Karlsruhe/Pforzheim Nach Mord an Jäger aus dem Enzkreis: Vier Männer stehen in Karlsruhe vor Gericht

Bisher schweigt der Hauptangeklagte. Der 30-Jährige soll mit Hilfe von Komplizen einen 50 Jahre alten Jäger aus dem Enzkreis umgebracht haben. Jetzt beginnt der umfangreiche Prozess vor dem Landgericht.

Das Landgericht Karlsruhe hat sich auf einen aufwendigen Prozess eingestellt: Acht Monate nach dem Verschwinden eines 50 Jahre alten Jägers aus Birkenfeld (Enzkreis) steht von Montag an ein 30-jähriger Italiener als Hauptangeklagter vor dem Schwurgericht. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Mord vor.

Verhandlung bis in September

Mitangeklagt sind drei Männer im Alter von 26, 27 und 42 Jahren, die ihm geholfen haben sollen. Bis zum 13. September soll es 21 Verhandlungstage geben. Nach bisherigen Planungen werden 41 Zeugen und 8 Sachverständige gehört, wie eine Sprecherin des Gerichts sagte.

Ein Waldarbeiter hatte die Leiche des Jägers Anfang Oktober 2018 zwischen Pforzheim und Tiefenbronn gefunden. Davor galt der Mann, der in seinem Haus legal Waffen lagerte, als vermisst. Nachbarn hatten ihn zum letzten Mal am Abend des 29. Augusts gesehen und von einem Streit zwischen ihm und zwei Männern berichtet. Weil es Blutspuren im Haus gab, ging die Polizei von einem Verbrechen aus.

Verbleib von Waffen ungeklärt

Eine Sonderkommission der Kripo ermittelte danach den 42-Jährigen, der dem Hauptverdächtigen dabei geholfen haben soll, die Leiche des Jägers zu beseitigen und die etwa zwei Dutzend Waffen aus dem Haus abzutransportieren. Ihr Verbleib ist ungeklärt. Auf die Spur der im Oktober festgenommenen weiteren Verdächtigen kam die Polizei durch einen DNA-Nachweis am Tatort.

Die drei jüngeren Männer sollen außerdem geplant haben, eine Frau umzubringen. Zu der Tat kam es aber nicht. Der Hauptverdächtige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt. Die drei anderen Männer, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft teilweise geständig sind, befinden sich gegen Meldeauflagen auf freiem Fuß.

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