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Karlsruhe #digitalk Karlsruhe: Werden in 20 Jahren Maschinen alle wichtigen Entscheidungen für uns treffen?

Autonomes Fahren, Alexa, Social Media Bots - die Künstliche Intelligenz (KI) ist längst in unserem Alltag angekommen. Aber wie wird sie unser Leben in Zukunft verändern? Werden in 20 Jahren Maschinen alle wichtigen Entscheidungen für uns treffen? Kann Künstliche Intelligenz ein eigenes Bewusstsein entwickeln? Und welche Auswirkungen hat KI auf unsere Kommunikation und Kreativität? Diese und andere spannende Fragen werden beim #digiTALK zum Thema "Maschine denkt, Mensch folgt? - Ein Blick in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz" am Dienstag, 2. Juli, diskutiert.

Im Rahmen des Wissenschaftsfestivals "Effekte" laden Karlshochschule und ka-news zusammen mit dem Wissenschaftsbüro der Stadt Karlsruhe zum #digiTALK am 2. Juli. Ab 19 Uhr wird in der Karlshochschule über Künstliche Intelligenz versus oder mit Mensch diskutiert.

Nach einem kurzen Impulsvortrag der Referenten, lädt das Podium unter Moderation von Uwe Gradwohl (SWR) zu einem gemeinsamen Austausch mit dem Publikum ein. Das Thema: "Maschine denkt, Mensch folgt? - Ein Blick in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz".

Zu Gast auf dem Podium sind diesmal

  • Karsten Wendland
    Karsten Wendland
    Karsten Wendland | Bild: ps
    Professor Dr. Karsten Wendland ist Zukunftsgestalter. Der Diplom-Informatiker ist promoviert in Humanwissenschaften, seit über 10 Jahren Professor für Medieninformatik an der Hochschule Aalen und seit 2019 Leiter eines KI-Projekts zu „Maschinellem Bewusstsein“ am KIT in Karlsruhe. Darüber hinaus berät er in Südamerika Plantagen und Rinderzüchter zu Möglichkeiten des Digital Farming.
  • Joachim Weinhardt
    Joachim Weinhardt
    Joachim Weinhardt |
    Professor Dr. Joachim Weinhardt. Geboren 1959, Studium der Biologie und der Evangelischen Theologie in Heidelberg, Studium der Theologie, Promotion und Habilitation in Tübingen, seit 2003 Professor für Systematische Theologie und Theologiegeschichte an der PH Heidelberg.
  • Ludger Pfanz
    Ludger Pfanz | Bild: ps
    Professor Dr. Ludger Pfanz realisierte quer durch die Welt als freier Regisseur, Autor und Produzent Dokumentarfilme und Filmproduktionen für öffentlich rechtliche Anstalten. Seit 1997 unterrichtet er Film an der Hochschule für Gestaltung im ZKM in Karlsruhe und lehrt weltweit in Deutsch, Englisch und Spanisch unter anderem an der Beijing Filmacademy, NTU Singapur, NFTS in London, bei Netherland Filmacademy, an der HFF Potsdam und der HFF München.

    Seit 2011 ist er Gründer und Leiter des internationalen Festivals "Beyond" und des internationalen "Future Design Symposiums". Er wurde 2012 zum Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands gewählt und im gleichen Jahr erhielt sein Festival "Beyond" die Auszeichnung "Deutschland Land der Ideen". Seit 2018 ist er auch Vorstand des Future Design Institute e.V. von der Hochschule für Gestaltung und Medien

Darum geht es bei den Impulsvorträgen

Was ist dran an der Rede von einem Maschinellen Bewusstsein? Karsten Wendland stellt vor, welches Gedankengut zu diesem Thema kursiert, wie Menschen darauf reagieren, was wir von der KI-Zukunft erwarten können und wie wir sie gestalten sollten - zwischen technologischem Ehrgeiz und KI-Ethik für uns alle. 

Eine besondere Rolle spielt für ihn, auf welche Art und Weise wir die Künstliche Intelligenz in unser Leben und in unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen hineinlassen, um am Puls der Zeit zu sein und vorausschauend bewusste Entscheidungen für uns, unsere Kinder und unsere Enkelkinder zu treffen. Wendland sagt: "Wir müssen die Technik so gestalten, dass die Technik uns dient, und nicht wir uns der Technik unterwerfen. Die KI müssen wir zähmen, um uns zu erhalten,"

Karsten Wendland
Karsten Wendland | Bild: ps

Bei Joachim Weinhardt geht es um das allgemeine Verhältnis des Wesen der KI zum Wesen des Menschen. "Klassisch-philosophisch ist der Mensch das 'animal rationale'. Damit wäre die KI in ihrer Mainstream-Form womöglich ein gesteigerter Mensch. Aus christlich theologischer Sicht ist der Mensch das Ebenbild Gottes." Das bedeutet, er hat die Bestimmung, stellvertretend für Gott die Erde klug und weise zu verwalten. In welchem Verhältnis könnte dieser Begriff des Menschen zur KI stehen?

Ludger Pfanz: Computer träumen nicht. Improvisation liegt ihnen nicht. Imaginationen – Fehlanzeige. Maschinen setzen sich keine Ziele, haben kein Verantwortungsgefühl und stellen keine Fragen. Selbst wenn sie mit großen Datenmengen trainiert werden, können Maschinen nur aus der Vergangenheit lernen. Sich die Zukunft vorzustellen, dazu sind sie nicht in der Lage.

Um zukünftige Berufe sicher vor der Übernahme durch Maschinen zu machen, muss man Berufe ausbilden, die ein Element des menschlichen Verhaltens erfordern, das Computer nicht replizieren können: Intuition, Kreativität, Innovation, Mitgefühl, Vorstellungskraft, Problemlösung, Erfindungsgabe, Empathie. Herausragende und einmalige menschliche Fähigkeiten zu kultivieren, bedeutet eine völlig andere Erziehung. Weg von jeder Uniformität. Hin zur Außergewöhnlichkeit.

Hintergrund

Der nächste Talk findet am Dienstag, 2. Juli, in der Karlshochschule, Karlstraße 36-38, statt. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungsreihe #digiTALK ist eine Plattform für digitale Gesellschaft und Netzkultur in Karlsruhe und wird als Gemeinschaftsprojekt vom Wissenschaftsbüro der Stadt Karlsruhe, Karlshochschule, ka-news und dem Contentwerk organisiert. #digiTALK ist keine Expertenveranstaltung, sondern ein offener Raum mit einem niederschwelligen Angebot für alle. Bei #digiTALK stehen Diskussion und Austausch auf Augenhöhe in lockerer Atmosphäre im Mittelpunkt! Wer nicht dabei sein kann: Getwittert wird wie immer unter dem Hashtag #digitalkka.
Mehr zum Thema
#digiTALK Karlsruhe: Plattform für digitale Gesellschaft und Netzkultur:


Der #digiTALK verbindet Talk die analoge und digitale Welt, indem er einen neutralen "dritten Ort" schafft, in dem sich die Akteure der digitalen Welt vernetzen können und gemeinsam aktuelle und relevante gesellschaftliche Themen diskutieren. Mit einem umfassenden Ansatz thematisiert #digiTALK das Digitale als neue soziale Sphäre und fragt nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die verschiedenen Bereiche unseres Lebens.

Die Themen sind bewusst kontrovers und teils provokant und verstehen sich als spezifischer Karlsruher Beitrag zu aktuellen Debatten und Themen wie "Liefergesellschaft", "Smart Data", "E-Government und Open Data", "Sharing Economy", "Gründerkultur" oder "Digitales Wissen".
Sie wollen als Referent mitwirken? > Speaker-Bewerbung hier! <

#digiTALK ist der digitale Stammtisch der Stadt. Die Veranstaltung ist keine reine Expertenveranstaltung, sondern ein offener Raum mit einem niederschwelligem Angebot für alle, die sich in Karlsruhe über Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Lebenswelt austauschen wollen.

#digiTALK ist diskursorientiert. Ziel ist nicht die Präsentation von Produkten oder unkritischen Positionen, sondern die spannungsreiche Konfrontation von widersprüchlichen Perspektiven auf ein gemeinsames Thema. Dabei treffen Speaker aus Karlsruher Unternehmen, Startups, Forschungseinrichtungen, Vereinen oder Kultureinrichtungen auf den Blick von außen.

Der nächste Talk findet am Dienstag, 2. Juli, in der Karlshochschule, Karlstraße 36-38, statt. Der Eintritt ist frei.

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Kommentare (2)
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  •   Route66
    (1751 Beiträge)

    21.06.2019 07:06 Uhr
    Interessant
    wie auch die Persönlichkeitsrechte und der Datenschutz bei KI ausgehebelt werden
    KI ist kaputt
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Route66
    (1751 Beiträge)

    20.06.2019 20:13 Uhr
    Die Frage
    müssste lauten:

    Wer wird KI kontrollieren können?
    Sie ist schon jetzt von Menschen nicht mehr kontollierbar. Die Komplexität, die damit einher geht, können die Unternehmen weder verstehen, nachvollziehen noch steuern. Bei KI entwickelt sich ein Eigenleben, was niemand mehr aufhalten oder rückgängig machen kann. Eben Künstliche Intelligenz. Und sie lernt und lernt und lernt...
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