Karlsruhe 3-D-Laserdruck aus Karlsruhe: KIT und Nanoscribe werden ausgezeichnet

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Karlsruher Firma Nanoscribe erhalten den Technologietransferpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Der Grund: Ein 3-D-Druckverfahren.

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Noch schärfere Fotos mit dem Smartphone machen, Nerven mit einem Klemmverschluss elektrisch stimulieren oder im optimalen Lebensraum Zellen züchten, all das ermöglicht ein revolutionäres superpräzises 3-D-Druckverfahren, das Forscher am KIT entwickelt haben. Aus einer Methode für die wissenschaftliche Nische ist durch eine Unternehmensgründung binnen kurzer Zeit ein Weltmarkführer mit Millionenumsatz auf einem boomenden Hochtechnologiemarkt hervorgegangen.

Dafür, dass sie wissenschaftliche Erkenntnissen in wirtschaftlich erfolgreiche und nützliche Produkte überführt haben, erhalten das Institut für Nanotechnologie und das Innovationsmanagement des KIT sowie die Firma Nanoscribe jetzt den Technologietransferpreis der DPG.

Laserstrahl härtet Strukturen in einem Fotolack aus

Und wie funktioniert das System? Bei der sogenannten 3-D-Laserlithografie härtet ein Laserstrahl computergesteuert Strukturen in einem Fotolack aus, deren kleinste Abmessungen weniger als ein Tausendstel eines Millimeters betragen. Mit dieser Technik können zum Beispiel besonders stabile Materialien aus Miniaturgittern und -fachwerk, sehr kleine, sehr präzise Linsen für Sensoren und Optiken, aber auch winzige Gerüste für die Zucht von Zellen in körperähnlichen Umgebungen hergestellt werden.

Ursprünglich diente das Verfahren lediglich zur Herstellung sogenannter photonischer Kristalle, die in der optischen Telekommunikation eingesetzt werden. Martin Wegener, Professor am Institut für angewandte Physik und einer der Direktoren des Instituts für Nanotechnologie des KIT, erkannte aber, dass es sich zur Herstellung nahezu jeglicher komplexer dreidimensionaler Mikro- und Nanostrukturen eignet und perfektionierte es mit seiner Arbeitsgruppe dahingehend.

Interesse an Karlsruher Präzisionsdruckern ist groß

"Am Anfang erschien es wie ein abgedrehtes Herstellungsverfahren, für das sich lediglich ein paar Freaks interessieren würden. Heute ist es der präziseste 3-D-Laserdrucker auf dem Markt, mit all den Möglichkeiten und Stärken des 3-D-Druckens", sagt Wegener.

Das Interesse an den Karlsruher Präzisionsdruckern aus Wissenschaft und Industrie weltweit ist entsprechend groß: "Heute sind mehr als 150 unserer Geräte in über 30 Ländern im Einsatz", sagt Nanoscribe-Geschäftsführer Martin Hermatschweiler, der 2007 mit Wegener die Firma mitbegründete. Damals waren sie zu viert, jetzt beschäftigt Nanoscribe bei einem zweistelligen Millionenumsatz rund 60 Mitarbeiter und will weitere einstellen.

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