Rastatt Genau ein Jahr nach der Rastatter Tunnel-Havarie: Viele Fragen sind noch offen

Am 12. August 2017 sackten bei Rastatt plötzlich die Gleise ab. Wie genau es dazu kam, das ist bis heute nicht geklärt. Fest steht allerdings, dass der Zwischenfall in einem Zusammenhang mit der Tunnelbaustelle zu Rastatt steht. Nun, ein Jahr später, erklärt sich die Bahn in einer Pressemeldung.

"Ein Jahr nach der Havarie des Tunnels Rastatt dauern die Untersuchungen zur Schadensursache an", beginnt die Pressemeldung der Deutschen Bahn. "Daher konnten die letzten Meter der beiden je 4.270 Meter langen Tunnelröhren bislang nicht fertiggestellt werden. Alle Beteiligten sind derzeit mit größter Sorgfalt auf die Bewertung der Hintergründe der Havarie fokussiert."

Dennoch gehen die Bauarbeiten weiter: Nach der Havarie am 12. August 2017 sei zunächst intensiv daran gearbeitet worden, den Schaden an der Rheintalbahn zu beheben und den Bereich oberhalb der Tunnelröhren dauerhaft zu stabilisieren. Für die Betonplatte unter den Gleisen wurden rund 540 Tonnen Bewehrungsstahl und 3.000 Tonnen Beton verarbeitet.

Es dauerte Wochen, bis die Züge wieder rollten

Erst am 2. Oktober 2017 konnte der Verkehr auf der Rheintalbahn wieder rollen. Anschließend wurde der Vortrieb der Weströhre fortgesetzt. Nach 3.672 Metern Vortrieb erreichte die Tunnelvortriebsmaschine "Sibylla-Augusta" Anfang Dezember 2017 den Startschacht vor der Rheintalbahn. Hier steht sie derzeit in Warteposition.

Anfang Februar 2018 haben die ersten Arbeiten für den Rückbau des rund 2.000 Kubikmeter großen Betonpfropfens in der Oströhre begonnen. Dieser wurde als Schutzmaßnahme unterhalb des abgesenkten Gleisbereichs der Rheintalbahn in den Tunnel eingebracht und trennte zugleich den intakten Tunnel vom Schadensbereich ab. Der Rückbau des Betonpfropfens ist inzwischen abgeschlossen. Zusätzlich wurden weitere sechs Meter der Betonverfüllung abgebaut.

Später soll eine Öffnung durch die Tunneldecke zur Erdoberfläche hergestellt werden. Diese dient als Rettungsweg aus der Tunnelröhre sowie zur logistischen Versorgung der weiteren Bauarbeiten, zum Beispiel für den Bau der Querschläge im unbeschädigten Tunnelbereich.

Schlichtungsverfahren dauert an

Aktuell läuft das zwischen der DB und der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Tunnel Rastatt vereinbarte Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahren zur Klärung der Ursachen des Schadens beim Tunnelvortrieb im August 2017. Die ARGE Tunnel Rastatt führt zusammen mit der Deutschen Bahn seit Mitte Mai ein Bohrprogramm zur vertiefenden Erkundung des Baugrundes durch.

Im Bereich der Schadensstelle und in dessen Umfeld wird der Baugrund mithilfe von Bohrgeräten untersucht. Sie sollen weitere Hinweise über die Ursachen der Havarie liefern. Auf dieser Basis kann ein Konzept zum weiteren Vortrieb der Weströhre entwickelt werden. Zudem ist die Ursachenanalyse Grundlage für die weitere Vorgehensweise in der Oströhre, zur Demontage der einbetonierten Tunnelvortriebsmaschine.

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Baustelle Rastatter Tunnel: Die Deutsche Bahn will die Strecke Karlsruhe-Basel ausbauen. Eine wichtige Maßnahme: der Bau eines neues Eisenbahntunnels in Rastatt. Alle Informationen zum Bauvorhaben, dem Fortschritt und den Auswirkungen für den Bahnverkehr finden Sie in unserem Dossier.
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