Karlsruhe Karlsruhes kreative Köpfe: Wie diese 3 Ex-Studis erfolgreich ein Unternehmen aufgebaut haben

Aus einer simplen Idee ein großes Ding machen - diese Vision haben viele, doch nur wenige sind erfolgreich. Die drei Gründer Jonas Fuchs, Timo Schneider und Dominic Staub aus Karlsruhe haben den Sprung vom Start-Up in die Unternehmerwelt geschafft. Sie alle waren Studenten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) - das Startkapital gab es aus einem Gründerwettbewerb.

Mit ihrem Startup gewannen sie Anfang 2018 beim Karlsruher Gründerwettbewerb "GROW" der PionierGarage am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und konnten sich gegen ihre Konkurrenten durchsetzen: Was machen die Jungs von "Usertimes" heute? ka-news.de hat nun, zwei Jahre später, mit ihnen gesprochen.

Wie geht es euch heute, wie ist das Leben als junge Gründer - positiv als auch negativ betrachtet?

"Wir als Usertimes stehen heute als junges Unternehmen gut da, freuen uns über unsere Mitarbeiter*innen und das gute Gesamtklima. Natürlich ist dabei das Leben als Gründer nicht immer einfach: eine steile Lernkurve, hohe  Verantwortung, geschäftliche Herausforderungen und viele offene Fragen erzeugen natürlich ein Spannungsfeld, bei dem nicht nur Erfolge auftreten.

Mit einer wertschätzenden Firmenkultur, viel konstruktivem Austausch in der Startup-Szene und viel positiver Rückmeldung von unseren Kunden, können wir diesen aber passend begegnen und den Weg weiter positiv nach vorne gehen."

Wenn ihr auf die letzten zwei Jahre zurück blickt - was waren eure schönsten Momente?

"Als Gründer lässt sich die Frage nicht so leicht beantworten, da es selten Einzelmomente sind, sondern wichtige Säulen die sich Stück für Stück formen. Natürlich gibt es Schlüsselmomente wie der Abschluss einer Finanzierung, dennoch ist das (kontinuierlich) Schöne, als Team zu wachsen, eine hohe Identifikation und Loyalität der Mitarbeiter*innen zu spüren und das Gemeinschaftswerk wachsen zu sehen."

Gab es auch Herausforderungen und Misserfolge?

"Selbstverständlich gibt es auch hierbei Rückschläge, wie sie bei jungen Firmen, Berufseinsteigern und Innovatoren auftreten. Begonnen haben wir zum Beispiel gleich zu Beginn mit einer größeren Finanzierungslücke - die wir durch den lokalen studentischen VC First Momentum Ventures auch bald schließen konnten.

Generell hat es Zeit benötigt, um das passende Gefühl für den Markt zu schaffen und manche nötige Kompetenzen zu erwerben. Vieles davon natürlich auch klar am Rande der Komfortzone. In Summe geht dabei natürlich auch in Kommunikation, Vertrieb und allem Anderen etwas schief - aber oft eben nur im kleinen - und diese "Misserfolge" helfen dann es bei nächsten Mal besser zu machen."

Was macht denn "Usertimes" mittlerweile - welche Entwicklungen hat es gegeben?

"Seit dem Beginn der Unternehmung Ende 2017 haben wir basierend auf unseren Erfahrungen und engem Kundenkontakt unser Produktangebot weiterentwickelt. So stark sogar, dass wir den Schwerpunkt unserer Leistungen im Vergleich zu damals deutlich verschoben haben. Im "Startup-sprech" haben wir damit einen sogenannten "Pivot" gemacht: Wir bieten nun mit dem Produkt eine Unterstützung für spätere Prozessschritte als ursprünglich angedacht.

Dieses ist mittlerweile gelaunched und wird von unseren Kunden intensiv genutzt. Aber auch unser Unternehmen konnte mit den Unterstützungen (unter anderem durch Räumlichkeiten) der PionierGarage, dem CyberForum und aktuell der Technologiefabrik immer weiter wachsen, wir konnten ein eigenes Büro einrichten und erste Mitarbeiter fest einstellen!"

Drehen wir die Zeit noch einmal zurück: Wie seid ihr damals überhaupt auf die Idee des Startups gekommen?

"In diesem speziellen Fall gab es das Team bereits weit vor der Idee - denn wir haben uns als Team im Rahmen einer Technologieausgründung des KIT kennengelernt. Als Team wollten wir uns neuen Herausforderungen stellen und haben uns auf die Suche nach Ideen - beziehungsweise offenen Problemen im Markt umgesehen.

Aus den eigenen Erfahrungen, ergänzt mit fachlichem Austausch und sorgfältiger Beobachtung, entstanden dabei erste konkrete Ideen deren Kern heute noch deutlich Bestand hat. Die Relevanz des Themas zeigt der heute deutliche Trend im Bereich Operations in der User Experience, den wir damals schon erahnen konnten."

Welche Pläne und Ziele habt Ihr für die Zukunft?

"Für uns steht in diesem Jahr weiter ein gesundes Wachstum an - durch die zunehmende Kundenbasis und bevorstehende Internationalisierung ist es wichtig, zusätzliche Teammitglieder zu gewinnen, consider.ly als wichtiges Produkt am heiß umkämpften Markt für auf Nutzerforschung spezialisierte Software zu etablieren, mehr Sichtbarkeit und Auftritte als Branchenexperten wahrzunehmen und unserer Vision näher zu kommen, Nutzerfeedback nachhaltig in die Produktentwicklung zu integrieren."

Was ist Usertimes?

Mit ihrem Startup "Usertimes" schufen die drei jungen Gründer eine digitale Möglichkeit für Unternehmen, eine Nutzeranalyse durchzuführen. Damit gewannen sie beim Gründerwettbewerb "GROW" und staubten 3.000 Euro Preisgeld ab. Der Wettbewerb ist von Studenten für Studenten, auch Fuchs, Schneider und Staub studierten am KIT. Mittlerweile widmen sie sich Vollzeit ihrer Firma. 

Usertimes bietet Software für UX-Spezialisten in Firmen an, die sich mit Kunden- und Nutzerfeedback beschäftigen. Deren Aufgabe ist es für ein gutes Nutzererlebnis zu sorgen - der sogenannten User Experience.

Das tun sie, indem zum Beispiel Interviews mit der Zielgruppe geführt werden, diese strukturiert analysiert werden und dann Entscheidern und Designern die gewonnenen Erkenntnisse kommuniziert werden.

Genau für diesen Aufbereitungs-, Speicherungs- und Mitteilungsaspekt bietet Usertimes ein Programm, welches diese oft aufwändigen Prozesse massiv unterstützt und eine Zusammenarbeit von Experten fördert.

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