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Karlsruhe Camping-Krise in Karlsruhe: Stadt schmettert Vorschlag für neuen Stellplatz ab

Wohnmobil-Tourismus wird immer beliebter - nur an Karlsruhe scheint der Trend vorüberzufahren. Der Grund: In der Fächerstadt gibt es keinen einzigen Campingplatz, noch nicht mal einen Stellplatz. Das kritisiert auch ka-Reporterin Ramona. Auch die Gemeinderatsfraktion der Grünen wendet sich nun mit neuen Plänen und Ideen an die Stadt - und stößt auf taube Ohren.

Wer in Karlsruhe Urlaub mit dem Wohnmobil machen will, der wird bitter enttäuscht. Der letzte Campingplatz ließ zum Saisonstart am 1. April 2018 seine Tore geschlossen. Und bis auf einige einfache Stellplätze am Yachthafen Maxau, allerdings ohne Wasser- oder Stromanschluss, ist die Lage für Camper aussichtslos. "Selbst Ettlingen schafft das, das muss man echt einmal loben", meint auch ka-Reporterin Ramona. "Aber Karlsruhe, eine Großstadt, schafft das nicht. Traurig, aber wahr!"

Wohnmobilstellplatz
Diese Camping-Idylle gibt es in Karlsruhe momentan nicht. (Symbolbild) | Bild: pixabay.com © chrmueller

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen will das ebenfalls nicht hinnehmen - und wendet sich mit einem Antrag an die Stadtverwaltung. Ihre Forderung: Zu prüfen, ob im Bereich des künftigen Fernbusterminals die so dringend benötigten Wohnmobil-Stellplätze mitsamt Anschlüssen angelegt werden könnten. 

Parkplatz am Hauptbahnhof
An der Fautenbruchstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs wurde ein Parkplatz eingerichtet. Langfristig soll an dieser Stelle ein neues Busterminal entstehen. | Bild: Sarah Ball

Stellplatz-Mangel besteht schon länger

Dass die nötig sind, zeigen die Planungen am Festplatz in Rüppurr: Sechs Stellplätze sollten dort gebaut werden, die Planungen wurden jedoch aufgrund zu hoher Kosten für die Anschaffung der benötigten Infrastruktur mittlerweile eingestellt.

Mehr Potenzial versprechen sich die Grünen daher nun vom Areal des zukünftigen Fernbusterminals an der Fautenbruchstraße. Positive Auswirkungen für das Projekt erwarten sie aufgrund der jeweiligen Infrastruktur, da diese viele Parallelen zu dem aufweist, was die Camper brauchen, wie Strom, Wasser und Abwasserableitungen. "Zudem sind die Mitbenutzung von Toiletten, Duschräumen und Kiosk des Busbahnhofs denkbar", so der Vorschlag an die Stadtverwaltung.

Für Camper besonders wichtig ist natürlich auch die Anbindung an Bus und Bahn sowie die Lage in Stadtnähe - beides Anforderungen, die laut Stadträte ebenfalls an der Fautenbruchstraße gewährleistet sind. Von den günstigen Voraussetzungen versprechen sich die Grünen "erhebliche Kosteneinsparungen gegenüber einem extra angelegten Wohnmobil-Stellplatz." 

Stadtverwaltung lehnt Antrag ab

Die Stadt Karlsruhe zeigte sich von den Vorschlägen der Gemeinderatsfraktion allerdings wenig begeistert - und erteilte den Stadträten eine Absage. Die Planungen sehen eine durchgehende Nutzung als Fernbusbahnhof vor, macht die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme klar.

Dazu gehören auch eine Überbauung mit geplantem Parkdeck sowie Büro- und Dienstleistungsnutzung. "Die Fläche wird dadurch nach heutiger Kenntnis vollständig in Anspruch genommen", erklärt die Stadt. "Eine parallele Nutzung als Wohnmobil-Stellplatz ist daher räumlich nicht möglich." 

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  •   Willnicht
    (107 Beiträge)

    19.07.2018 21:44 Uhr
    Warum einen Campingplatz
    wenn die Stadt durch den Baugrund sicherlich einen höheren Gewinn einfährt, als durch die Pacht. Bin mal gespannt an wen das Grundstück verkauft wird.
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  •   schmidmi
    (1057 Beiträge)

    22.07.2018 18:40 Uhr
    Sehr interessante Fragestellung
    !
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  •   Dorlacher
    (35 Beiträge)

    18.07.2018 14:28 Uhr
    Wie blöd.....
    ist denn eigentlich der Antrag der "Grünen"? Einen Stellplatz auf dem Busbahnhof zu beantragen, zwischen Güterzuggleisen, Südtangende, Ettlinger Allee und dann auch noch der Busbahnhof mit unzählig an- und abfahrenden Bussen und das Ganze dann wohl auch noch auf einer komplett geschlossenen Asphaltdecke. Da freut sich bestimmt jeder ankommende Gast, der in Karlsruhe mit seinem WOMO einmal übernachtet und danach für alle Zeiten nie wieder. Da stellt sich echt die Frage, welchen Gaul die "Grünen" mal wieder geritten haben. Nachdem man im GR über Jahre einen Stellplatz abgelehnt hat (allen voran genau diese "Grünen"), kommt nun aus heiterem Himmel genau aus dieser Ecke ein solcher Antrag mit einem indiskutablen Standortvorschlag, wo es doch in Rüppurr schon längst einen geben könnte.
    Danke, ihr lieben "Grünen". Ein weiterer Grund Euch Helden nächsten Jahr nicht zu wählen.
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  •   dipfele
    (4767 Beiträge)

    18.07.2018 21:02 Uhr
    Unverständlich ist auch.....
    … warum sich die lieben Grünen nicht mal bei ihren Kolleginnen und Kollegen in Durlach und bei der SPD informiert haben. Das Thema ist ja schon älter. Dann hätte sich diese Anfrage erübrigt. Den Durlacher Campingplatz gibt es noch, es war wieder mal die Bürokratie die einen Weiterbetrieb verhindert hat. Die Bremser sollten endlich mal in Regress genommen werden, denn der Stadt entgehen Einnahmen.
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  •   Dorlacher
    (35 Beiträge)

    19.07.2018 08:04 Uhr
    Marode und...
    ...baufällig sind die Gebäude auf dem Durlacher Campingplatz. Man spricht sogar von Einsturzgefahr. Zudem ist der Vertrag mit dem Pächter ausgefallen, der in den letzten Jahren kaum in die Anlage investiert hat. Derzeit soll der Platz neu verpachtet und die Gebäude neu gebaut werden. Besonders die sanitären Anlagen waren in keinem guten Zustand. Demnach hat die Stadt hier richtig gehandelt, den Vertrag mit dem bisherigen Pächter nicht zu verlängern und sich einen Neuen zu suchen. Hierzu die benötigten Gebäude zu sanieren oder gar neu zu bauen hat dann nichts mit Bürokratie zu tun, sondern vielmehr mit einer dringenden Notwendigkeit.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3059 Beiträge)

    21.07.2018 10:40 Uhr
    Sanierungskosten
    Wer ist denn der Eigentümer des Campingplatzes? Das ist doch wohl die Stadt, die diese Einrichtung verpachtet hat und dafür Pacht erhalten hat. Und wenn im Pachtvertrag nicht was anderes geregelt ist, dann ist doch der Eigentümer, der bisher auch Nutzen gezogen hat, für die Sanierung zuständig. Ober hat der Pächter nur das Grundstück gepachtet und die Einrichtungen auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung gebaut bzw. vom Vorgänger mit allen Verpflichtungen gekauft?
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  •   DonHasi
    (873 Beiträge)

    18.07.2018 07:33 Uhr
    Stellplatznachweis
    Die ganze Herausforderung dieser rollenden "Luxusklos" für Besserverdiener, würde sich von alleine erledigen, wenn diese in ihrem Heimatort einen echten Stellplatz nachweisen müssten. Ebenso wie am Zielort an dem die Reise voraussichtlich enden soll. Die meisten Stellplätze und Garagen werden doch als "Rumpelkammer" mißbraucht und der SUV samt Wohnmobil auf dem Radweg oder in der Feuerwehrzufahrt geparkt.
    "Nach mir die Sintflut"
    Es ist keinesfalls so, das ich jemand sein Hobby nicht gönne.
    Aber ich kann mir auch keinen Elefanten kaufen und darauf hoffen, das mir die Stadt die artgerechte Haltung und das Futter bezahlt
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  •   susi123
    (4 Beiträge)

    23.07.2018 09:20 Uhr
    so ein Unsinn
    Wie kann man nur so ein Unsinn schreiben.
    Diese Besitzer zahlen genau so Steuern und anderes wie normale PKW´s im Gegensatz zu Radfahrern, die sich oft sehr unmöglich bewegen und nix an die Allgemeinheitskasse zahlen. Da! gehören Kennzeichen dran.
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  •   giggls
    (277 Beiträge)

    26.07.2018 23:52 Uhr
    Blödsinniges Radfahrer bashing
    Zwar hier off-topic, ich möchte aber trotzdem widersprechen, weil Ihre Aussagen zum Radverkehr
    schlichtweg falsch sind.

    Der Beitrag von Radfahrern zur Volkswirtschaft ist positiv, während der von Autofahrern negativ ist.

    Quelle: http://www.adfc.de/17085_1
    Studie im Detail:
    http://www.vivavelo.org/fileadmin/inhalte/user_upload/Goessling_CBA_Auto-Fahrrad_0418.pdf
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  •   schmidmi
    (1057 Beiträge)

    22.07.2018 18:38 Uhr
    Es wäre ja auch toll
    wenn der Stellplatznachweis dann auch für Pkw gelten würde. Das würde die Parksituation in KA entscheidend verbessern. Und ja, ich habe für meinen PKW und mein Womöglich Stellplätze gemietet und nicht einfach im öffentlichen Raum abgestellt.
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