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Karlsruhe/Rastatt Baden-Airpark: Neuer Aufschwung durch Autobahnanschluss?

Sinkende Passagierzahlen, abwandernde Fluglinien und auslaufende finanzielle Förderungen - der Baden-Airpark hatte zuletzt keine positiven Nachrichten zu vermelden. Da trifft es sich gut, dass man sich im Landkreis Rastatt derzeit intensiv mit dem Thema Autobahnanschluss an den Regionalflughafen beschäftigt. Ein Vorschlag des Landkreises liegt dem Verkehrsministerium bereits zur Prüfung vor.

"Derzeit liegt das Projekt inklusive einer FFH-Prüfung beziehungsweise Alternativprüfung beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur und wir warten auf die Antwort", so Claus Haberecht gegenüber ka-news. Er ist Dezernent im Landkreis Rastatt und koordiniert die Projekte zum überregionalen Verkehrsanschluss des Flughafens. "Ungeachtet dessen, möchten wir im Mai einen Grundsatzbeschluss im Kreistag dahingehend erreichen, dass klar wird, wie es mit dem Autobahnanschluss weitergehen soll." Man erwartet vom Kreistag ein Mandat, um die notwendigen Maßnahmen für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens umsetzen zu können.

Haberich: "Baubeginn nicht vor 2018"

Vonseiten des Ministeriums soll eine Stellungnahme zum eingereichten Projektvorschlag kommen, der derzeit einer Prüfung unter den Gesichtspunkten des europäischen Gebiets- und Artenschutzes - Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) - unterzogen wird. Aus Sicht des Landkreises Rastatt gibt es zum eingereichten Projektvorschlag keine zumutbare Alternative, welche die Landschaft oder Natur weniger beeinträchtigen würde. Stimmt das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur mit dieser Ansicht überein, so könnte mit den Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren begonnen werden.

Die Vorbereitungszeit schätzt Haberich auf zirka neun Monate; das Verfahren selbst nochmals auf rund ein Jahr. Unter anderem, weil im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine öffentliche Auslegung des Plans sowie ein Anhörungsverfahren stattfinden wird, bei welchem von der Planung betroffene Bürger und Behörden ihre Stellungnahme abgeben können.

Anbindung soll 20 bis 25 Millionen kosten

Der Autobahnanschluss wird von der Bundesregierung grundsätzlich unterstützt - dieses Signal gab es 2006/2007, als dem Bund erste Entwürfe vorgestellt worden sind. Fördergelder für das rund vier Kilometer lange Straßenbauprojekt könnte es über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geben. Zusätzlich erwartet man sich im Landkreis Unterstützung vom Baden-Airpark sowie der Region. Die Planung der A5-Autobahnausfahrten auf Höhe von Halberstung bis zum Beginn der Kreisstraße 3767 ist bereits fertiggestellt und liegt beim zuständigen Bundesverkehrsministerium zur Prüfung, während die Planung bis zum Baden Airpark - teilweise als Ausbau auf der bestehenden Kreisstraße als auch als Neubau - vom Grundsatzbeschluss im Landkreis abhängt.

Neu gebaut werden würde bei Schiftung: Die zirka 1,4 Kilometer lange Neubaustrecke würde ebenfalls die Funktion als Ortsumfahrung erfüllen. "Das Ziel ist nicht nur die direkte Verbindung an den Flughafen und an den großen Gewerbepark, sondern mit der Maßnahme sollen auch die umliegenden Gemeinden entlastet und CO2-Ausstoß reduziert werden", fasst Haberecht zusammen. Die Kosten für den Autobahnanschluss schätzt der Rastatter Dezernent grob auf 20 bis 25 Millionen Euro; genaue und fundierte Angaben zur Höhe der Kosten und der Finanzierung könnten erst in den Vorbereitungen zum Planfeststellungsverfahren ermittelt werden.

Kein Anschluss an den Schienenverkehr

Bereits jetzt schon fest steht, dass es derzeit keinen Schienenanschluss des Baden-Airparks an den öffentlichen Nahverkehr geben kann. Dies wurde aufgrund der 2011 durchgeführten Nutzen-Kosten-Untersuchung von zwei geplanten Schienenanschlüssen zum Baden-Airpark deutlich: Die für 2025 zu erwartenden Nutzungszahlen werden nicht ausreichen, sodass das Land beziehungsweise der Bund eine solche Investition nicht fördern wird, so Haberecht. Sollten sich jedoch die Rahmenbedigungen ändern, zum Beispiel durch  Erhöhung der Fluggastzahlen oder der Beschäftigten am Baden-Airpark, so könne man das Thema gegebenenfalls wieder fortsetzen. Bislang wird der Baden Airpark durch die zwei Buslinien 205 und 234 an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen.

Zunächst ist man im Landkreis bestrebt, den Autobahnanschluss "schnell zu realisieren und zu finanzieren", versichert Haberecht. Eine zügige Planung und Umsetzung des Projekts ist auch im Interesse des angeschlagenen Regionalflughafens. Manfred Jung, Geschäftsführer der Baden Airpark GmbH (BAG) dazu: "Der direkte Autobahnanschluss hätte sehr positive Auswirkungen, insbesondere für die Fluggäste, die aus dem Süden anreisen. Weiterhin ist für den Zulieferverkehr im Gewerbepark der direkte Autobahnanschluss sehr wichtig." Um der Negativentwicklung des Regionalflughafens entgegenzutreten, haben Geschäftsführung und Gesellschafter Ende Januar ein Gutachten bei einer Beratungsgesellschaft in Auftrag gegeben.

Dieses soll das bisherige Geschäftsmodell der Baden-Airpark GmbH, bestehend aus Flughafen und Gewerbepark, analysieren und auf Zukunftsfähigkeit überprüfen. Bis Juli 2014 soll ein für den Standort und die Region angepasstes Zukunftskonzept entwickelt sein, lässt der Baden Airpark in einer Pressemitteilung verlauten.

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  •   myopinions
    (1223 Beiträge)

    11.05.2014 19:42 Uhr
    ...................und dann kommen mehr
    Fluggäste?

    Das kann man den Kleinen in der Kita erzählen, mir nicht.

    Es bereitet doch überhaupt kein Problem, von der A 5 zum Flughafen zu gelangen. Das sind ein paar Kilometer, zehn vielleicht, die man ebenso zügig wie flüssig bewältigt, im Gegensatz zu anderen Airports mit Autobahnanschluss.

    Diese veranschlagten 25 - 30 Millionen kann man sicherlich nützlicher und sinnvoller investieren.
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  •   Berndabcdef
    (743 Beiträge)

    23.08.2014 07:25 Uhr
    Kein Anschluss an den Schienenverkehr
    Wie sollen denn mehr Passagiere kommen, wenn es keinen S-Bahn Anschluss gibt. Bis nach Heilbronn oder Oberderdingen fährt die Bahn, aber nicht zum Flughafen. Ausserdem sind die Einwohner von Hügelsheim nur sehr schlecht mit Bussen angebunden. Will ein junger Mann ein KSC Spiel sehen, dann muss er in Karlsruhe übernachten.
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  •   Makamabesi
    (3025 Beiträge)

    03.02.2014 21:04 Uhr
    Warum
    hat der Flughafen keine Transferbusse?
    Klappt doch am Ziel auch!
    Von irgendeinem Pendlerparkplatz, Bahnhof oder so in Karlsruhe, Freiburg, Mannheim, Heidelberg usw. fährt alle 1/2 Stunde ein Bus und sammelt die Fluggäste ein. Und schwuppdiwupp, sind die am BadenAirPark!
    Der Knüller wäre in der Möre gleich noch einchecken...
    Warscheillich zu einfach, das Ding!
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  •   Profi
    (442 Beiträge)

    03.02.2014 21:41 Uhr
    Weil das bei so einem kleinen Flughafen
    nicht wirtschaftlich realisierbar ist: Nach jeder Landung müßten 5 bis 10 Busse abfahren, schließlich will jeder Fluggast als Erster zu hause sein. Bis zur nächsten Landung stehen die Busse ungenutzt herum. Aus gleichem Grund lohnt sich eine Bahnanbindung nicht - auch hier immer nur sporadisch hoher Bedarf, dann wieder lange Zeit gar keiner.
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  •   Makamabesi
    (3025 Beiträge)

    03.02.2014 23:09 Uhr
    ...
    Und viso is das dann am Ziel wirtschaftlicher?
    Der Flughafen von Teneriffa Süd ist nun auch nicht grad der Größte. Hat in etwa die gleich Zahl an Flugbewegungen (ca. 10% mehr).
    BAP hatte 2011 45.000 Flüge, da kann man schon ein par Busse fahren lasse (ca. 125 pro Tag) wenn man wikipedia glauben darf.
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    03.02.2014 17:36 Uhr
    Neben der neuen Ausfahrt
    wäre sich auch Platz für ein neues Stadion grinsen
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  •   Profi
    (442 Beiträge)

    03.02.2014 18:44 Uhr
    und ideal als Standort für das neue Bus-Terminal in Karlsruhe
    Denn warum das Bus-Terminal am Bahnhof bauen? Die Fernbus-Kundschaft benötigt keine Umsteigemöglichkeit auf die Schiene. Das ist eher die Billigflieger-Klientel.
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  •   Smallwood
    (1506 Beiträge)

    03.02.2014 17:12 Uhr
    das Problem ist der ÖPNV
    und nicht der Individualverkehr mit dem Auto. Ich bin mit dem ICE schneller (exakt eine Stunde) und nicht mal arg viel teurer (rund 17 Euro) in Frankfurt am Flughafen als im Rastatter Hinterland.

    Will der Flughafen Fluggäste gewinnen, so sollte er lieber einen S-Bahn-Halt anstreben. Wegen einen Autobahnausfahrt entscheidet sich niemand für einen Flug aus der Pampa.

    Zudem sind die Ziele, Aufgrund gewisser Billigfluglinien, eher bescheiden. Was bitte soll ich in London Stansted? Das ist fast noch abgelegener als der Karlsruher Flughafen von Karlsruhe. Da Flieg ich lieber von Frankfurt nach Heathrow oder zum Londoner Stadtflughafen und komme auch dort an wo ich hin wollte und nicht in der Pampa. Der Flughafen ist ohnehin zu abhängig vom großen Billigflieger.
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  •   andip
    (10959 Beiträge)

    03.02.2014 15:59 Uhr
    Vor
    kurzem wurde berichtet,dass der Baden-Airpark Gewinne macht.
    Wieso glauben dann alle,er sei kurz vor der Pleite?
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  •   Savancosinus
    (20 Beiträge)

    03.02.2014 16:47 Uhr
    Gewinne?
    Im Geschäftsjahr 2012 hat die Baden Airpark GmbH 2,74 Millionen € Verlust gemacht, im Jahr davon 3,75 Millionen. Steht zumindest so im Geschäftsbericht des Flughafen Stuttgart, der 65,8 % des Kapitals hält. Seit seinem Bestehen wird der Baden Airpark durch Zuschüsse am Leben erhalten. Irgendwo war auch mal zu lesen, wie hoch jeder Start subventioniert wird. Bin ich gerade zu faul zum Rechnen…
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