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Karlsruhe Auf Wohnungssuche in Karlsruhe? Mit diesen Tipps erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen auf eine Wohnung in der Fächerstadt

Frischgebackene und angehende Karlsruher Wohnungsbesitzer können ein Lied davon singen: In der Fächerstadt seine eigenen vier Wände zu finden ist nicht leicht. Seit Jahren mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Umso wichtiger ist es darum zu wissen: Wie finde ich in Karlsruhe schnell und günstig eine Wohnung? ka-news hat Tipps für Wohnungssuchende zusammengestellt.

Eine gründliche Vorbereitung, ein täglicher Blick in die Tageszeitung und vor allem viel Geduld - Tipps wie diese findet man zum Thema Wohnungssuche im Internet zuhauf. An sich zwar richtig und auch nützlich, sind sie jedoch nicht immer der Schlüssel zum ersehnten Mietvertrag. Gerade angehende Neu-Karlsruher stehen oft vor einigen Problemen: Wohin wende ich mich? Was muss ich beachten? Und wo lebt es sich in der Fächerstadt eigentlich am günstigsten? 

1. Nehmt die Stadtteile unter die Lupe

So unterschiedlich Karlsruhe in seinen Stadtteilen ist, so verschieden sind es auch die dortigen Mietpreise. Nach Angaben einer 2016 veröffentlichten Marktstudie des Center for Real Estate Studies (CRES) ist die Nordweststadt mit 10,35 Euro pro Quadratmeter Miet-Spitzenreiter. Günstig dagegen wohnt es sich in den Rand-Stadtteilen, beispielsweise in Grünwettersbach mit 8,07 Euro. 

Auch die Lagequalität spielt für die Preisunterschiede in den Ortsteilen eine große Rolle. Auskunft darüber gibt der Anfang 2019 erschienene Karlsruher Mietspiegel, der für die kommenden zwei Jahre eine Orientierung für die Preise auf dem Wohnungsmarkt sein soll. Analysiert wurden dabei Faktoren wie die Erreichbarkeit sowie mögliche Umwelteinflüsse.

Lagequalität von Wohnraum in Karlsruhe aus Mietspiegel 2019
Die Grafik zeigt die verschiedenen Karlsruher Stadtteile. Hellblau markiert die beste Lagequalität, rot die schlechteste. | Bild: Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten in Karlsruhe

Besonders gut - und damit auch teuer - wohnt es sich demnach in Teilen Durlachs sowie in Teilen Rüppurrs, der Südweststadt, der Innenstadt-West sowie der Weststadt. In Gebieten, die nahe an der A5 oder der Südtangente liegen, kommt man dagegen günstiger weg. Den Mietspiegel gibt es hier als kostenlosen Download oder als gedruckte Broschüre: www.karlsruhe.de/b4/stadtentwicklung/statistik/mietspiegel.de.

Der Mietspiegel 2019
Der Mietspiegel 2019 | Bild: ka-news

2. Nutzt die sozialen Netzwerke

Neben den klassischen Anzeigen und Wohnungsportalen bietet das Netz auch unkonventionelle Recherche-Möglichkeiten. In Facebook-Gruppen wie "Wohnungen von Privat für Privat in Karlsruhe", "Mietwohnung Karlsruhe - Nachmieter & Wohnungssuche" oder "Wohnungen mieten Karlsruhe" können Gesuche und Angebote untereinander ausgetauscht werden.

Ein Tipp auch für Studenten: Die Gruppe "Wohnungen frei in Karlsruhe" hat neben ganzen Wohnungen ab und an auch WG-Zimmer im Angebot.

3. Tipps nur für Studenten

Studierende, die in Karlsruhe auf ein WG-Zimmer verzichten und lieber in einem der rund 2.790 Wohnheimzimmern unterkommen möchten, können sich auf einen Platz in einem der 20 Wohnheime des Studierendenwerks Karlsruhe oder der neun Wohnheime anderer Träger bewerben. Hier ist schnell sein angesagt, denn: Vor allem zu Semesterbeginn sind die Plätze zügig vergriffen.

Innenstadt mit Schloss
Auch für Studenten gibt es in Karlsruhe einige Wohnungsangebote. (Symbolbild) | Bild: ka-Reporter Peter Eich

Eine weitere Möglichkeit bietet die kostenlose Zimmer- und Wohnungsvermittlung des Studierendenwerks. Die Angebote, die entweder im Studentenhaus oder online einsehbar sind, werden nach Angaben des Studierendenwerks täglich um 11 Uhr erneuert.

4. Zieht bei Senioren ein

Eine weitere Initiative des Studierendenwerks ist das Konzept "Wohnen für Hilfe", das seit 2008 in Kooperation mit den Paritätischen Sozialdiensten besteht. Das Prinzip: Studenten können kostengünstig bei Senioren, Familien oder inklusiven Wohngemeinschaften wohnen und helfen im Gegenzug im Alltag. 

Ein Quadratmeter Wohnfläche entspricht dabei etwa einer Stunde Hilfe im Monat. Wie diese Hilfe aussieht, kann von den Haushalten selbst definiert werden. Das Angebot gilt allerdings nur, solange die Studierenden bei einer Hochschule in Karlsruhe oder Pforzheim eingeschrieben sind. Informationen zur Bewerbung gibt es unter www.sw-ka.de/de/wohnen/wohnungssuche/wohnpartnerschaften/.

5. Werdet Mitglied bei einer Baugenossenschaft

Baugenossenschaften haben das Ziel, Wohnungen besonders preisgünstig anbieten zu können. Zehn solcher Genossenschaften gibt es in Karlsruhe. Mieter einer Wohnung kann dort nur werden, wer vorher durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen Mitglied geworden ist. Die Wohnungen werden danach im Bewerbungsverfahren vergeben. 

Geld für Wohnungsbau
Geduldige Interessenten werden bei Baugenossenschaften mit vergleichsweise kostengünstigen Wohnungen belohnt. (Symbolbild) | Bild: pixabay@MichaelGaida

Kleiner Haken: Die Suche nach einer Wohnung über eine Genossenschaft lohnt sich nicht für Kurzentschlossene, denn ob und wie schnell man an ein Objekt kommt, hängt oftmals von der Dauer der Mitgliedschaft ab. 

"Es ist nicht nur in Karlsruhe schwer, eine Wohnung zu finden"

Eine Ausnahme im Vergabeverfahren stellt der Mieter- und Bauverein Karlsruhe (MBV) dar. Hier werden die Wohnungen monatlich an Mitglieder verlost. Aber auch hier gilt: Die Anzahl der zugeteilten Lose ist von der Dauer der Mitgliedschaft abhängig. Wer sich nach dem 1. Januar 2019 angemeldet hat, muss mindestens fünf Jahre auf ein Los warten, drei Jahre später stehen einem dann zwei Lose zu und so weiter.

"Es dauert immer länger, bei uns an eine Wohnung zu kommen", erklärt Jürgen Dietrich, Geschäftsführer des Mieter- und Bauvereins, im Gespräch mit ka-news. "Auf rund 7.000 Wohnobjekte kommen knapp 29.000 Mitglieder." Zwischen 100 und 200 neue Wohnungen will der MBV aus diesem Grund in den nächsten Jahren in Karlsruhe entstehen lassen, so Dietrich. "Aktuell bauen wir 30 Wohnungen in Rheinstetten und 17 in Grünwinkel." Eine Übersicht über alle Baugenossenschaften mit Wohnungsbestand in Karlsruhe gibt es unter www.karlsruhe.de/b3/soziales/wohnungswesen/wohnungsunternehmen.de.

Wohnen in Karlsruhe
Rechtsanwalt Karl Winckelmann ist Geschäftsführer des Mietervereins Karlsruhe und stellvertretender Landesvorsitzender. | Bild: Florian Kaute/Mieterbund BW

Eine Mitgliedschaft in einer Baugenossenschaft empfiehlt auch Klaus Winckelmann. Der Geschäftsführer des Mietervereins Karlsruhe weiß um die Probleme auf dem Wohnungsmarkt der Fächerstadt. "Es ist nicht nur in Karlsruhe schwer, eine Wohnung zu finden", erklärt er im Gespräch mit ka-news. "Und ob sich das je ändern wird, sei dahingestellt."

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Mietspiegel 2019 ist erschienen: In Teilen von Durlach, Rüppurr und der Weststadt ist die Wohnungslage besonders gut

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Kommentare (12)
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  •   kampion
    (1280 Beiträge)

    14.02.2019 15:42 Uhr
    1 Zimmer der Volkswohnung
    https://www.volkswohnung.com/mietenkaufen/mieten/details/anzeigen/444/
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  •   Chris23
    (243 Beiträge)

    13.02.2019 21:30 Uhr
    Günstiger als ich dachte
    Also gefühlt sind die mietpreise höher als hier geschrieben, zumindest hatte ich das Gefühl bei unser suche.

    Aber wenn man was hat sollte man eh nicht weitersuchen, das birgt eh nur frustrations potential.
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  •   linkesocke
    (98 Beiträge)

    13.02.2019 17:44 Uhr
    Der wichtigste Punkt fehlt
    Ein vernünftiges Anschreiben. Also ohne Rechtschreibfehler, mit Anrede und Unterschrift, Infos über sich und wer einziehen soll, in ganzen Sätzen formuliert. Bei schriftlichen Anschreiben nicht fotokopiert, nichts drüber gekleckert oder durchgestrichen. Als ich mal einen Nachmieter gesucht habe, gab es unter allen Bewerbungen EINE EINZIGE, die diese Anforderungen alle erfüllt hat.
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  •   mein-senf
    (933 Beiträge)

    13.02.2019 15:05 Uhr
    Statistik Käse
    Angebot und Nachfrage regeln einen Markt . Bei den tollen Mietbremsen oder man wie auch immer sowas genannt wird , ist der Effekt dass niemand mehr vermietet , bzw niemand mehr in Mietwohnraum investiert. dann kommt man wie in FR, auf die Idee dass man leer stehende Objekte zwangsbewirtschaftet, das ist Enteignung / Kommunismus .

    Auf den "Staat" hoffen macht keinen Sinn , der hätte schon seit Jahren sozialen Wohnraum fördern / schaffen müssen , astatt dessen wurde bezahlbarer Wohnraum und Baugrund an dubiose Investoren verhökert um die von Politik und Verwaltung ruinierten Kassen zu sanieren, mit " Weitsicht im Sinne der Bürger ...." ich würde sagen Versagen auf ganzer Linie ...
    Diese Clowns glauben im Ernst, dass wenn Sie etwas verhökern und dann zurück leasen einen Schnitt machen , vielleicht nicht gerade in KA aber in aderen Städten . Verlierer bei dem Spiel sind dann die, am Ende der Futterkette ...

    Wie sagt bei uns so schön , zu dem Thema " die Katz isch de Bau nuff"
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  •   IchKA
    (718 Beiträge)

    13.02.2019 12:30 Uhr
    Mal bei Ex Bürgermeister Obert anfragen
    der bewohnt in der Osstadt eine große Altbauwohnung völlig alleine.
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  •   Cityparker
    (131 Beiträge)

    13.02.2019 15:48 Uhr
    Warum
    gönnen Sie ICH KA dem Herrn Obert seine große Wohnung nicht.
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  •   IchKA
    (718 Beiträge)

    13.02.2019 20:05 Uhr
    Natürlich gönne ich dem Obertle
    seine große Wohnung, habe selbst eine. Vielleicht könnten sie durch meinen Posteruieren, dass Obert 10 Jahre lang die Baugeschicke der Stadt bestimmte und damit auch den Sozialwohnungsbau prägte. Wo soll es auch herkommen, wenn ein Versicherungsjurist auf Baubürgermeister macht.
    Ich würde sagen: Gravierende Versäumnisse und nicht nur in dem Bereich hat er einen verdammt schlechten Job gemacht. Das wird besonders augenscheinlich, wenn man sich den Nachfolger Herrn Fluhrer betrachtet und was der in seiner kurzen Amtsszeit geschafft hat. Das sind Welten dazwischen und das wird übrigens von vielen Mitarbeitern im Rathaus genauso gesehen, die erleichtert sind, dass der Mann weg ist.
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  •   ramius
    (175 Beiträge)

    13.02.2019 12:13 Uhr
    Mietspiegel
    Wen interessiert denn der dumme Mietspiegel? Dieser ist doch nur eine Bestandsdokumentation. Was wir brauchen sind massive Mietsenkungen (mind. 50%) deutschlandweit.
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    14.02.2019 07:23 Uhr
    da würde ich meine Wohnungen leer stehen lassen
    da kann man ja nicht mehr die Handwerker bezahlen. Die haben auch extrem aufgeschlagen.
    Es gibt genug Leute die mir freiwillig noch mehr Miete zahlen würden wenn ich eine Wohnung frei hätte.
    Jetzt abkassieren, die Zeiten ändern sich auch wieder..
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  •   Skudder
    (340 Beiträge)

    13.02.2019 18:32 Uhr
    Wie?
    Wie soll das denn werden? In weiten Teilen herrscht hier Vertragsfreiheit zwischen Vermieter und Mieter. Nein, ich sehe die zwei Hauptprobleme zum einen in den Bauvorschriften (vor allem bzgl. Dämmung und Brandschutz), was Neubau irre teuer macht, und zum anderen darin, dass die Städte massiv Sozialwohnungen an Wohnungsbau-Konzerne verkauft haben. Dazu kommt noch die immer heftiger werdende Landflucht.

    Nein, die Städte müssen selbst wieder Sozialwohnungen bauen. Die Mieten können sie nicht wirklich steuern.
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