15  

Karlsruhe "Aufschreckende Entwicklung": Karlsruhe braucht dringend mehr Gewerbeflächen

Die Gewerbeflächensituation in Karlsruhe stand im Mittelpunkt der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses, der in der letzten Woche unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz tagte.

Wirtschaft interessiert Sie?

Bestellen Sie gratis unseren Business-Newsletter von Redaktionsleiterin Corina Bohner

"Die Nachfrage ist so stark angestiegen und unser Bestand so gering, dass wir in fünf bis sechs Jahren nichts mehr anbieten können", erklärte Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz, die aus ihrer Sicht "aufschreckende Entwicklung" bei einer Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses vergangene Woche. Zwar werde stark an der Innenentwicklung von Flächen gearbeitet, der "Output" aus diesen Maßnahmen sei bislang aber eher gering.

Nachdem die städtischen Gremien der vorgeschlagenen Aufwertung des Flächenportfolios bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes nicht folgten und auch die Bereitschaft der Nachbargemeinden zu Kooperationen eher gering seien, könnten zunehmend keine realisierbaren Flächen für Expansion und Neuansiedlungen angeboten werden.

"Nachfrage kann nur schwer bedient werden"

In den letzten zehn Jahren habe die städtische Wirtschaftsförderung insgesamt 24 Firmenabwanderungen mit einem Verlust von rund 2.000 Arbeitsplätzen registriert. Weil derzeit die Nachfrage der Kreativ- und IT Unternehmen nur noch schwer bedient werden könne, sei etwa eine Weiterentwicklung des Kreativparks Alter Schlachthof in Richtung Messplatz wünschenswert, aber nicht realistisch. Im Technologiepark stünden nur noch vier Hektar zur Verfügung und im einzigen in der Entwicklung befindlichen Gewerbegebiet "Gottesauer Feld" verblieben nur rund 4,5 Hektar an städtischen Flächen.

Einigkeit herrschte im Wirtschaftsförderungsausschuss darüber, die Entwicklungen nochmals genau unter die Lupe zu nehmen. Wie erfolgreich Wirtschaftsförderung mit entsprechenden Flächen sein kann, zeigte die Bürgermeisterin am Beispiel Kreativpark "Alter Schlachthof" auf. Dort sei in den letzten Jahren die Zahl der Beschäftigten von 810 auf 1.590 angestiegen. Nachdem das Gründungszentrum Perfekt Futur vollständig ausgelastet sei, warte man nun auf die Fertigstellung des Wachstums- und Festigungszentrums im Spätjahr 2018.

Im Rahmen der Sitzung bekam auch die "Pioniergarage" Gelegenheit sich vorzustellen. Sie bietet als Verein und Hochschulgruppe am KIT eine zentrale Plattform für gründungsinteressierte Studenten aller Hochschulen. Mit einem Gründerfonds möchte die "Pioniergarage" im nächsten Jahr einen weiteren Baustein zur Unterstützung von Gründungen schaffen. Zudem segnete der Wirtschaftsförderungsausschuss eine Reihe von Grundstücksverkäufen verschiedener Gewerbeflächen im gesamten Stadtgebiet ab.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (15)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Xapoklakk
    (647 Beiträge)

    30.10.2017 17:18 Uhr
    Unlogisch
    Wenn 24 Unternehmen mit 2.000 Mitarbeitern Karlsruhe verlassen haben, dann ist das kein Zeichen fehlender Gewerbeflächen, sondern von zu hoher Gewerbesteuer und schlechter Infrastruktur (überall Stau, kein Flugplatz).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rundbau-Gespenst
    (9709 Beiträge)

    25.10.2017 14:10 Uhr
    noch mehr Flächen zubetonieren???
    es gibt in und rund um KA egnügend Industriebrachen, die "rekultiviert" oder aber durch einen Neubau "recycelt" werden könnten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    26.10.2017 00:06 Uhr
    !
    Und vor allem sollte man mit dem Wahnsinn aufhören, alles nur mit einer Etage zu bauen und Riesenparkplatz drumrum. Die Wiederentdeckung von Keller und 1. Obergeschoss und folgende könnte viel Platz freimachen!

    Und die Südtangente könnte man einhausen für weniger Lärm und mit Gewerbe oben drauf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4178 Beiträge)

    25.10.2017 14:53 Uhr
    Richtig ....
    .... was passiert eigentlich mit dem Pfizer-Areal in Hagsfeld?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mars
    (200 Beiträge)

    25.10.2017 15:35 Uhr
    Das wurde
    mit zwei riesigen Hallen und dazugehörigen Parkplätzen zugeschi..en. Und was passiert dort? Das Audizentrum Hardenberg parkt dort ihre Fahrzeuge zwischen. Sonst tote Hose.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (733 Beiträge)

    25.10.2017 15:25 Uhr
    Hats da
    keine Rindviecher mehr?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    26.10.2017 00:03 Uhr
    Doch
    ... aber genetisch a weng mutiert: 2 Beine wurden zu Armen ....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   cc91
    (126 Beiträge)

    25.10.2017 10:27 Uhr
    Man muss
    sich endlich mal von der Vorstellung lösen, dass Gewerbeflächen unbedingt in Innenstadtnähe liegen müssen. Abgesehen von Verkehrs- und Parkplatzproblemen, sollten diese Flächen für Wohnraum vorbehalten bleiben. Die niedrigere Gewerbesteuer macht das Umland natürlich schon interessanter, nur siedelt sich keine IT-Firma auf dem "Land" an, wenn nur 16 MBit DSL verfügbar ist. Der Bund/Land muss endlich wieder den Ausbau richtig fördern, bzw. die Firmen zwingen das zu tun. Schneller Internet überall ist gefragt und mit schnell meine ich nicht 100 MBit, sondern mindestens 1000 MBit, besser 2000.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (733 Beiträge)

    25.10.2017 15:32 Uhr
    Sofern
    die Randlagen der Stadt infrastrukturell gut erschlossen sind halte ich das Wohnen dort für wesentlich attraktiver als in der Innenstadt. Man ist einfach schneller draussen aus dem Krach und der Hektik. Und ich schaff doch lieber in der Stadt und ziehe mich in der Freizeit in ruhigere Gefilde zurück als umgekehrt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mondgesicht
    (1566 Beiträge)

    25.10.2017 11:21 Uhr
    Unlogisch
    Was bringt es, wenn dann am Ende alle in der Stadt wohnen und die ganzen Firmen ins Umland weggezogen sind?

    Verkehrstechnisch kein Nutzen, weil dann halt in die andere Richtung gependelt wird. Finanziell ein Ruin für die Großstadt, denn die Gewerbesteuereinnahmen fehlen. Und wenn schließlich noch die meisten Neuzugänge beim Bevölkerungswachstum direkt in die Sozialhilfe kommen, dann "gute Nacht".
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben