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Rastatt Bohrungen sollen Ursache für Rastatter Tunnel-Havarie geben

Geologen haben mit der Untersuchung von Bodenproben der Rheintalbahn-Tunnelbaustelle in Rastatt begonnen. Sie soll Hinweise auf die Ursache des schweren Schadens im vergangenen August bringen.

Dazu werden noch bis Ende Juli 60 Bohrungen vorgenommen, die zum Teil bis in 25 Meter Tiefe reichen, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstag auf der Baustelle. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine Entscheidung im Schlichtungsverfahren zwischen der Bahn und den Tunnelbau-Unternehmen zu finden.

Am 12. August 2017 waren Wasser und Erdreich in einen bereits fertigen Abschnitt des Tunnels eingedrungen. Die darüberliegenden Schienen der wichtigen Nord-Süd-Verbindung Rheintalbahn senkten sich, der Verkehr musste bis zum 2. Oktober unterbrochen werden. Die Baufirmen füllten den betroffen Teil des Tunnels mit Beton auf. Neben dem Personenverkehr fielen mehrere tausend Güterzüge auf der Strecke zwischen den Nordseehäfen und Italien aus.

Zur Höhe des Schadens am Tunnel gibt es weiterhin keine Angaben. Das Schlichtungsverfahren soll spätestens Anfang 2019 abgeschlossen sein und einen Prozess vermeiden. Eine im April veröffentlichte Studie im Auftrag von Unternehmensvereinigungen bezifferte den gesamten volkswirtschaftlichen Schaden auf mehr als zwei Milliarden Euro.

Inzwischen wurde eine Betonsperre aus der Tunnelröhre entfernt, die unmittelbar nach dem Schaden gegossen worden war, um den intakten Teil des Tunnels zu sichern. Wann die übrige Betonfüllung mit der eingeschlossenen Tunnelbohrmaschine entfernt werden soll, ist nach Angaben von Projektleiter Jürgen Kölmel noch nicht entschieden. Das gesamte Tunnelbauprojekt verzögert sich voraussichtlich um zwei Jahre und wird wohl erst 2024 fertig.

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