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Karlsruhe Beschaffung der Karlsruher Bahnen: Gemeinsame Bestellung soll Preis drücken

Mehrere internationale Verkehrsbetriebe wollen künftig gemeinsam Bahnen bestellen. So sollen günstigere Preise erwirkt werden. Die Leitung des Projekts liegt bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG)

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Das "Karlsruher Modell" beschreibt den Einsatz von Zweisystem-Fahrzeugen, die innerstädtisch als Straßenbahn unterwegs sind und in der Region als Eisenbahn fahren können. Um dieses Modell auch weiterhin wirtschaftlich halten zu können wurde die Projektgruppe "VDV TramTrain" gegründet. 

Möglich gemacht werden soll dies durch eine Großbestellung von Zweisystem-Stadtbahnfahrzeugen, anstatt mehrere Einzelaufträge durchzuführen. Eine stellvertretende Zulassung statt mehrerer einzelner Verfahren: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), Saarbahn Netz GmbH, Kasseler Verkehrs Gesellschaft mbH, Schiene Oberösterreich, die Erms-Neckar-Bahn und die Regionaltangente West (Frankfurt/Main) beabsichtigen, künftig gemeinsam sogenannte TramTrains bei einem einzigen Hersteller in Auftrag zu geben.

Vorhaben findet weitere Interessenten

Bis zu 300 dieser Züge könnten dabei als Großbestellung gekauft werden, was aufgrund des sinkenden Stückpreises Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich mit sich bringen würde. Weitere Verkehrsunternehmen hätten bereits ihr Interesse an der Teilnahme bekundet. Diese Unternehmen seien an der Einführung des "Karlsruher Modells" interessiert, da die Fahrzeuge durch eine gemeinsame Beschaffung für sie deutlich an Attraktivität gewinnen.

Individuelle Anforderungen an die Fahrzeuge, die zum Beispiel durch unterschiedliche Bahnsteighöhen in den verschiedenen Städten oder maximalen Achslasten entstehen würden, seien dank individuelle Anpassungen kein Hindernis. 

Serienauslieferung für 2024 geplant

Die Federführung des Projekts, das der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begleitet, liegt bei Thorsten Erlenkötter von der AVG. Er wolle in den kommenden Wochen mit der Erstellung eines Lastenhefts beginnen, das die Anforderungen an die Neufahrzeuge auflistet. "Idealerweise wollen wir im Herbst 2018 gemeinsam ausschreiben. Drei Jahre später soll dann das erste Fahrzeug ausgeliefert werden und der Zulassungsprozess sowie der Probebetrieb mit bis zu vier Fahrzeugen in den beteiligten Städten durchgeführt werden. Mit der Serienauslieferung soll Anfang 2024 gestartet werden".

Nicht nur die geringen Kosten, sondern auch die zukünftige Erhaltung des "Karlsruher Modells" könnte damit erreicht werden. "Man kann sich das vorstellen wie beim Kauf eines Autos. Wir bestellen ein Modell, das es dann als Zwei- und als Viertürer in verschiedenen Farben und mit entsprechendem Sonderzubehör geben wird", erklärt Projektleiter Thorsten Erlenkötter die Vorgehensweise. 

Kosteneinsparung bleibt nicht der einzige Vorteil

Konkret solle ein gemeinsamer Wagenkasten mit demselben Antriebs-, Ausfall- und Sicherheitskonzept produziert werden. Dadurch könnten die Fahrzeuge einmalig zugelassen werden und alle weiteren ausgelieferten Bahnen nach dem sogenannten Konformitätsprinzip zugelassen werden. Auch das bringe eine erhebliche Kosten- und Zeiteinsparung. Nach Inbetriebnahme der "TramTrains" ergeben sich durch die Konformität weitere Vorteile für die betreibenden Unternehmen.

So könne man gemeinsame Ersatzteile beschaffen, Experten zu Rate ziehen, eine Fahrzeugreserve anlegen und nicht zuletzt die Verhandlungsposition bei den Herstellern stärken. Und damit seien nur einige der Synergieeffekte genannt, sagt Projektleiter Thorsten Erlenkötter. Bereits in einem frühen Projektstadium seien die beteiligten Unternehmen und der VDV auf die Fahrzeugindustrie zugegangen, die der Idee äußerst positiv gegenüber stehen würden.

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Kommentare (7)
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  •   geriba
    (7 Beiträge)

    10.11.2017 08:59 Uhr
    Fehlkonstruktion
    Die "Neuen Bahnen" sind eine totale Fehlkonstruktion. Die Anordnung der Sitze zu den Fenstern und die Sitzbreite sind eine vollkommene Katastrophe. Da müssen bei der Planung totoal Ahnungslose am Werk gewesen sein. Die für die Beschaffung Verantwortlichen sind vermutlich noch nie in öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das zeigt vorallem die Tatsache, dass diese Bahnen nach der Auslieferung absolut verkehrsuntauglich waren.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    09.11.2017 10:17 Uhr
    Zwei-
    und Viertürer. Gibts das dann auch als Cabrio?
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  •   melotronix
    (2233 Beiträge)

    09.11.2017 08:15 Uhr
    es bleibt zu hoffen..
    das der KVV von anderen Verkehrsbetrieben gezeigt bekommt was Sitzkomfort in S-Bahnen bedeuten kann!
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  •   IchKA
    (341 Beiträge)

    09.11.2017 11:27 Uhr
    Bleibt auch zu hoffen
    dass ein neues Lastenheft endlich dafür Sorge trägt, dass dieses hochfrequente sägende Geräusch beim An- und Abfahren der neuen Bahnen beseitigt wird. Die erfolgte Modifikation hat , im Gegensatz zu den Versprechungen, keine Entlastung gebracht.
    Der Tunnel wirkt wie ein Resonanzkörper und das wird dann dort noch erheblich nerviger sein. Eigentlich unfassbar, nach Jahrzehnten der Weiterentwicklung von Antriebseinheiten sind die neuen Bahnen erheblich lauter als die alten. Die Bevölkerung leidet schon genug unter Lärmemissionen überall von dem Gekreische in Schienenkurven gar nicht zu reden, obwohl es dafür technische Lösungen gäbe.
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  •   dipfele
    (4178 Beiträge)

    08.11.2017 22:16 Uhr
    Es wurden doch erst vor .....
    ..... fünf Jahren neue Bahnen beschafft. Oder müssen die wegen Untauglichkeit schon verschrottet werden?
    Schön wäre zu wissen vieviel und warum es Neufahrzeuge braucht.
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  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    09.11.2017 04:09 Uhr
    !
    2024 sind die
    - ältesten Zweisystemer in Saarbrücken 28 Jahre alt
    - ältesten Zweisystemer der 2. Generation (die älteren Mittelflurer) in Karlsruhe 27 Jahre alt
    - ältesten Zweisystemer in Kassel 20 Jahre alt
    Wenn man bedenkt, dass immer alles länger dauert als geplant, kommen die Bahnen gerade richtig ...
    Bloß bzgl. der Anzahl rätselt man in Fachforen noch, da hat man wohl größeres vor ...
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  •   timo
    (2961 Beiträge)

    09.11.2017 06:33 Uhr
    Anzahl
    Man rechnet eben mit den Karlsruher Autofahrern.
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