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Kolumne Auf unerwünschte Anrufe pfeifen

Seit letztem Jahr sollte laut Gesetzgebung niemand mehr mit unerwünschten Werbeanrufen belästigt werden - nur noch nach ausdrücklicher Erlaubnis der "Belästigten" dürfen Firmen anrufen. Aber mal im Ernst: Wer meldet sich schon freiwillig, wenn es darum geht Werbeanrufe zu bekommen?

Fast jeder kennt die freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung, die uns von neuen Internetanschlüssen, unnützen Versicherungen, Zeitungsabos oder Supersonderexklusivangeboten überzeugen will - notfalls per Bandansage. Erwischt man den Anrufer persönlich, kann man zumindest versuchen, ihm schnell das Wichtigste mitzuteilen: dass man auf keinen Fall wieder angerufen werden will.

Dazu kann man ganz nebenbei auf die rechtliche Lage hinweisen, nach der dieses Telefonat gar nicht existieren dürfe. Möglichst bestimmt - aber trotzdem freundlich, denn die Anrufer an sich können normalerweise nichts für ihren unbeliebten Job. Danach beginnt die Hoffnung, dass man nie wieder etwas von diesem Call Center hört.

Auf endloser Wiedervorlageschleife im Call Center System

Wenn man allerdings die Vorgehensweise der Call Center kennt, weiß man, dass diese Hoffnung vergebens ist. Wer einen netten Eindruck erweckt, landet garantiert auf der sogenannten Wiedervorlage - in regelmäßigen Abständen trudeln neue Angebote per Telefon ein. Gelöscht werden die Daten meist nur dann, wenn man schriftlich mit einer Klage oder mit einem Anwalt droht.

Besonders schön sind Anrufe, bei denen die Nummer trotz des Verbots nicht angezeigt werden. Wie neulich, als mich ein etwas schroffer junger Mann anrief um mit mir über meinen Internetzugang zu reden. Ich versuchte ihm erst beizubringen, dass mir meine Zeit für solche Anrufe zu schade sei. "Wann kann ich Sie denn wieder anrufen?", fragte mein hartnäckiger Gesprächspartner. "Am besten nie wieder," entgegnete ich.

Aufgelegt aber nicht abgehängt

Anstatt sich abwimmeln zu lassen meinte er aber nur: "In der Zeit, die sie jetzt mit Ausreden vergeudet haben, hätte ich Ihnen schon längst Ihre Vorteile erklärt." Unverschämt! Mir reicht es: "Von wo rufen Sie denn überhaupt an?" "Das verrate ich Ihnen erst, wenn Sie sich mit unseren Angebot befassen wollen." Ich fühle mich so langsam ganz schön verarscht: "Ich werde Ihren Anruf beim Verbraucherschutz melden." "Na dann viel Spaß dabei. Ich bin mal gespannt wie Sie das ohne Nummer und ohne Firmennamen anstellen wollen."

Recht hat er... aber wie werde ich diesen unangenehmen Menschen dann los? Vor allem ohne mir sein Superknebelangebot anhören zu müssen. Ich lege vorerst einfach wortlos auf. Leider hält meine Freude über den abgewimmelten Nervtöter nur kurz an. Eine halbe Stunde später klingelt das Telefon wieder - unbekannte Nummer: "Na, Frau di Bartolomeo, haben Sie sich ein wenig beruhigt? Haben Sie jetzt Zeit mir zuzuhören?" Habe ich nicht, aber ich weiß mittlerweile auch, dass Belästiger das nicht einsehen wird.

Also greife ich zu einem Trick, mit dem eine Bekannte von mir mal einen anonymen Telefonstöhner in die Flucht geschlagen hat: Wortlos schnappe ich mir die Trillerpfeife aus dem Zimmer meines Sohnes und pfeife ins Telefon. Als ich den Hörer außer Puste wieder ans Ohr halte, höre ich nur noch ein Tuten. So pfeift man auf unerwünschte Anrufe! Und morgen lasse ich meinen Eintrag im Telefonbuch löschen.

"Tina trotzt dem Alltag" ist eine wöchentliche Kolumne auf ka-news. Sie erscheint immer donnerstags. Anregungen,  Aufregungen und sonstige Hinweise an rastatt@ka-news.de.

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Kommentare (42)
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  •   taina
    (315 Beiträge)

    06.08.2010 11:13 Uhr
    Ich stehe
    seit Jahren nicht mehr im Telefonbuch,gebe meine Festnetznummer nicht mal eben weiter und werde trotzdem mit Cold Calls belästigt.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1197 Beiträge)

    06.08.2010 11:24 Uhr
    Never think:
    I could win...
    Sofern Sie an irgendwelchen Gewinnspielen (ggf. auch vor Jahren) teilgenommen haben, wurde Ihnen mit einer Unterschrift (steht im Kleingedruckten, häufig auch sehr verklausulisiert) ein Einverständnis zur Kontaktaufnahme abgerungen.
    Etwas anders ist es wenn man von einem Unternehmen (oder deren Dienstleistern) kontaktet wird bei dem man bereits Kunde ist. Zum ersten ist man Bestandskunde und zum zweiten wurden Sie bestimmt auch schon mal gefragt, ob Sie nicht über neue Angebote oder Verbesserungen informiert werden möchten. Bei Gefallen Ja- sagen, kann fatal enden...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (903 Beiträge)

    06.08.2010 10:21 Uhr
    Also auch wenn man im
    Telefonbuch steht bekommt man eher wenig Anrufe von solchen Firmen, wenn man es richtig macht. Man darf nur nicht bei Gewinnspielen etc. ein Einverständnis unterzeichnen (ohne es zu merken?)
    Sogar die Nudelverkäufer aus Italien rufen mich nicht mehr an, weil ich nett sagte, dass ich nicht Käufer werde und es deshalb sinnlos ist anzurufen.
    Die lustigsten Gespräche während der Arbeitszeit hatte ich früher mit Leuten die Wein per Telefon verkaufen wollten. Kaum hatte ich mich gemeldet kam: „Kann ich bitte einen der Herren aus der Geschäftsleitung sprechen.“ grinsen Ich hab die dann immer verbunden, bin am anderen Apparat selbst drangegangen und hatte amüsante Gespräche. Soviel Zeit muss sein!
    Drollig war auch der, der sagte er ruft aus der Karibik an und meinte: „Verbinden sie mich und zwar dalli. Sonst sorg ich dafür, dass Sie rausfliegen.“ grinsen Den hab ich dann solange in der Leitung hängen lassen, bis er selbst auflegte.
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  •   vordprefect
    (90 Beiträge)

    06.08.2010 10:07 Uhr
    Komischerweise erhalte ich kaum solche Anrufe..
    aber ich stehe nicht im Adressbuch der Stadt
    und nur im gedruckten Telefonbuch - nicht im Internet!

    Die Rückwärtssuche wurde schon von meinem Provider deaktiviert,
    daher gibts auch keinen Adressenabgleich - AB gibts keinen.
    Ob jemand angerufen hat, sehe ich auf meiner Anlage und ohne
    Rufnummernanzeige reagiere ich sowieso nicht.

    Wenn Leute von mir eine Nummer haben wollen, gebe ich die Handy-Nr. an und alles was keine Rufnummer anzeigt, wird ebenfalls nicht angenommen. Wenns wichtig ist, sollen Sie auf die Mailbox
    reden. Das sage ich dann aber auch dazu.
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    unbekannt
    (903 Beiträge)

    06.08.2010 07:56 Uhr
    Und wenn schon
    alle so schön aus dem Erfahrungsschatz berichten.
    Ich habe in den letzten Wochen nur drei Anrufe bekommen, bei denen ich nicht vorher wusste wer dran ist. Einer auf der Nummer, die gar nicht bekannt ist . Die Dame wollte mir aber nicht verraten woher sie die hatte. grinsen
    Und dann noch zwei Anrufe von Karlsruher Organisationen die Geld sammeln wollten oder ihre Dienstleistung anbieten. Sowas sind wohl keine Werbeanrufe? Was ich damit sagen will: es gibt auch Grauzonen. Emnid ruft doch auch nicht aus Werbegründen an.
    Mitdenken! Man kann auch eine Kinderstimme sagen lassen: Mami kommt erst in drei Stunden – und sich dann mit Nudelholz hinter die Tür stellen (symbolisch gemeint). Ob jemand wirklich zuhause ist kann auch nicht durch Anruf ermittelt werden, dank modernster Technik.
    Und wer öfter belästigt wird hat rechtliche Möglichkeiten. Es gibt Fangschaltungen.
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  •   Biker
    (852 Beiträge)

    06.08.2010 02:41 Uhr
    .............. probiert mal folgendes
    .......... macht Spaß und der/die Gegenüber verzweifelt garantiert!
    Ich versuche immer mein Gegenüber in ein Gespräch zu verwickeln, also ich drehe den Spieß um. Frage nach dem Namen, wo sie/er gerade sitzt. Bei welcher Zeitarbeitsfirma er/sie angestellt ist und wie groß das Büro ist in dem sie/er arbeitet. Und ganz am Anfang frage ich ganz höflich ob es etwas ausmacht wenn ich das Gespräch aufzeichne. Da ist dann meisten sofort Schluß.
    Probiert es einfach mal aus, es funktioniert garantiert. Wichtig den Gegenüber nicht zum Reden kommen lassen.
    Blöd wirds natürlich wenn man von einem Sprachcomputer angerufen wird. Da leg ich gleich auf und höre mir den Stuss gar nicht erst an.
    Und falls ihr mal irgendwo eine Telefonnummer angeben müsst und ihr möchtet nicht die eigene Nummer angeben, dann gebt einfach folgende Nummer an: 0163/1737743 (www.kettelstorf.de/frank)
    Überall wo ne Telefonnummer verlangt wird und ich meine nicht preisgeben möchte erledigt "Frank" das für mich!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1456 Beiträge)

    06.08.2010 15:00 Uhr
    Bei Sprachcomputer ...
    ... besser nicht gleich auflegen, sondern ihn so lange mit sich selbst beschäftigen lassen, bis er aufgibt. Während dieser Zeit kann er schon niemand anderes belästigen. Außer natürlich man braucht gerade sein Telefon oder die freie Leitung, wenn nicht, dann ... grinsen So macht man das übrigens auch mit den Sales Androiden ("Tut mir leid, mein Wasser auf dem Herd brennt grad an, das Kind schreit, ich leg Sie mal eben hin! grinsen").
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  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    05.08.2010 19:23 Uhr
    Ich hatte gestern
    mal wieder meinen "Spass". Ich warte, bis Sie es min. 10x probiert haben, nachdem ich Ihnen gesagt habe, dass derjenige, den Sie sprechen wollen nicht da ist und er Montags wieder kommt. Dann nehme ich ab und täusche Demenz vor und gebe vor alles was sie wollen zu unterschreiben. Sobald die Frage nach der Kontonr. kommt, sage ich dass ich gepfändet bin. Dann ist die andere Leitung tot zwinkern
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    05.08.2010 19:15 Uhr
    wegdrücken
    Bei solchen Anrufen lege ich meist kommentarlos auf. Meist rufen die kein zweites mal mehr an.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (178 Beiträge)

    05.08.2010 22:14 Uhr
    genauso
    in der Regel schaffen die es kaum 2 Worte zu sagen, da hab ich schon wieder aufgelegt.
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