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Karlsruhe Erfolg für App-Macher: 20 Millionen Euro Fördergelder für Einzelhandel-Projekt "kauft lokal"

20 Millionen Euro Fördergelder gibt es für die "kauft lokal"-App des Businessclub Connexxtion. Die Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft unterstützt die Teilnahmegebühren der Einkaufspartnerschaften lokaler Geschäfte für ein Jahr. Um das Geld zu erhalten, muss die jeweilige Stadt einen Förderantrag stellen.

"Ihr kauft lokal - wir spenden" ist der Slogan des Projekts von Marc Eisinger und Daniel Tomovski. Eisinger ist Gründer und Initiator des Netzwerks "Businessclub Connexxtion". Daniel Tomovski kam zum Start des "kauft lokal"-Projekts hinzu und betreut als "Lokal-Lobbyist" die Region Karlsruhe.

Mit der App "kauft lokal" können Kunden einen Teil ihres Kaufpreises an lokale Vereine spenden lassen. Das Charity-Shopping soll einen Anreiz setzen, den Umsatz in der eigenen Stadt zu lassen und damit die Vielfalt des Einzelhandels in Innenstädten zu fördern. Gestartet ist die App in Achern, seit Oktober 2018 gibt es das Projekt auch in Karlsruhe - seit März 2019 die dazugehörige App.

"Unsere Städte sterben aus"

"Unsere Städte sterben langsam aber sicher aus und es ist allerhöchste Zeit, den Handel vor Ort aktiv mit Innovationen zur Belebung der Innenstädte zu unterstützen", so Matthias Kant, Geschäftsführer der Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft mbH aus Krefeld in einer entsprechenden Pressemeldung. "Wir sind nach eingehender Prüfung davon überzeugt, dass das Gesamtkonzept 'Ihr kauft lokal – wir spenden' des Businessclub Connexxtion ein wichtiges Instrument ist, genau dies zu tun."

Mit ihrer Förderung bezuschusst die Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft die Teilnahmegebühren der Einkaufspartnerschaften lokaler Firmen/Geschäfte für ein Jahr mit monatlich netto dreißig Euro pro Einkaufspartner und für weitere vier Jahre mit monatlich netto zwölf Euro pro Einkaufspartner.

Städte müssen Förderantrag stellen

"Durch diese Förderung", so Marc Eisinger, "können die Initiatoren das Konzept als Einkaufspartner ohne großen finanziellen Aufwand testen. Wir sind sehr froh und stolz, die Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft als Förderpartner in dieser frühen Phase mit 'an Bord' zu haben."

Den Förderantrag kann nur die jeweilige Stadt direkt bei der Deutschen Stadtmarketing Gesellschaft stellen. "Damit wollen wir sicherstellen, dass die Umsetzung dieses Konzepts in den Städten auch von den lokalen Stadtmarketingorganen mitgetragen wird", so Matthias Kant, "denn nur wenn das örtliche Stadtmarketing dieses Konzept gemeinsam mit dem Businessclub umsetzt, sind wir vom Erfolg dieses Konzepts im Einzelfall überzeugt. Wir werden für diese Förderung bis zu 20 Millionen. Euro in den nächsten Jahren bereitstellen."

Man befinde sich in entsprechenden Gesprächen mit der Stadt, um die Fördergelder zu beantragen, heißt es vonseiten der "kauft lokal"-Verantwortlichen gegenüber ka-news.de.

So funktioniert "kauft-lokal"

Während Amazon 0,5 Prozent des Umsatzes spendet, legen bei "kauft-lokal" die teilnehmenden Händler selbst die Prozentzahl fest - entscheidend sind dabei unter anderem die Größe des Geschäfts und die Gewinnmargen. In der App wird abschließend kommuniziert, wie viel für den Verein gespendet worden ist und von welchen Einkaufspartnern es das meiste Geld gab.

Der Kunde entscheidet nach dem Kauf in der App, an welchen Verein gespendet werden soll. Dazu fotografiert er den Kassenbon oder die Rechnung, gibt den getätigten Einkauf an und wählt die Einrichtung seiner Wahl aus, an die gespendet werden soll.

In der Datenbank von "kauft-lokal" werden die Spendeneinkäufe aller Verbraucher addiert und der jeweilige Einkaufspartner überweist einmal im Geschäftsjahr einen Gesamtbetrag an den Verein. Abgewickelt wird das zwischen den Vereinen und den Händlern direkt, "kauft-lokal" agiert als Kontrollmechanismus.

Damit ein Verein aufgenommen werden kann, muss er bestätigen, dass er gemeinnützig ist und innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Spende die entsprechende Quittung ausfüllen. 

"kauft-lokal" informiert regelmäßig über ihre Aktivitäten: Die nächste Veranstaltung ist voraussichtlich am 21. Oktober. Der Ort wird  noch bekannt gegeben. Mehr unter www.kauft-lokal.de 

ka-news.de ist offizieller Medienpartner von "kauft-lokal".

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Kommentare (23)
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  •   KA300
    (96 Beiträge)

    17.09.2019 07:23 Uhr
    Einzelhandelprojekt
    Ehrlich gesagt, habe ich den Artikel von Anfang nicht richtig verstanden. Mich reizt eine solche Aktion nicht im geringsten, in die Innenstadt von Karlsruhe zu gehen. Welch hanebüchene Idee.... ist das ein Lückenfüller von ka-news? Inhaltlich stürzt diese Redaktion immer mehr ab. Nichts bewegendes zu lesen, nichts kritisches, nichts dass einen nur annähernd weiter bringt. Keine Kritik, kein offener Dialog... Einfach nur der Handlanger einer eindimensionalen Stadtpolitik. Richtig, der Einzelhandel hat Probleme. Aber im Gegensatz zu anderen Städten ist es in Karlsruhe viel schlimmer, da grösstenteils hausgemacht. Ich bin immer noch der Meinung, auch den Einzelhandel kann die Stadtverwaltung steuern. Mit Billig, Billig vom Europa- bis zum Kronenplatz werden kaufkräftige Kunden wohl kaum angezogen. Die App wird es nicht ändern. Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen solche kruden Ideen, die den Handel auch nicht retten werden.
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  •   todi01
    (1096 Beiträge)

    15.09.2019 22:28 Uhr
    Recherche
    Also: Die Deutsche Stadtmarketing GmbH ist keine öffentliche Gesellschaft (wie der Name suggerieren soll). Der Geschäftsführer ist und war in diversen anderen Unternehmen tätig, in denen es um IT-Dienstleistungen für den kommunalen Bereich geht (https://kress.de/koepfe/kresskoepfe-detail/profil/20919-matthias-kant.html). Die "Förderung" besteht im zeitlich begrenzten Erlass von Nutzungsgebühren für Dienstleistungen von Unternehmen, mit denen der Geschäftsführer in enger Verbindung steht: https://www.deutsche-stadtmarketing.de/Stadtmarketing
    Die Kommune soll sich dafür zu Gegenleistungen verpflichten und u.a. als Türöffner agieren.

    Das ist ne ziemlich dubiose Nummer, die ka-news hier als "Medienpartner" begleitet. So sieht die Meldung woanders aus: https://regionimblick.de/lifestyle/aus-baden-f%C3%BCr-baden/1720
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  •   Deutsche-Stadtmarketing
    (2 Beiträge)

    17.09.2019 18:28 Uhr
    Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft
    Die Deutsche Stadtmarketing Gesellschaft ist seit 2008 Wegbereiter und Finanzdienstleister für Digitale Stadtmarketing Initiativen. Um solche Initiativen zu fördern, bietet die Deutsche Stadtmarketing sowohl technische Lösungen als auch finanzielle Hilfen und Fördermöglichkeiten für Maßnahmen im Bereich Online Marketing und Mobile Marketing für Städte, Gemeinden, Kreise und Regionen.

    Wir vermitteln, initiieren und fördern Public-Private-Partnerships, durch die Projekte im öffentlichen Bereich ermöglicht werden. Einer unserer Partner ist die pirobase imperia in Köln, mit deren Content-Management-System und mit deren Diensten öffentliche Websites wie berlin.de, nuernberg.de, bayern.de oder auch baden-baden.de realisiert wurden. Auch das fusionierte kommunale Rechenzentrum Baden-Württembergs, die ITEOS - Anstalt des öffentlichen Rechts in Stuttgart ist langjähriger Kunde unseres Partners pirobase imperia.

    Wenn solche Projekte eine finanzielle Förderung erfordern, können wir helfen.
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  •   todi01
    (1096 Beiträge)

    15.09.2019 22:35 Uhr
    ...
    Ich mache der Stadt hiermit ein ähnlich strukturiertes Angebot: Wenn mir die Stadt Gewerbetreibende bringt, die einen Vertrag für mein noch zu gründendes Shopping-Portal unterschreiben, unterstützt die von meinem Kumpel noch zu gründende "Öffizielle Deutsche Wirtschaftsförderung GmbH" diese Gewerbetreibenden durch Übernahme der monatlichen Gebühren von 9999 Euro (im ersten Jahr ganz, ab dem zweiten Jahr zur Hälfte) bis zu einer Gesamtsumme von 200 Mrd. Euro.
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  •   Deutsche-Stadtmarketing
    (2 Beiträge)

    17.09.2019 18:59 Uhr
    Förderung von kauft-lokal
    Deutsche Stadtmarketing hat entscheiden, das innovative Charity Shopping-Modell von kauft-lokal zu unterstützen. Dazu übernehmen wir ganz oder teilweise die regulären Mitgliedsbeiträge. Mit dem von Ihnen skizzierten Modell von fingierten Gebühren hat dies nichts zu tun.

    Durch unsere Förderung wird erreicht , dass die Initiative einen Anschub erhält, dafür stellen wir Geldmittel bereit, die mit 20 Mio. EUR kalkuliert und begrenzt sind. In unseren Projekte sind Refinanzierungen durch Verkauf von Online Marketing Leistungen an Unternehmen üblich, so auch hier. Es besteht aber keine - wie von Ihnen unterstellte - Kopplung der Finanzierung der Leistung von kauft-lokal an den Erwerb von (teilweise wiederum subventionierten) Leistungen der Deutschen Stadtmarketing für Unternehmen.

    Public-Private-Partnerships sind weit verbreitet und nutzbringend, so etwa Einnahmen für Städte durch digitale Webung von Ströer, die LKW-Maut, privat finanzierte Autobahnen oder eben das Portal berlin.de.
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  •   kauftlokal
    (9 Beiträge)

    17.09.2019 11:39 Uhr
    Nette Idee...
    ...nutzt nur nicht wirklich was, es sei denn die 9.999.- für Dein Onlineshopping-Portal übernimmt dann auch wirklich kein "Kumpel" - sonst hast Du den Gewerbetreibenden etwas verkauft, wofür diese offenbar nichts bezahlen müssen - zeimlich doofes Geschäftsmodell. Wo Du allerdings völlig recht hast: die Deutsche Stadtmarketing GmbH ist ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen, das Städte bei Digitalisierungsfragen unterstützt, die für die den Erfolg der örtlichen Unternehmen wichtig sind - es hat ja auch nie jemand behauptet, dass es sich bei dieser Förderung um einen öffentlichen Fördertopf der Bundesrepublik Deutschland oder der Europäischen Union handelt - was übrigens wiederum eher traurig ist, dass es Fördergeld für jeden Sch... aber nicht für den Erhalt der innerstädtischen Wirtschaft gibt - aber das ist ein anderes Thema...
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  •   kauftlokal
    (9 Beiträge)

    17.09.2019 11:41 Uhr
    Kein "Kumpel" = Dein "Kumpel"...
    ...sorry für den Fehlerteufel
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  •   kauftlokal
    (9 Beiträge)

    17.09.2019 11:38 Uhr
    Nette Idee...
    ...Die Deutsche Stadtmarketing GmbH finanziert unser Projekt, weil sie das Gesamtprojekt geprüft und für sehr gut bewertet hat. Dieses Gesamtkonzept sieht im ersten Schritt das Charity-Shopping auf lokaler Ebene vor, mit dem wir in Karlsruhe begonnen haben. In weiteren Schritten geht es dann um die Bildung eines lokalen Wirtschaftskreislaufes indem Kaufkraft örtlich gebunden wird. Und genau für diese weiteren Schritte haben wir die Förderung erhalten. Den ersten Schritt, also das Charity-Shopping auf lokaler Ebene finanzieren die Einkaufspartner unseres Projekt aus der eigenen Tasche.
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  •   teflon
    (2682 Beiträge)

    14.09.2019 13:41 Uhr
    Es wäre besser gewesen,
    diese 20 Mio gleich an die Vereine auszuschütten als es mit so einem sinnlosen Versuch zu verpulvern. Der Einzelhandel geht jetzt erst einmal bis zu einer Untergrenze zurück und wir danach wieder seine Renaissance unter veränderten Bedingungen erleben. Das war bisher in vielen Branchen so - allerdings wird der Onlinehandel der Eckpunkt sein, wo sich auch der Einzelhandel anders einklinken muss. Ich die Innenstadt nicht zum Einkaufen - genug gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten sind am Stadtrand und sonst gehts problemlos per Onlinebestellung - selbst wenn sich die Versandkosten verdoppeln würden, ist das in vielen Fällen noch günstiger & einfacher als jede andere Möglichkeit
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  •   citizentm
    (1329 Beiträge)

    14.09.2019 07:35 Uhr
    Das Forum hier ...
    ... ist der Beweis für mangelndes Textverständnis. Die App wird nicht mit 20 mio bewertet oder bekommt das Fördergeld. Allerdings ist der Text auch etwas schwammig. Am Ende wird dieses “Fördergeld” wohl nur zu einem Bruchteil abgerufen werden.

    Die Idee scheint kompliziert und ohne Zukunft - lokal kaufen aber ist ein wichtiges Konzept. Vielleicht können klügere Köpfe sich damit beschäftigen als diese Gründer.
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