Karlsruhe FZI Karlsruhe: Seit über 30 Jahren wird hier an der Zukunft gearbeitet!

Roboter sind am Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) keine Seltenheit, denn hier wird seit über dreißig Jahren erfolgreich an der Zukunft geforscht. Allein im Jahr 2016 wurde an 227 Projekten gearbeitet. Am Donnerstag öffnet das Institut für alle Interessierten seine Labortüren.

Das Forschungszentrum Informatik (FZI) wurde 1985 vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und der Universität Karlsruhe gegründet und ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Hauptsitz in Karlsruhe und einer Außenstelle in Berlin. Da 1984 dringender Handlungsbedarf für ein Forschungs- und Transferzentrum für Informatik und IT-Anwendungen bestand, wurde das FZI zunächst in der Universität Karlsruhe eingerichtet. Am 1. Januar 1985 folgte dann die Selbstständigkeit.

Die Forschungseinrichtung umfasst sieben Anwendungsfelder: "Automation und Robotik", "Energie", "Gesundheitswesen", "Mobilität", "Produktion und Logistik", "Software-Entwicklung" sowie "Wissen und Informationsdienste". Außerdem betreibt das FZI in 21 Forschungsfeldern interdisziplinäre Forschung. Seit 2012 steht dem FZI, neben dem Hauptgebäude in der Haid-und-Neu-Straße 10-14, noch eine weitere Forschungseinrichtung zur Verfügung. Das über 2.500 Quadratmeter große House of Living Labs (Haid-und-Neu-Str. 5a) beheimatet die branchen- und anwendungsfeldübergreifende Forschung und Entwicklung.

Forschung und Anwendung verbinden

209 Mitarbeiter sowie 347 wissenschaftliche Hilfskräfte zählt das FZI aktuell. Im letzten Jahr haben diese Menschen an 227 Projekten gearbeitet, davon waren 158 Industrie- und 69 öffentlich geförderte Projekte. Von mehr als 20 Professoren verschiedener Fakultäten, wissenschaftlich geleitet, entwickeln die Forschungsgruppen interdisziplinär Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Während in den Anfangsjahren die Anwendungen meist aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Softwarekonstruktion kamen, trat, neben neuen Methoden für den Entwurfs- und Konstruktionsprozess von Maschinen und Schaltkreisen, bald der unsichtbare Rechnereinsatz durch die Digitalisierung von Steuerungs- und Überwachungsaufgaben in den Vordergrund.

Doch die Forschungsprojekte am FZI bleiben bunt gemischt. Aktuelle Projekte sind beispielsweise das im September gestartete Forschungsprojekt AuRorA. Hier wird der Einsatz von Servicerobotern in Pflege und Alltagsbewältigung erforscht. Zudem wirkt das FZI beim Testfeld autonomes Fahren, dass letztes Jahr in Karlsruhe gestartet ist, mit. Eine der populärsten Erfindungen am FZI ist der zweiarmige Service-Roboter HoLLiE. Er kann verschiedene Begleit-, Assistenz und Serviceaufgaben übernehmen. Im Bereich der Informationstechnologie ist das FZI Innovationsdrehscheibe in Baden-Württemberg. Zudem erfüllt es als wirtschaftsnahe und unabhängige Forschungseinrichtung die Aufgabe einer Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und praktischer Anwendung.

Serviceroboter in Karlsruhe
Aktuelles FZI-Projekt AuRorA testet den Einsatz von Servicerobotern in Pflege und Alltagsbewältigung. | Bild: ps/FZI

Wissen weitergeben

Der Wissenstransfer ist ein strategisches Ziel des FZI. Er bereitet Mitarbeiter auf eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft oder in der Wissenschaft vor, aber gibt sein Wissen auch an Studierende und junge Wissenschaftler weiter. Beide Seiten, die Wirtschaft und die Wissenschaft, können so profitieren.

Denn Studierende, Absolventen und Doktoranden bringen stets neueste Impulse ans FZI und gewinnen dabei, gleichzeitig durch die anwendungsorientierte Forschung und insbesondere durch die intensive Zusammenarbeit mit FZI-Partnern aus Industrie und Wissenschaft, wertvolle Erfahrung für zukünftige Forschungs-, Entwicklungs- und auch Führungsaufgaben in der freien Wirtschaft. Auf der anderen Seite lernen Unternehmen auf diesem Wege Wissenschaftler kennen, sodass viele FZI-Mitarbeiter ihre wirtschaftliche Karriere bei früheren Projektpartnern beginnen.

Aber auch auf dem Weg zur Selbstständigkeit kann das FZI ein wertvolles Sprungbrett sein. So fördert es seine Mitarbeiter durch ein anwendungsnahes, gründerfreundliches Arbeitsumfeld und unterstützt wissenschaftliche Spin-offs in den Bereichen Infrastruktur, Coaching, Marketing, Finanzierung und durch die Übertragung von Rechten an Forschungsergebnissen. Auf diesem Wege hat das FZI bisher die Gründung von mehr als 40 Unternehmen begleitet.

Open House: FZI lädt ein

Wer das FZI näher kennen lernen will, ist beim Open House am Donnerstag, 22. Februar, ab 9.30 Uhr genau richtig: Dabei soll die Vielfalt und die Anwendungsorientierung des Instituts kennengelernt werden. Im Rahmen dessen finden Transfer-Foren zu Blockchain, Digital Health Care, Künstliche Intelligenz und Mobilität statt.

Wissenschaftler zeigen an diesem Tag im gesamten FZI House of Living Labs Demonstrationen zu Anwendungsforschungsprojekten und stehen dabei Rede und Antwort für alle Interessierten. Außerdem findet ab 16.15 Uhr eine Podiumsdiskussion statt.

Mehr Infos zum FZI gibt es unter www.fzi.de

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