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Karlsruhe Kommt die Transport-Revolution aus Karlsruhe? KIT-Studenten entwickeln Hyperloop-Kapsel - als Hobby

Von Karlsruhe nach Berlin und umgekehrt in 50 Minuten? Was klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman, könnte in gar nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich Wirklichkeit werden. Dafür soll eine Transportkapsel in einer luftleeren Röhre - genannt "Hyperloop" - sorgen. Bisher vor allem durch Tesla-Erfinder Elon Musk bekannt und vorangetrieben, arbeitet daran nun unter anderem auch ein 60-köpfiges Team von Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ob es den "Hyperloop" auch schon bald in der Fächerstadt geben wird?

Die Mobilität der Zukunft zeichnet sich vor allem durch eines aus: Schnelligkeit und Energie-Effizienz. Zumindest nach der Vorstellung von Tesla-Inhaber Elon Musk. Denn in der Vision des Unternehmers bewegt sich der Mensch in der Zukunft mithilfe einer bis zu 1.000 km/h schnellen Röhrentransportsystems namens "Hyperloop" von A nach B. 

Entwurf von moja-Design: Die Hyperloop-Transportkapsel in einer Röhre. | Bild: ©moja-design.de

Mit dieser Art der Fortbewegung sollen Langstrecken auch ganz ohne Flugzeug zurückgelegt werden können, was auf lange Sicht wiederum der Umwelt zugutekommt. Doch wer entwickelt diese neue Art von "Schnellzug" und was hat das mit Karlsruhe zu tun? 

KIT bei European Hyperloop Week dabei

Tatsächlich existiert die Idee des Hyperloops bereits seit 2013. Doch für solch ein Projekt bedarf es reichlich Vorarbeit, weshalb sich rund um die Idee ein ganzes Forschungsgebiet etablierte. Jedes Jahr werden von Musk dazu internationale Wettbewerbe ausgeschrieben, bei denen die technischen Elite-Unis ihre Hyperloop-Prototypen präsentieren dürfen.

Der sogenannte "Pod" - die eigentliche Transportkapsel - des Prototyps. | Bild: mu-zero Hyperloop e.V.

Eine gute Motivation, selbst aktiv zu werden, wie auch die 60-köpfige "mu-zero"-Gruppe aus Karlsruhe fand. Denn die jungen und ehrgeizigen KIT-Studenten möchten jetzt zum nächsten Wettbewerb, bei der "European Hyperloop Week in Valencia" vom 19. bis 25. Juli, ihre eigene  Reisekapsel durch die Röhren jagen.

"Sowas wie Wochenende gibt es momentan bei uns nicht"

Der Clou: Die Gruppe, die sich erst im vergangenen Jahr gegründet hat, entwickelt den "KIT-Prototyp" nicht etwa im Rahmen einer Uni-Veranstaltung, sondern außerhalb der Studienzeit. Geld für das Projekt fließt mithilfe von Sponsoring.

Leonhard Döring, Team Captain von mu-zero
Leonhard Döring, Team Captain von mu-zero. | Bild: Verena Müller-Witt

"Wir bekommen dafür keine Punkte für das Studium angerechnet, sondern eine Möglichkeit, Erfahrungen neben der praktischen Theorie aus den Vorlesungen zu sammeln", erzählt Team-Mitbegründer Leonard Döring im Gespräch mit ka-news.de.

Wie viel Arbeit die Gruppe, welche sich aus komplett verschiedenen Studienrichtungen zusammensetzt, letztendlich pro Woche in das Projekt steckt, lasse sich nicht klar beziffern. "Für uns Gründer ist das aber quasi aktuell unser Leben", so Döring weiter. "Sowas wie Wochenende gibt es momentan bei uns nicht. Trotzdem ist der Team-Spirit ganz besonders ausgeprägt. Es macht wahnsinnig viel Spaß."

Rohrtransportsystem und Infrastruktur

Aktuell tüftelt das Team noch an der Transportkapsel - die ist mit zirka 1,80 Metern Länge und 200 Kilogramm nicht gerade ein Leichtgewicht. Doch es komme nicht nur darauf an, "den Pod mal draufzusetzen und zu fahren", wie Teammitglied Iris Landerer weiß. 

"Es gibt sechs verschiedene Kategorien, in denen man antreten kann. Diese gehen von der Mechanik über die Elektronik, Skalierbarkeit und so weiter. Wir werden in fünf Kategorien antreten. Da geht es dann eher darum, wie haben wir das System designt und wie wurden Entwurfsentscheidungen getroffen", erklärt Landerer.

Iris Landerer, Division Lead Business & Operations bei mu-zero
Iris Landerer, Division Lead Business & Operations bei mu-zero. | Bild: Verena Müller-Witt

Eine reale Gewinnchance? Obwohl das KIT zum ersten Mal bei dem Wettbewerb mitwirkt, sind Landerer und Döring hier optimistisch gestimmt. "Wir haben gutes Feedback vom technischen Komitee erhalten. Denn wir haben den Vorteil, dass wir verschiedene Kategorien in unserem Team haben und damit alles abstecken können." 

Doch nicht nur der Pod - also die Kapsel -, auch die Transportröhre bedarf Beachtung. Denn die sei, so Döring, "in der Infrastruktur der kritische Punkt".

Hyperloop-Modell von HTT: Die Vision sieht vor, Transportmittel wie diese mithilfe von Magnettechnologie auf bis zu 1200 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen.
Hyperloop-Modell: Die Vision sieht vor, Transportmittel wie diese mithilfe von Magnettechnologie auf bis zu 1.200 km/h zu beschleunigen. | Bild: Hyperloop Transportation Technologies

"In so dicht besiedelten Gebieten wie Europa ist es schwierig zu sagen, wir bauen da jetzt eine Strecke hin. Da gibt es viele Leute, die ein Wort mitzureden haben. Und das erstmal auszutüfteln, wie man in eine bestehende Infrastruktur eine Neue integrieren kann, ist eine große Herausforderung", so Döring. "Wir werden dann im nächsten Jahr beginnen, im Bereich Infrastruktur zu forschen." 

Sieht so das Reisen der Zukunft aus? | Bild: ©moja-design.de

Hyperloop auch bald in Karlsruhe?

Diese bereits bestehende Infrastruktur sei auch der Grund dafür, dass die tatsächliche Einführung des Hyperloops in Europa vermutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als in den USA. "Europa ist dichter besiedelt als die USA, außerdem gibt es teilweise eine konservativere Mentalität in Deutschland, anders als in anderen Ländern. In der USA oder in China arbeitet man deutlich innovationsgetriebener", sagt Döring gegenüber ka-news.de. Dennoch gibt es bereits erste Vermutungen, wo das erste Röhrentransportsystem eingeführt wird.

Der "Pod" im Inneren. | Bild: Agentur Triebfeder

"Wir hatten vor kurzem auch ein Gespräch mit einem Experten und ich vermute, dass die Vereinigten Emirate, der Ferne Osten allgemein, aber auch die USA und Australien die ersten Länder sind, wo wir die ersten Implementierungen sehen werden", sagt Döring.

"Ich hoffe, die Mentalität bei uns kippt dann auch irgendwann und die Menschen in Deutschland sind gewillt, etwas Neues zuzulassen. Die Erfahrung zeigt aber, dass Deutschland da nicht unbedingt Vorreiter ist." Kurzum: In 50 Minuten von Karlsruhe nach Berlin und umgekehrt - bis das Wirklichkeit ist, wird es wohl noch eine Weile dauern.

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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    19.07.2021 15:24 Uhr
    !
    Es geht auch um die Sinnfrage.
    Wir haben in Mitteleuropa bereits ein gut ausgebautes Verkehrssystem: die Eisenbahn. Das System kriegt man mit passenden Ausbauten peu a peu flotter, OHNE die Kompatibilität mit Altstrecken zu verlieren, daher ist es kein Problem, einen durchgehenden umsteigefreien Zug von Hamburg oder Berlin nach Karlsruhe anzubieten, auch wenn nur Teile seiner Strecke schon als Neubau- oder Ausbaustrecke beschleunigt sind.
    Sowohl mit Transrapid, als auch mit Hyperloop kann man solche durchgehenden Systeme im ganzen Land nicht anbieten, es wäre immer ein Umstieg nötig, der Zeit und Komfort kostet, neue Systeme haben daher bei sehr hohem Aufwand nur einen sehr übersichtlich kleinen Nutzen.
    Und die Sinnfrage geht weiter: Transrapid und vermutlich noch mehr der Hyperloop verbrauchen Unmengen an Ressourcen beim Bau.
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  •   mueck
    (12301 Beiträge)

    19.07.2021 15:27 Uhr
    ...
    Die Rechnung mag anders aussehen, wenn man irgendwo im verkehrstechnischen Nichts baut. So'n Teil in Afrika oder Südamerika wäre evtl. eine Überlegung wert, da ist ja fast nix an Schienenverkehr, womöglich auch in Nordamerika, da gibt's größtenteils nur langsamen Güterverkehr, oder Teilen von Asien oder Hyperloop evtl. auch über die Ozeane rüber, wenn man das Problem mit den kontinentalen Plattengrenzen lösen kann. Aber hier doch nicht.

    Man bedenke: Die Chinesen haben ja auch mit Transrapid rumexperimentiert, haben dann aber stattdessen das inzwischen größte Netz an Schnellfahrstrecken mit klassischer Schienentechnik hochgezogen. Selbst in so einem großen Land hat sich das also offenbar nicht gelohnt, neue Systeme hochzuziehen.
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  •   Kommentar
    (956 Beiträge)

    19.07.2021 18:32 Uhr
    In China werden auch
    Magnetschwebezüge entwickelt. Die sollen wohl so um 600km/h schnell werden.
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  •   Motorhead
    (679 Beiträge)

    19.07.2021 16:10 Uhr
    Stimmt
    In Gebieten ohne bestehende Infrastruktur könnte das interessant sein.
    Was den Resourcenverbrauch beim Bau angeht: das interessiert - jetzt - noch Niemanden, was schade ist. Wenn ich nur dran denke was für ein Smartphone benötigt wird (und das wird vom Applejünger jährlich neu gekauft) oder E-Fahrzeuge usw.
    Ich glaube da braucht es eine flächendeckende Wasserkatastrophe bis da endlich mal die Glühbirnen bei manchen Herstellern im Oberstübchen angehen.
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  •   maehdrescher
    (1624 Beiträge)

    19.07.2021 14:39 Uhr
    Aber allemal
    sinnvoller, an der Entwicklung solcher neuen Techniken zu arbeiten, als mit Klimademo-Pappschildern durch die Stadt zu laufen und Reden zu schwingen. Unser Land hat seinen Wohlstand nicht den Schwätzern zu verdanken.
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  •   Motorhead
    (679 Beiträge)

    19.07.2021 14:54 Uhr
    Mähdrescher
    Woher kommt der Haß, den Sie hier immer wieder gegenüber den jungen Leuten äußern, die für unsere (ergo auch IHRE) Lebensbedingungen auf die Straße gehen?

    Wenn ich mir Ihre ständigen Kommentare zu diesem Thema durch lese steht da immer nur Abwertendes, Beleidigendes.
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  •   freigeist
    (739 Beiträge)

    19.07.2021 18:24 Uhr
    Nur mal am Rande
    bei Ihnen hat das Wort "Hass" schon ein inflatonäres Ausmaß angenommen.
    Es ist wohl zu einem Art Modewort geworden um seiner Meinung ja viel Gewicht zu geben.
    Ich kann leider in dem von Ihnen angeprankerten Text Nichts erkennen was auf Hass schließen lässt.
    Nur weil jeder Medienfuzzi das Wort benutz sollte man schon auch den Sinn von dem Wort Hass beachten.
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  •   Motorhead
    (679 Beiträge)

    19.07.2021 19:07 Uhr
    Verwechslung?
    Bitte zeigen Sie mir meine Kommentare in denen das Wort Hass benutzt wird. Danke.
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  •   maehdrescher
    (1624 Beiträge)

    19.07.2021 16:36 Uhr
    Ihr Konzept?
    Was haben Sie an meiner Meinung auszusetzen? Ist es Ihrer Meinung nach für unsere Umwelt und das Klima sinnvoller, mit Pappplakaten durch die Stadt zu gehen und Parolen zu rufen --- oder ist es sinnvoller, wenn sich junge Menschen mit innovativer Technik befassen und damit den Fortschritt voranbringen?

    Also, was ist Ihr Konzept? Gehen wir jetzt alle auf die Straße anstatt in die Schule, die Uni oder zum Arbeitsplatz? Inwiefern bringt uns das beim Klimaschutz voran? Eine Selbstdarstellung von Aktivisten macht unsere Umwelt aus meiner Sicht keinen Deut besser.
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  •   Motorhead
    (679 Beiträge)

    19.07.2021 19:07 Uhr
    Anders gefragt
    Was trägst Du aktiv dazu bei, dass die Klimakatastrophe eingedämmt wird?
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