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Rastatt PFC-Skandal vor Gericht: Stadtwerke Rastatt gegen Komposthändler aus Baden-Baden

Vergiftete Böden, vergiftetes Grundwasser - der Skandal um die Belastung von Ackerland mit den umweltschädlichen Chemikalien PFC beschäftigt Behörden und Bürger seit Jahren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Gerichtsprozesse schon.

Es geht um Verantwortung und um Schadenersatz in Millionenhöhe: Wegen der Vergiftung des Grundwassers mit den gesundheitsschädlichen Chemikalien PFC wollen die Stadtwerke Rastatt rund 6,5 Millionen Euro von einem Kompostunternehmen einklagen.

Hinzu kämen künftig noch entstehende Kosten wegen der Verseuchung, sagte am Dienstag der Geschäftsführer des Wasserversorgers, Olaf Kaspryk. "Es kann nicht sein, dass der Verbraucher diese Kosten trägt." Der Zivilprozess dazu beginnt diesen Freitag vor dem Landgericht Baden-Baden.

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht angebracht.
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht angebracht. | Bild: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Das Kompostunternehmen aus Baden-Baden, laut Kaspryk Verursacher des flächenmäßig größten Umweltskandals Deutschlands, soll bis Ende 2008 mit Papierschlämmen versetzten Kompost auf Feldern in den Kreisen Baden-Baden und Rastatt ausgebracht haben. Diese Schlämme enthielten sogenannte per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), die in der Natur kaum abbaubar sind.

Betroffen sind weit über 1000 Hektar Ackerland in Nord- und Mittelbaden. Die Schadstoffe gelangten später auch ins Grundwasser. Im Jahr 2012 wurde dies bei einer Routineuntersuchung der Stadtwerke Rastatt entdeckt.

Mehrere Projekte beschäftigen sich mit Sanierung von Wasser und Boden

Seither musste der Versorger Brunnen stilllegen sowie die Wasserwerke Rauental und Niederbühl vom Netz nehmen beziehungsweise mit neuer Filtertechnik ausrüsten. Die Kosten dafür will der Wasserversorger nun dem mutmaßlichen Verursacher der Verschmutzungen in Rechnung stellen.

In den Wasserwerken wird sich auf die Hitzewellen vorbereitet
(Symbolbild) | Bild: ARTIS - Uli Deck

Verschiedene Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Sanierung des Grundwassers und auch der Böden - kein Verfahren sei bisher ausgereift genug, um in die Praxis umgesetzt werden zu können, sagte eine Sprecherin der Stabsstelle PFC am Regierungspräsidium Karlsruhe.

Auch ein Ausbaggern der Felder wäre viel zu teuer; die Kosten würden in die Milliarden gehen. Eine Deponie in Gaggenau ist im Gespräch, auf der nach einem Um- und Ausbau zumindest Aushub von Grundstücken gelagert werden könnte, auf denen gebaut werden soll. Bis alle Genehmigungs- und Planungsverfahren dafür durch sind, wird es aber noch Jahre dauern.

Ein Landwirt erntet Bio-Möhren auf einem Feld im Landkreis Hildesheim. Die EU-Agrarminister nähern sich einer Einigung bei der Agrarreform.
Ein Landwirt erntet Möhren auf einem Feld. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Für die betroffenen Äcker startete das Land vor Jahren ein sogenanntes Vorerntemonitoring. Dabei wird in der Region angebautes Obst, Gemüse und Getreide auf PFC-Belastung hin untersucht. Auf dieser Basis gibt es seitdem Empfehlungen für die kommende Aussaat.

"Wir wollen, dass er Verantwortung übernimmt"

Der beklagte Unternehmer bestreitet die Vorwürfe. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe allerdings hatte ihn schon in der Vergangenheit zur Zahlung von rund 240.000 Euro Schadenersatz an den Landkreis Rastatt verurteilt. "Wir wollen ihn nicht 'platt machen' und in die Insolvenz treiben", sagte der Anwalt der Stadtwerke.

"Wir wollen, dass er Verantwortung übernimmt, und wollen dann gemeinsam eine Lösung finden."

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel.
Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. | Bild: Volker Hartmann/dpa/Illustration

Neben der Klage der Stadtwerke ist vor dem Landgericht Baden-Baden noch eine Klage der Gemeinde Hügelsheim anhängig. Ein Termin dafür wurde nach Worten einer Gerichtssprecherin noch nicht bestimmt. Die Akten seien weiterhin bei einem Sachverständigen. Auch der Kompostunternehmer selbst zieht immer wieder vor Gericht.

Der Skandal schlägt seit Jahren hohe Wellen in der Region. Insgesamt kostete er die betroffenen Stadt- und Landkreise bisher mehr als 11 Millionen Euro - Personalkosten nicht mitgerechnet, so die Sprecherin der Stabsstelle PFC. Die Kosten der betroffenen Kommunen und Wasserversorger würden von der Stabsstelle nicht erhoben.

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  •   andip
    (10988 Beiträge)

    24.03.2021 08:19 Uhr
    War da nicht so etwas
    dass es früher völlig zulässig war, den Kompost so herzustellen, wie es diese Firma gemacht hat, also mit Verwendung von PFC?
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  •   BMWFahrer
    (521 Beiträge)

    23.03.2021 17:37 Uhr
    PFC sind nicht giftig
    Womöglich sind PFAS gemeint, diese sind giftig und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen.
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  •   Iglaubsnet
    (945 Beiträge)

    23.03.2021 21:04 Uhr
    In Wikipedia
    schreiben Sie, dass das bei Rastatt, Baden-Baden PFAS wäre, nur wie zuverlässig ist Wikipedia.
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  •   Iglaubsnet
    (945 Beiträge)

    23.03.2021 20:53 Uhr
    Danke für Ihre Antwort, es geht
    eindeutig um PFC, wird auch im Artikel so erwähnt. Ich wundere mich über die Berichterstattung in den Medien, Es fehlt einfach die notwendige Distanz und kritische Auseinandersetzung.
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  •   Iglaubsnet
    (945 Beiträge)

    23.03.2021 16:42 Uhr
    Mal
    ne Frage, ist PFC überhaupt giftig. Das PFC um das es hier geht stammt aus der Papierherstellung. Das sind Papiere verschiedener Stärke au8s denen z. B. Getränkebecher, Lebensmittelverpackungen gemacht werden.
    Die Lebensmittel kommen dabei in direkten Kontakt mit diesem Papier. Das sind Verpackungen z.B. Kaffe to go, Tiefkühlkost wie Spinat usw..
    Natürlich gehört es nicht in die Natur, aber ist die Gefährdung wirklich so groß, oder wollen da nur welche Juristen Geld verdienen, bzw. irgendwelche Politiker ihr Profil schärfen?
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  •   Kommentar
    (686 Beiträge)

    23.03.2021 22:42 Uhr
    PFC ist keine eindeutige Bezeichnung
    https://www.epa.gov/pfas/what-are-pfcs-and-how-do-they-relate-and-polyfluoroalkyl-substances-pfass

    https://de.wikipedia.org/wiki/Per-_und_polyfluorierte_Alkylverbindungen#Verwendung: " ... und in der Papierindustrie zur Herstellung von schmutz-, fett- und wasserabweisenden Papieren verwendet"
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  •   Motorhead
    (260 Beiträge)

    23.03.2021 18:13 Uhr
    Sicher hast Du Recht
    Die ganzen Leute die den Skandal untersuchen haben alle keine Ahnung. Sicher steckt auch hier Bill Gates dahinter.
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  •   Iglaubsnet
    (945 Beiträge)

    23.03.2021 20:49 Uhr
    Das war
    jetzt nur eine Frage. Ihre Antwort trägt nichts zur Klärung bei, im Gegenteil so wie sie formuliert ist, ist es eine Beleidigung.
    Zudem ging die Frage an kompetente Leute.
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  •   Motorhead
    (260 Beiträge)

    24.03.2021 16:14 Uhr
    Provozierst Du eine Sperrung?
    Und mit Verlaub: da Du ja ständig alles besser weißt als die Experten (siehe auch Deine Kommentare) ist meine Bemerkung beileibe keine Beleidigung sondern eine Feststellung dessen was Du unterstellst.

    Zitat von Iglaubsnet Natürlich gehört es nicht in die Natur, aber ist die Gefährdung wirklich so groß, oder wollen da nur welche Juristen Geld verdienen, bzw. irgendwelche Politiker ihr Profil schärfen?
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