Karlsruhe Prozess um Mord an Pforzheimer Jäger: Entscheidung zu Befangenheitsantrag gegen Richter erwartet

Ein Jäger stirbt gewaltsam, seine Waffensammlung verschwindet. Vier Männer stehen seit April in Karlsruhe vor Gericht - einer als mutmaßlicher Mörder, die anderen als Helfer. Nun hat der Verteidiger des Hauptangeklagten einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Als Begründung gab er an, der Richter habe sich vor der Verhandlung mit der Staatsanwaltschaft über einen Datenträger abgesprochen, ohne das in den Akten zu vermerken.

Aktualisierung Mittwoch, 10 Uhr

Über den Befangenheitsantrag soll nun entschieden werden, die Verhandlung wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt.

Ursprungsmeldung

Der monatelange Prozess um den Mord an einem Jäger aus dem Enzkreis nähert sich dem Abschluss. Am Dienstag (9 Uhr) könnten vor dem Landgericht Karlsruhe die Plädoyers beginnen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat ein 30 Jahre alter Italiener zusammen mit drei mitangeklagten Männern einen 50 Jahre alten Jäger aus Birkenfeld ermordet.

Erst habe er sein Opfer gewürgt, dann auf den Mann eingestochen und ihn schließlich mit einem Fußtritt gegen den Kopf getötet, hatte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklageschrift gesagt. Hintergrund sei ein Streit um Waffengeschäfte gewesen. Mit einem Komplizen habe der 30-Jährige mehr als 20 Gewehre, andere Waffen und Munition aus dem Haus des Jägers geraubt. Der Hauptangeklagte beschuldigte einen Mitangeklagten der Tat vom 29. August 2018.

Bei der Anklage geht es außerdem um weitere schwere Straftaten, darunter ein geplanter, aber nicht ausgeführter Mord und Vergewaltigung. Ein Waldarbeiter hatte die Leiche des Jägers Anfang Oktober 2018 zwischen Pforzheim und Tiefenbronn gefunden.

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