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Ettlingen Abschluss nach 18 Jahren: Gläubiger von Flowtex bekommen mehrere Millionen zurück

Fast zwei Jahrzehnte nach Aufdeckung des größten Milliardenbetrugs der deutschen Nachkriegsgeschichte bekommen die Gläubiger des Bohrmaschinenhändlers Flowtex einen kleinen Teil ihres Geldes zurück.

Rund ein Jahr nach Beginn der Berufungsverhandlungen bestätigte ein Schweizer Gericht in einem der größten Wirtschaftsstraffälle im Wesentlichen die Schuldsprüche des Bezirksgerichts Frauenfeld, verschärfte aber teilweise die Strafen. Die Angeklagten erhalten die beschlagnahmten Vermögenswerte nicht zurück.

Damit kann nun ein jahrelanges Verfahren beendet werden. "Insgesamt werden aktuell noch einmal knapp 30 Millionen Euro ausgeschüttet", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Eberhard Braun der Deutschen Presse-Agentur.

Nach der Ausschüttung kann das Amtsgericht Karlsruhe das im April 2000 eröffnete Insolvenzverfahren abschließen. Eine erste Vorabzahlung von 35 Millionen hatte es 2005 gegeben. Insgesamt bekommen die Gläubiger damit laut Insolvenzverwalter gut 5 Prozent ihrer anerkannten Forderungen von 1,2 Milliarden Euro zurück.

Die Flowtex-Gruppe aus der badischen Kleinstadt Ettlingen hatte in den 90er Jahren über 3.000 nicht existente Spezialbohrmaschinen für den Tunnelbau verkauft. Das Landgericht Mannheim bezifferte den Gesamtschaden in den Strafprozessen gegen Firmenboss Manfred Schmider ("Big Manni") und dessen Kollegen auf über zwei Milliarden Euro.

 

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Kommentare (7)
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  •   Anonymous
    (25 Beiträge)

    09.11.2018 13:56 Uhr
    Aber hallo...
    so etwas ist doch nur möglich, wenn Lobbyisten (Hr. Schmider / Finanzamt / Hr. Döhring usw.) untereinander solche Dinger aushecken und danach in die Tat umsetzen, und danach so tun als hätten Sie nichts gewußt!

    => dem kleinen Mann würde man gleich einen Stiefel in den A... treten, und hätte anschließend gleich mit den schlimmsten Konsequenzen zu rechen
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  •   Lipa
    (514 Beiträge)

    09.11.2018 13:15 Uhr
    Da wurden Feste
    gefeiert ohne Ende, Sekt Champagner in Strömen, ich erinnere mich dass unter vielen Gästen auch Prominente Karlsruher Stadträte sich gerne im Kreis des "Großunternehmers" gesonnt haben, ohne zu ahnen (?), wie betrügerisch dieser Mann war.
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  •   andip
    (9150 Beiträge)

    09.11.2018 12:02 Uhr
    Nun ja
    Die "Opfer" sind aber nicht irgendwelche kleinen Leute, die ihren letzten Spargroschen gegeben haben.
    Das sind Firmen, die davon nicht pleite gehen, sondern das als Verlust von der Steuer abschreiben.
    Von daher hinkt der Vergleich.
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  •   Route66
    (1285 Beiträge)

    09.11.2018 14:13 Uhr
    Und wer
    bitte zahlt für den Verlust, der von der Steuer abgeschrieben wird? Richtig: der kleine doofe Steuerzahler. Und auch darum ist es in so einem Fall nicht hinnehmbar, dass sich solche Verfahren fast 20 Jahre lang verschleppen lassen.
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  •   Eckfaehnchen
    (2468 Beiträge)

    09.11.2018 13:15 Uhr
    Und trotzdem ist es nicht normal,
    dass sich so eine Gerichtssache über Jahrzehnte hinziehen kann / darf / muß.
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  •   heikoka
    (305 Beiträge)

    08.11.2018 16:22 Uhr
    5% nach 18 Jahren ..
    das hätt man sich ja wohl auch gleich schenken können traurig
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  •   Route66
    (1285 Beiträge)

    08.11.2018 16:41 Uhr
    ja schlimm
    wie hier mal wieder der Gläubiger der Dumme ist, nur weil eine Horde geschickter Anwälte es schaffen solche Urteile jahrzehntelang zu verschleppen. Wie bei den Prozessen gegen die Pharmaindustrie, Krankenkassen und Ärzten wo die Kläger Schwerstkranke sind. Bis da ein Urteil gefällt wird und eine Entschädigung kommt, sind die Opfer tot.
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