Mühlacker/Pforzheim VCD: DB-Fernverkehr zunehmend schlechter

Der Fahrplanwechsel bei Bus und Bahn bringt für Fahrgäste im Enzkreis und Pforzheim auf den ersten Blick nur wenige Änderungen - zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Besonders bemängelt der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb das "Krisenmanagement" der Deutschen Bahn (DB).

"Mit dem fünften Wagen an den IRE-Zügen zwischen Karlsruhe, Pforzheim, Mühlacker, Vaihingen und Stuttgart wird eine langjährige VCD-Forderung endlich umgesetzt", begrüßt Matthias Lieb aus Mühlacker die längeren Züge im Nahverkehr. Gleichzeitig kürze die DB bei den IC-Zügen auf der Strecke die Sitzplatzzahl und streiche zusätzlich das Bistro, beklagt der Verbandschef. Dabei seien gerade die IC-Züge um 16 und 18 Uhr ab Stuttgart jetzt schon völlig überfüllt.

Der Wegfall der Sitzplätze und des Bistros sei nicht mangelnder Nachfrage geschuldet, erklärt der VCD, sondern sei Ergebnis der Probleme der DB mit den ICE-Zügen: "Die im IC zwischen Karlsruhe und Stuttgart fehlenden Wagen sind jetzt als ICE-Ersatz zwischen Frankfurt und Dresden im Einsatz", kritisiert Lieb das Krisenmanagement der DB, die seit Jahren die Reserven reduziert habe und nunmehr bei Störungen massiv in bestehende Verbindungen eingreifen müsse.

Nachdem bekannt wurde, dass die Bahn mit der Umsetzung von "Stuttgart 21" auch die IC-Linie über Pforzheim streichen wolle, bemühe man sich wohl, besonders diese IC-Linie für die Fahrgäste möglichst unattraktiv zu machen, so der Eindruck beim VCD.

VCD sieht keine Rechtfertigung für Unterschied zwischen IC- und IRE-Preisen

Eine Einzelfahrt von Pforzheim nach Stuttgart koste im IC 21 Prozent mehr als im IRE - bei gleicher Fahrzeit, so der VCD. Es sei somit kein Wunder, dass bei den IRE-Zügen die Sitzplätze aufgestockt werden müssten, denn der Fahrgast könne für den höheren Fahrpreis keinen Mehrwert erkennen, kritisiert VCD-Chef Lieb. Mit dem Wegfall des Bordbistros und immer weniger Sitzplätzen bestehe aus VCD-Sicht keine Rechtfertigung mehr für den Preisunterschied - außer dass für die IC-Fahrkarte 19 Prozent Mehrwertsteuer, für die Fahrkarte im IRE nur 7 Prozent Mehrwertsteuer zu bezahlen sei.

"Hier sieht man, dass auch die Steuerpolitik des Bundes starken Einfluss auf das Verkehrsangebot nimmt. Mit einer Fahrkarte des Fernverkehrs bekommt der Staat vom Fahrgast die Steuereinnahmen, die der Staat dann zur Subventionierung des Nahverkehrs verwendet - das versteht keiner", bemängelt Lieb. Einheitliche Steuersätze und einheitliche Fahrpreise für Fern- und Nahverkehr würden hingegen das Angebot für die Fahrgäste transparenter und damit letztendlich attraktiver machen, so der VCD.  

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