuse und Stromkabel kann man auch unterirdisch (in U-Bahntunneln) verlegen.
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