19  

Karlsruhe Schluss mit Belästigungen: Karlsruher Studenten entwickeln Notfall-App

"Einmal wurde eine Freundin von mir nachts von ein paar Männern belästigt. Sie schrieb mir eine SMS, aber da ich viel zu weit weg war, konnte ich nicht viel machen" - diese Erfahrung des Karlsruher Informatik-Studenten Tobias Röddiger hat ihn auf eine Idee gebracht: Gemeinsam mit drei Kommilitonen entwickelte er die App "EnCourage", die seiner Freundin hätte helfen können.

Die Idee kam im Oktober 2014. "Ich saß mit meinen Studienkollegen Cole Bailey, Dominik Doerner und René Brandel in einem Restaurant in Karlsruhe, als wir beschlossen, die Problematik in Angriff zu nehmen. Jetzt sind wir neben unserem Studium schon fast ein Jahr an der Entwicklung von EnCourage", berichtet Tobias Röddiger.

Hilferuf per Notfall-Knopf

Nutzer der App, die sich in einer ähnlichen Situation wie Tobias' Freundin befinden, können per Knopfdruck alle Personen in ihrer unmittelbarer Umgebung benachrichtigen, die "EnCourage" ebenfalls installiert haben. Wollen Freunde oder Familie ebenfalls über den Alarm informiert werden, müssen sie ihr Gerät mit dem des Betroffenen verknüpfen.

"Der Notfallknopf ist ein sogenannter 'Dead Man’s Switch', der erst dann auslöst, wenn er losgelassen wird, auch wenn einem das Handy aus der Hand geschlagen wird. Es ist möglich, sowohl vor als auch nach dem Melden zusätzliche Informationen anzugeben und diese jederzeit zu ändern", erklärt Röddiger. Wer sich auf den Weg macht, um zu helfen, muss ebenfalls nur einen Knopf betätigen - dann erhalten derjenige, der den Alarm gesendet hat, sowie alle Alarmierten die Info, dass jemand unterwegs ist, und ob dieser eine Erste-Hilfe-Ausbildung hat. 

"Reaktionen waren sehr positiv"

Momentan läuft die Testphase, bei der laut Tobias Röddiger bislang über 1.000 Personen mitgemacht haben (hier  kann man sich als Tester bewerben). "Die Reaktionen waren bis jetzt sehr positiv. Teilweise haben sich Leute bedankt, dass es die App gibt", erzählt der Informatikstudent stolz. Das war noch nicht der einzige Erfolg: Die vier KIT-Studenten haben den deutschen Vorentscheid des internationalen Technikwettbewerbs "ImagineCup 2015" von Microsoft in der Kategorie "World Citizenship" gewonnen und durften am weltweiten Finale in Seattle teilnehmen.

Zudem haben schon zahlreiche überregionale Medien über die Karlsruher und ihre Erfindung berichtet, unter anderem RTL und "Die Welt". Anfang 2016 soll "EnCourage" für iOS und Android auf den Markt kommen. Röddigers Ziel: "Eine sichere Gesellschaft für uns alle ermöglichen."

 

Mehr zum Thema
Karlsruhe - Stadt der Innovationen: Karlsruhe - Stadt der Innovationen: Karlsruhe ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit enormer Innovationskraft und Erfindergeist. Hier boomt die Gründer-Szene. Viele schlaue Köpfe, innovative Start Ups und erfolgreiche Unternehmer sind hier zu Hause! Zahlreiche internationale Innovationen und Technologien haben ihren Ursprung in Karlsruhe.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (19)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   OhneMich
    (414 Beiträge)

    12.10.2015 17:14 Uhr
    Kann man damit seine Kumpels alarmieren,
    wenn man "Schderess" hat?

    Das wäre ja dann ne Bürgerwehr-App.

    Das wiederum wäre ja voll Nazi!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    11.10.2015 17:17 Uhr
    Praktisch!
    Dann kann ich meinen Elektroschocker, den Schlagring, das Reizgas, die Handschellen und den Keuschheitsgürtel bei allzu aufdringlichen Badenerinnen ja künftig zu Hause lassen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (798 Beiträge)

    11.10.2015 14:41 Uhr
    Junge, äh Alde,
    die Idee ist nicht schlecht wenn damit kein Unfug betrieben wird.
    Soweit meine positive Gedanken dazu...

    ...da ich aber in Karlsruhe aufgewachsen bin und uns bruddeln im Blut liegt,für so eine App benötigen 4 IT-Studenten 1 Jahr(in Worten EIN) Entwicklungszeit ?
    Wie es bei IOS aussieht weiss ich ja nicht,aber für Android und Windowsphone benötigt man da maximal....naja manche Meldungen wundern mich da echt nicht mehr.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    11.10.2015 12:47 Uhr
    Es ist
    gut das es solche Apps gibt. Da kommen bestimmt noch Verbesserungen dazu.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   DreiFragezeichen
    (1402 Beiträge)

    11.10.2015 12:07 Uhr
    Ich kann nicht erkennen, was da neu sein soll.
    SOS-Apps oder festeingebaute Systeme gibt es in verschiedensten Ausführungen mit verschiedensten Leistungsumfängen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6685 Beiträge)

    11.10.2015 10:40 Uhr
    Wenn eine Frau,
    womöglich noch von mehreren Männern belästigt oder massiv bedrängt wird, glaubt man dann wirklich, das diese Typen es zulassen, dass Ihr Opfer mit dem Handy einen Notruf absetzen oder per App Hilfe herbeiholen kann. Es ist sicher gut gemeint und ich wünsche keiner Frau diese Situation, aber leider geht das an der Realität meistens vorbei.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ckckck
    (421 Beiträge)

    12.10.2015 07:26 Uhr
    daher auch
    Zitat:
    "Der Notfallknopf ist ein sogenannter 'Dead Man’s Switch', der erst dann auslöst, wenn er losgelassen wird, auch wenn einem das Handy aus der Hand geschlagen wird."
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zyniker
    (498 Beiträge)

    11.10.2015 10:30 Uhr
    Trauriges und vielsagendes Bild unserer Gesellschaft,
    dass man so ausgerüstet sein muß, um sich aus dem Haus trauen zu können.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mr.Hab
    (32 Beiträge)

    11.10.2015 09:51 Uhr
    Gute Analyse lynx
    Aber wie auch du komme ich zu dem Schluss, dass hier vermutlich die Vorteile überwiegen. Auf jeden Fall eine tolle Sache. Und wenn damit nur wenige Taten verhindert werden, ist es das natürlich schon wert. Werde mir die App mit Sicherheit zulegen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Toleranz
    (221 Beiträge)

    11.10.2015 09:51 Uhr
    Gut gemeint, ist nicht gut getan ...
    Innovatonen im Unterhaltungsbereich sind sicher mit APP´s unterhaltend, nur sollte davon absehen APP zum petzen oder denunzieren unüberlegt auf den Markt zu werfen. Die Probleme können auf die Entwickler zurückfallen. Der Bürger hat keine hoheitlichen Aufgaben der Executive und darf nur im Ausnahmefall aktiv werden und auch nur mit angemessenen Mitteln sich zur Notwehr einsetzen. Kommen über die APP andere vielleicht Unschuldige zu Schaden, werden die APP Entwickler bald weg vom Fenster sein, auch wegen Beihilfe. Zudem öffnet dies Denunzierung Tor und Tor. Es ist auch möglich Unschuldige als vermeintliche Gewalttäter durch einen Mob zu markieren. Jede Person die NOTFALL ruft und jeder der HAND anlegt wäre mit dran. Und was tut man wenn keine Polizei mehr aktiv werden kann weil dauernd Falschalarme losgetreten werden, nach dem Motto ( mal schaun wer kommt ?). Lasst in euren jungen Jahren von solchen riskanten Dinegen lieber die Finger, Ihr macht Euch alle nur unglücklich damit.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: