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Karlsruhe 8 Monate "Kalix": Wie kommt der neue Lieferdienst in Karlsruhe an?

Shoppen und sich danach den Einkauf bequem nach Hause liefern lassen: Das Prinzip des "Same Day Delivery Service" hat so mancher Onlinehandel für sich entdeckt. Doch auch der Karlsruher Einzelhandel zieht nach. Seit Dezember existiert der Lieferdienst "Kalix". Wie fällt das Fazit nach acht Monaten Testphase aus?

"Mein Kalix - Karlsruhe liefert's fix" - so heißt der Lieferdienst, den die City Initiative Karlsruhe (CIK) in Zusammenarbeit mit Karlsruher Einzelhändlern im Dezember ins Leben gerufen hat. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde kauft in der Innenstadt ein, kann aber auf das lästige Schleppen der Tüten verzichten.  Der Service richtet sich vor allem an Einkäufer, die mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Shoppingtour sind.

Möchte sich ein Kunde seine Einkäufe nach Hause liefern lassen, kann er in einem der über 50 teilnehmenden Geschäfte die Lieferung vor Ort buchen. Beim Start des Lieferservices wurde hierfür eine Gebühr von 5,99 Euro fällig, inzwischen beträgt diese 2,99 Euro vorausgesetzt die Lieferung erfolgt innerhalb des Karlsruher Stadtgebiets. Anschließend erhält der Einkäufer zehn Versandaufkleber, die für Paketstücke in vier weiteren Geschäften benutzt werden können. Bei abgeschlossener Buchung bis 17.30 Uhr erfolgt die Zustellung der Einkäufe dann noch am selben Abend.

Wie geht es mit dem Lieferdienst weiter?

Rund acht Monate nach dem Start des Lieferservices wurde die Testphase für "Kalix" von Juni bis Ende dieses Jahres verlängert. Die Initiatoren merkten im Juli in einer Pressemitteilung an, dass es zu Beginn einige Startschwierigkeiten gegeben habe. Grundsätzlich würden Kunden, die "Kalix" in Anspruch genommen hätten, den Service als sehr gut einschätzen. Als verbesserungswürdig wurden bei einer Kundenbefragung Aspekte wie "die Präsenz in den Geschäften" und die "technische Abwicklung" genannt.

Die CIK will weiter an dem Lieferdienst festhalten. Man wolle den Service weiterentwickeln und in optimierter Form anbieten, heißt es vonseiten der Initiatoren. Dafür sollen zusätzliche Schulungen des Personals von teilnehmenden Geschäften angeboten werden. Darüber hinaus werde die Werbung verstärkt und die Verfügbarkeit des Services innerhalb der Geschäfte noch deutlicher sichtbar sein.

Neu ist nach Aussage der CIK auch das Angebot eines "Zwei-Mann Handlings" für größere Einkaufsstücke, das gegen Aufpreis angeboten wird. Die CIK kündigt des weiteren an, dass die teilnehmenden Geschäfte nicht mehr nur auf die Innenstadt begrenzt werden.

Das sagen die Karlsruher Einzelhändler zum Lieferdienst

Und wie schätzen die teilnehmenden Händler ihren Gewinn dank "Kalix" ein? Auf Nachfrage von ka-news äußern sich die meisten positiv. "Wir fanden die Initiative eines innenstadtübergreifenden Lieferservices für Karlsruhe eine interessante Idee und haben uns deshalb gerne daran beteiligt", erklärt Boris Kleinknecht, Geschäftsführer des Saturns in Karlsruhe. Man sei gespannt, wie es nach der Testphase weitergehe.

Auch der Buchhändler Thalia ist voll des Lobes für den Lieferdienst. "Wir freuen uns, auch bei 'Kalix' dabei zu sein; denn mit dem Angebot können wir insbesondere Kunden, die ganz kurzfristig einen Artikel aus unserem Sortiment benötigen, ein zusätzliches Angebot machen", so Ludwig Martin, der Filialleiter. Mit der Nachfrage sei man durchaus zufrieden.

Sowohl Saturn als auch Thalia möchten allerdings keine genauen Zahlen nennen, wie viele ihrer Kunden schon auf "Kalix" zurückgegriffen hätten. Etwas konkreter wird da ein dm-Pressesprecher. Der Karlsruher Drogerieriese bietet den Lieferservice in insgesamt vier Geschäften in der Innenstadt an. Sein Fazit fällt gemischt aus. Seit der Einführung von "Kalix" hätten weniger als 20 Kunden den Dienst in Anspruch genommen. Der dm-Kunde nutze eher den Onlineshop oder lasse sich in den Filialen vor Ort beraten, so der Sprecher. dm will den Zusatzdienst "Kalix" auch in Zukunft anbieten.

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  •   todi01
    (1152 Beiträge)

    21.08.2016 03:44 Uhr
    Umgekehrt wird ein Schuh draus
    So, wie der Dienst im Moment beworben wird, geht er völlig am Kundenbedürfnis vorbei. Wenn ich schon mal im Laden bin, bezahle ich doch nicht mehr dafür, dass mir das Zeug nach Hause gebracht wird, sondern nehme alles gleich mit. Ausnahmen mag es geben, die machen den Kohl aber nicht fett.

    Anders sieht es aus, wenn ich zu Hause bin und mir mal eben schnell was aus der Stadt bringen lassen will. Dafür wären 2,99 EUR bei Lieferung innerhalb von 0-3 Stunden ein attraktiver Preis.
    Es klingt, als würde Thalia das schon so anbieten, und genau diesen Service muss man bewerben. Personalschulung und Werbematerial am POS kann man sich dagegen getrost schenken.
    Also: Ich bestelle im Webshop *räusper* des teilnehmenden Händlers, wähle dann Kurierlieferung, und natürlich informiert mich das System genau, in welchem 30-Minuten-Zeitfenster ich die Lieferung erwarten darf. Wenn Kalix das nicht leisten kann, stellt man es besser gleich ein.
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  •   todi01
    (1152 Beiträge)

    21.08.2016 04:05 Uhr
    Es dauert nämlich
    keine drei Jahre mehr, dann wird Amazon ab Pforzheim Lieferung in Karlsruhe noch am selben Tag anbieten, und zwar für Amazon Prime-Kunden im Wesentlichen kostenlos. Die haben doch nicht in Pforzheim gebaut, weil die Stadt so schön ist, sondern weil sich von dort Karlsruhe und Stuttgart perfekt beliefern lassen.
    Wenn die Karlsruher Geschäftswelt bis zum Start eines solchen Angebots keine in Bezug auf Sortiment, Preis und Liefergeschwindigkeit gleichwertige Alternative aufbieten kann, ist der Drops gelutscht.
    Amazon stampft in Berlin und München einen perfekt funktionierenden Lieferdienst innerhalb weniger Wochen aus dem Boden, und die CIK wurstelt ein Jahr mit Kalix rum, das ja nun ganz offensichtlich den Nerv der Kunden überhaupt nicht trifft, weil es nicht zu Ende gedacht und gemacht wurde. Man muss das Rad gar nicht neu erfinden, eine gut gemachte Kopie von https://rush.uber.com/how-it-works reicht völlig.
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  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    19.08.2016 22:34 Uhr
    Ich habe heute
    Das erste mal davon gehört.
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    19.08.2016 09:11 Uhr
    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Es war ein Griff ins Klo und wird jetzt auslaufen.
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