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Kolumne von Provokation auf vier Pfoten

Man könnte annehmen, dass wir Hundebesitzer zusammenhalten - vereint im Kampf gegen die bösen Hundehasser. Allerdings spalten sich die Hundebesitzer in zwei Lager: Da gibt es diejenigen, die versuchen ihren Mitmenschen mit ihren Vierbeinern nicht auf die Nerven zu gehen - und diejenigen, die alle Regeln für ein freundliches Miteinander außer Acht lassen.

Vor kurzem beobachtete ich im Stadtpark wie eine Frau ihren Hund ohne Leine herumtollen ließ. Ganz davon abgesehen, dass in öffentlichen  Parks die Hundehalter den Leinenzwang einzuhalten haben, hörte der Viebeiner so gar nicht auf das Rufen seines Frauchens. Das Tier hatte gerade eine leckere Beute entdeckt: Eine Eistüte... in der Hand eines Kleinkindes.

Der Hund stürmte los, riss den kleinen Jungen um, schnappte sich das Eis und machte sich aus dem Staub. Völlig verstört brach das Kind - immer noch auf dem Boden liegend - in Tränen aus. Die Hundebesitzerin kam angerannt und versuchte sich mit dem üblichen Floskeln beim Vater zu entschuldigen: "Junger Hund... wollte nur spielen... mag keine Leine..."

Wäre ich an der Stelle des Vaters gewesen, hätte ich mich vermutlich nicht zusammenreißen können. Ich hätte die Frau angeschrien, ihr womöglich für ihre blöden Kommentare eine geknallt. Aber der Vater reagierte wohl so wie es für seinen Sohn am besten war: Er drehte sich kommentarlos um und ließ die Frau einfach stehen. Die war eh gestraft genug durch die fassungslose Beschimpfungen der Zuschauer.

Wer tritt schon gerne in einen Hundehaufen?

Frauchen wie diese sind Schuld daran, dass auch uns anderen Hundebesitzern schon von weitem böse Blicke zugeworfen werden, wir gleich angemotzt werden, wenn wir zufälligerweise mit unserem Vierbeiner an einem vertrockneten Hundehaufen stehen bleiben: "Das heben Sie aber danach auf." Rechtfertigungen werden nicht zugelassen.

Ich finde es auch eklig, wenn ich vor meiner Haustür in ein Häufchen trete. Und freue mich über die Hundetoiletten, die seit kurzem überall auf meinem Spazierweg stehen. Dort kann man sich kostenlos mit Beuteln für die Hinterlassenschaften des pelzigen Freundes eindecken. Wenn ich mir allerdings so die Gehwege und Grünflächen ansehe, muss ich leider feststellen, dass wohl viele Hundebesitzer sich zu fein sind, den Dreck hinter ihren Lieblingen wegzuräumen.

"Das ist doch Natur," so das Argument einer Hundehalterin, die ich vor ein paar Tagen dabei erwischte, wie sie ihren Hund mitten auf den Gegweg kacken ließ um dann seelenruhig weiter zu laufen. Ob sie es wohl auch noch so schön fände, wenn ich demnächst den Weg zu ihrer Haustür zur Toilette umfunktioniere? Frei nach dem Motto, das wütende Hausbesitzer auf Schilder mit durchgestrichenen Hunden in ihren Vorgärten stehen haben: "Ich kacke doch auch nicht vor Ihre Haustür."

"Tina trotzt dem Alltag" ist eine wöchentliche Kolumne auf ka-news. Sie erscheint immer donnerstags. Anregungen, Aufregungen und sonstige Hinweise an rastatt@ka-news.de.


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Kommentare (65)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (354 Beiträge)

    27.08.2010 16:04 Uhr
    Lufthans
    nicht nur der Humor geht hier einigen flöten,es gibt sogar Leute die glauben das Märchen vom Eis ...
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    28.08.2010 12:34 Uhr
    Ich glaub das auch nicht . . .
    . . . die Geschichte ist auch schon so alt, dass sie "stinkt".
    Irgendwann hole ich auch einen Hund zu mir und allzulange dauert das nicht mehr zwinkern Am Besten einen von den "armen Kerlen" aus dem Tierheim . . . mal sehen, ob ichs dann noch schaffe, meine Bikes zu fahren - das ist ein Problem ! Muss ein Gespann aus meiner Enfield machen, dann kann das Hundchen ins Boot.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (10716 Beiträge)

    27.08.2010 14:20 Uhr
    -->
    Diese blöden Vieher haben mehr Rechte als manch Menschen in diesem Land. 0,XYZ Verständnis für Hunde. Dem Hund hätte ich sicherlich den Hals umgedreht schon allein bei Annäherung an das Kind. Sicher ist Sicher. Ich kann den Vater nicht verstehen.
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    27.08.2010 13:34 Uhr
    Geiles altes Thema . . .
    . . . gabs da nicht angeblich mal eine Zeitschrift: "Kot und Köter". Dies gar nicht gab . . . es aber alle glaubten grinsen
    Hunde sind für viele wohl ein seelischer Halt, der wohl nicht zu unterschätzen ist. Sonst wären die Krankenkassen noch "ärmer" dran.
    Also leben und leben lassen . . .
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    27.08.2010 12:03 Uhr
    Ich
    glaube manchmal, hier tummeln sich nur Extreme (egal welches Thema).....

    -Rücksicht, gleich null
    -Toleranz, gleich null
    -Humor, unter null....
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  •   dramutie
    (1539 Beiträge)

    27.08.2010 12:20 Uhr
    wenigstens
    hat der südamerikanische absturzgeier und der treuefanatiker die aktuelle trollwiese noch nicht entdeckt ...
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  •   jimmg
    (411 Beiträge)

    27.08.2010 09:53 Uhr
    Sind manche Hundhalter Tierquäler?
    Leider Wohnen viele Hundbesitzer in Karlsruhe in den oberen Etagen. Oft müssen sich dann ihre Vierbeiner, egal ob dasfür geeignet oder nicht täglich über die Treppen hoch wie auch runterquälen. Den Hunden sieht man dies am Anfang ja lange nicht an - bis - ja bis sie im mittleren Lebensalter krumm und von Schmerzen gepeinigt ihren Lebensabend verbringen müssen. Und die Hundehalter? Tja - die Hundehalter erlössen ihn dann (er war ja eh schon "alt") und holen sich dann halt einen "Neuen". Tja- Hundeliebhaber halt!
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    unbekannt
    (6 Beiträge)

    27.08.2010 08:19 Uhr
    Hunde...
    Mein Gott was für eine Diskussion - mir zu dumm. Da kommt nie was raus. Ich nehme lieber meinen Kleinen, mach mich auf den Acker und geniese dort die Natur und die Ruhe.
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    unbekannt
    (5089 Beiträge)

    27.08.2010 01:44 Uhr
    davon ab
    ist diese KOLUMnee echt Scheiße! Was hat die Rotznase vom Leben denn schon gesehen?
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    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    27.08.2010 09:08 Uhr
    Vielleicht
    hat die Rotznase in ihrem jungen Leben schon ausreichend Bekanntschaft mit diesen widerlichen Tretminen gemacht?
    Und gaaanz sicher befreit sie mit gaaanz grosser Freude die Schuhe Ihres Sohnes von dieser stinkenden Masse.
    Wer meint, in der Stadt einen Hund halten zu müssen, der soll sich auch um die Hinterlassenschaften seines Hundes kümmern. Die gehören nämlich auch zum Hund. Ich empfinde Mitleid mit den städt. Arbeitern, die die verminten Rasen mähen müssen. Normalerweise gehören diese Hinterlassenschaften mit einem Tütchen aufgehoben und, falls der Besitzer bekannt, dem in den Briefkasten geworfen. Möglichst mit dem Inhalt voran. Gehört ja schliesslich ihm. Auf "Finderlohn" wird gerne verzichtet
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