Karlsruhe Ausgezeichnet: Netzwerk "Pro Liberis" ist Vorbild für nachhaltige Bildung

Der Kita-Träger "Pro Liberis" wurde von Unesco ausgezeichnet: Das Unternehmen sei in der Kinderbetreuung vorbildlich im Bereich "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE).

Die Auszeichnung wurde bereits am 20. November in Berlin übergeben: Unter dem Motto "Ausgezeichnet wurden insgesamt 55 Lernorte, 36 Netzwerke und 9 Kommunen für ihr herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung prämiert.

Mentrup gratuliert

Bei einem Pressetermin am 27. November würdigte auch Oberbürgermeister Frank Mentrup die Leistung des Kita-Trägers. "Wir können stolz sein, mit Pro-Liberis ein vom Bund und der Unesco ausgezeichnetes Netzwerk in unserer Stadt zu haben", so Mentrup.

Und weiter: "Mit seinen sechzehn Einrichtungen alleine hier in Karlsruhe kann das herausragende Engagement für Nachhaltigkeit im Bildungsbereich anderen als Vorbild dienen. Auch wir als Stadt stehen in der Pflicht und müssen die Nachhaltigkeitsziele gemeinsam angehen und erreichen.“

Was bedeutet die Auszeichnung?

Der Kita-Träger "Pro Liberis" engagiert sich nach eigenen Angaben nachhaltig an seinen Standorten:

  • Alle Einrichtungen beziehen seit 2015 ausschließlich Ökostrom und Ökogas.
  • Bei der Gebäudesanierung und bei Umbauten wird die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und umweltschonende Herstellungsverfahren favorisiert.
  • Die IT wird seit zehn Jahren über einen Inklusionsbetrieb bezogen, welcher gebrauchte Hardware wieder nutzbar macht und Ressourcen durch Wiederverwertung einspart.
  • Seit 2008 Carsharing statt Firmenwagen.
  • Berufliche Eingliederungshilfe & Wiedereingliederung.
  • 16 sozialraumorientierten Familienzentren öffnen sich in die Wohnquartiere und ermöglichen Partizipation und Teilhabe.
  • Um Kommunikation für alle möglich zu machen, werden Flyer in "Leichter Sprache" gestaltet. 
  • Studentische Forschungsprojekte zur Müllvermeidung.
  • Bauernhofkindergarten
  • Fachbereich Inklusion mit Schulbegleitung und heilpädagogische Hilfen.
  • Seit 2016 werden Bienenvölker beherbergt.
  • In Naturkursen bauen Kinder Nistkästen und Insektenhotels.
  • Der Schrebergarten wird einrichtungsübergreifend genutzt und ermöglicht "Stadtgärtnern". 
  • Naturnahe Außengelände, oftmals ohne Spielgeräte mit Bauern- und Sinnesgarten, Matschplatz, Kletterbaum und Sandsee.
  • Bei der Lieferantenauswahl wird großer Wert auf deren ökologische Zertifikate wie Demeter, blauer Engel und Ökostrom gelegt. Obst und Gemüse wird über einen zertifizierten Demeterbetrieb bezogen, weitere Einkäufe über einen Inklusionsbetrieb.

Laut Jury vermittle "Pro Liberis" und "Lenitas" als regional wachsendes Netzwerk in allen Einrichtungen vorbildliche Fähigkeiten und Werte, die den Umgang mit der Umwelt positiv bestimmen. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung sei bereits seit Jahren in allen Bereichen fest verankert und werde fortlaufend evaluiert, geht aus einer aktuellen  Pressemitteilung hervor.

Catrin Hannken (Bundesministerium für Bildung und Forschung) Peer Giemsch, Eva Schröder, Melanie Quernhorst, Minister a. D. Walter Hirche von der Deutschen UNESCO Kommission (von links)
Catrin Hannken (Bundesministerium für Bildung und Forschung) Peer Giemsch, Eva Schröder, Melanie Quernhorst, Minister a. D. Walter Hirche von der Deutschen UNESCO Kommission (von links) | Bild: Deutsche UNESCO-Kommission

"Wir sehen uns als Träger in der Verantwortung, in unseren Einrichtungen als erste Orte der Bildung außerhalb der Familie, Grundsteine für zukunftsfähiges Denken und Handeln zu legen", so das Unternehmen, "wir brauchen ein Bildungsverständnis, auf dessen Grundlage Kinder darin gestärkt werden, zukunftsfähig zu denken und zu handeln. Ein Lernen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern mit ganzheitlichem Ansatz auch eine Veränderung Haltungen und Verhaltensweisen bewirkt."

Hintergrund

BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.

Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015 bis 2019) ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Deutschland beteiligt sich mit dem Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, der im Juni 2017 von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet wurde.

Weitere Informationen: Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.de/bne
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.