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Karlsruhe Aus für Tankstelle: Verödet das Gelände hinter dem Hauptbahnhof?

Lange Zeit galt die Tankstelle am Südausgang des Karlsruher Hauptbahnhofs als wichtiger Treffpunkt für Mitfahrgelegenheiten. Jetzt ist die Tankstelle von einem Zaun umringt. Der Vertrag mit den Betreibern der Tankstelle wurde vonseiten der Stadt zum 31. August aufgekündigt. Damit liegen nahe des Hauptbahnhofs mehrere Gelände brach.

Verabreden, warten, einsammeln. Das war lange Zeit an der Esso-Tankstelle in der Schwarzwaldstraße möglich, galt sie doch als Treffpunkt für Mitfahrgelegenheiten. Damit ist es jetzt aber Schluss. "Nachdem die Stadt von der Bahn das entsprechende Gelände gekauft hat, wurde der Pachtvertrag mit uns nun nicht mehr verlängert," bestätigt das Unternehmen auf Nachfrage von ka-news.de.

Multitankstelle soll neue Alternative werden

Der Grund für die Kündigung: "Von Seiten der Stadt gab es keinen Bedarf an einem langfristigen Mietverhältnis", erklärt Helga Riedel vom Presseamt Karlsruhe. Es gebe entlang der Südtangente beispielsweise mit der neuen Multienergietankstelle in Durlach-Aue ausreichend Alternativen.

Noch ist diese Alternative aber nicht eröffnet: Die neue Multitankstelle nahe des Umspannwerks soll erst am 19. September fertiggestellt werden. Und dennoch wurde der Vertrag mit der Tankstelle beim Hauptbahnhof bereits zuvor aufgekündigt. Die Tankstelle nahe der Südseite des Hauptbahnhofs werde nicht länger als "strategisch notwendig" empfunden, heißt es vonseiten der Stadt.

Herrscht Stillstand rund um den Karlsruher Hauptbahnhof?

Bei den Betreibern ist das Bedauern groß. "Das tut uns besonders für die Kunden vor Ort leid, die uns an dem Standort über Jahrzehnte die Treue gehalten haben", so die Sprecherin des Unternehmens. In dieser Woche werde man mit der Sanierung und dem Abriss der Tankstelle beginnen. "Wir haben den Standort nur ungern aufgegeben", erklärt sie. Wie es für den bisherigen Pächter weitergeht, ist unklar. "Für den Betreiber finden wir eine andere Lösung", versichert die Sprecherin.

Ebenfalls offen ist zudem die Frage, was auf der Fläche anstelle der Tankstelle entstehen soll. Bislang gebe es noch keine Informationen zu dem betroffenen Entwicklungsgebiet, so die Stadtsprecherin. "Das Ziel ist es, einen Bebauungsplan aufzustellen", so Riedel weiter. Allerdings sei damit nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen.

Damit reiht sich das Gelände in einen immer karger werden Streifen im Süden der Stadt ein. Das Gelände rund um den "Wasserturm" in der Fautenbruchstraße, welches ebenfalls nahe des Hauptbahnhofs liegt, ist derzeit eine Baustelle. Geplant sind hier ein Bürobau, um den Wassertrum herum, da dieser denkmalgeschützt ist. Die Anfrage bei dem Besitzer des Geländes, der Privatbrauer Hoepfner, blieb aktuell noch unbeantwortet.

Auch auf dem gegenüberliegenden Gelände, auf dem künftig Fernbusse Halt machen sollen,  ist bislang noch nichts von einem Fernbusterminal zu sehen. Des Weiteren   ist noch offen, was aus dem ehemaligen Künstlerareal hinter dem Hauptbahnhof werden soll. Die Künstler mussten das Gelände im vergangenen Juli räumen, seither arbeitet die Stadt an einem Konzept für das Areal.

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Kommentare (58)
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    07.09.2016 08:12 Uhr
    Wo?
    Im Rathaus?
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  •   ALFPFIN
    (6757 Beiträge)

    07.09.2016 11:39 Uhr
    Ja klar,
    das Personal muss aufgestockt werden, um zu prüfen, welche Pachtverträge durch die Stadt noch gekündigt werden können. Macht Arbeit. grinsen
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  •   Waterman
    (6332 Beiträge)

    07.09.2016 07:45 Uhr
    Neue Verwendung
    "..wichtiger Treffpunkt für Mutfahrgelegenheiten"

    Ob das dem Bürger passt?
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  •   su
    (11 Beiträge)

    08.09.2016 09:49 Uhr
    Tiefschlaf
    Ich glaube die zuständigen Stadtdezerneten, ob Bau, Straßenbahn und Planung sind alle überarbeitet und in einen Tiefschlaf verfallen. Aufwachen würden sie erst, wenn am 1. kein Geld mehr eingehen würde.
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  •   Waterman
    (6332 Beiträge)

    07.09.2016 07:48 Uhr
    Das war
    die Autokorrektur; ist aber auch treffend
    grinsen
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  •   olafb
    (271 Beiträge)

    07.09.2016 07:45 Uhr
    Willkür
    Vorschlag an unsere selbstgerechte Stadtverwaltung, dieses Gelände könnte man ja der Ditib zum Moscheebau anbieten.
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    07.09.2016 15:23 Uhr
    Die Idee
    ist gar nicht so schlecht. grinsen

    Ich weiss übrigens jetzt, dass bisher tatsächlich noch verhandelt wird, es gibt weder Optionen noch ist irgendwas unterschrieben.
    Und das Erfreulichste: Der Standort Mühlburg wird nicht vorrangig ins Auge gefasst, eher als absoluter Notnagel.

    Der Standort hinterm Bahnhof wäre doch ideal, da hat es sicher mehr Platz als am Mühlburger Bahnhof.
    Ich habe mir mal den Spass gemacht das Gebäude des Missionswerks zu vermessen. Das sind 85x63 Meter (also Kuppelbau und die flacheren Gebäude dahiner, alles zusammen).
    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine repräsentative Grossmoschee mit allen dazugehörenden Räumlichkeiten nebst erforderlichen Parkplätzen kleiner ist, eher wesentlich grösser.
    Das vertägt sich nicht so recht mit den 50x100 Metern neben Zschernitz.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    07.09.2016 08:05 Uhr
    Wieso....
    ...selbstherrlich? Es geht um einen Pachtvertrag, der lief aus und die Stadt hat sich die Freiheit genommen diesen nicht zu verlängern. Wie das halt so ist, wenn es die Vertragsfreiheit gibt. Wo gibt es denn einen Anspruch, dass Verträge stets und ständig verlängert werden müssen? Ich gehe mal davon aus, dass die Fa. Esso auch weiterhin genügend Benzin verkaufen wird.
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  •   Tiefland
    (193 Beiträge)

    07.09.2016 11:48 Uhr
    @ 80er
    immer wieder lustig, wie Sie reflexartig jegliches Handeln seitens der kommunalen Entscheidungsträger zu verteidigen bzw. zu entschuldigen versuchen. Wenn man mal über einen längeren Zeitraum hinweg Ihre Kommentare verfolgt - ibs. bei solchen Themen, wo kommunale Behörden involviert sind - dann liegt der Verdacht nahe, dass hier ein getroffener Hund bellt. Und immer die typische Gratwanderung, weil man ja einerseits die Sesselfurzer verteidigen muss (die Hand die einen füttert) aber andererseits aufgrund des einstmals (in den schönen 80ern?) so nützlichen schwarzen Parteibuchs immer schön wirtschaftsfreundliche Phrasen dreschen muss (s.u. der Spruch "...es werden ganz bestimmt irgendwo anders neue Jobs entstehen")
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  •   Insider
    (746 Beiträge)

    07.09.2016 14:35 Uhr
    Amüsant.
    Ich amüsiere mich auf immer, wie 80er die Stadtverwaltung oder die CDU hier brav verteidigt. Ein echter Parteisoldat!
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