19  

Karlsruhe Zweite Rheinbrücke: "Karlsruher Bürger sind dem Verkehrs-Minister egal"

Der Bau einer zweiten Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe rückt voraussichtlich näher. Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wollen den Bau beschleunigen. In Karlsruhe trifft diese Entscheidung auf gemischte Reaktionen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Johannes Honné und Ute Leidig kritisieren das Vorhaben scharf. Momentan entstehe der Eindruck, das Verkehrsministerium wolle die Planung stärker vorantreiben. Statt die Anbindung einer weiterführenden Straße zur B36 mit zu planen, werde das Planverfahren zunächst abgeschlossen.

Es solle möglichst schnell mit dem Bau der Brücke begonnen werden, obwohl sie mit Anschluss an die überlastete Südtangente völlig nutzlos sei, kritisieren die Grünen. Honné und Leidig betonen, dass die drohende Weiterführung als Nordtangente eben nicht wie vom Minister behauptet vom Tisch ist. Durch den Bau werde der Druck zunehmen, eine komplette Nordtangente zwischen der Rheinbrücke und der Autobahnabfahrt Karlsruhe-Nord zu planen, so befürchten die Vorsitzenden.

"Die Brücke allein ist keine Lösung"

Ähnlich sieht das auch die Kult-Fraktion: In einer Pressemitteilung kritisieren sie die jüngsten Aussagen des Verkehrsministers. "Die Karlsruher Bürger sind ihm offensichtlich ziemlich egal", heißt es in der Pressemitteilung. Es sei ein planerisches Unding, die Brücke und die Verbindung zur B36 getrennt auf den Weg zu bringen, so die Kult-Fraktion.

Die SPD beteuert in einer Presseinformation, dass der Bau einer zweiten Brücke ohne parallele Umsetzung des Lückenschlusses zur B36 für den Straßenverkehr überhaupt keinen Sinn ergebe. Stadtrat Michael Zeh ist sich sicher: "Die Brücke allein ist keine Lösung der Verkehrsprobleme und die Pfälzer werden weiterhin im Stau am Knielinger Pförtner stehen."

FDP fordert mehr Transparenz

Die Karlsruher FDP hingegen ist erfreut über das Vorangehen der Planung. In einer Pressemitteilung fordern sie jedoch mehr Transparenz beim Brückenbau. "Es ist an der Zeit, dass wir Klarheit über die Projekte bekommen", so Stadtrat Karl-Heinz Jooß. 

Auch die CDU nehme die "neuen, klaren Worte des Landesverkehrsministers Winfried Hermann zur zweiten Rheinbrücke erfreut zur Kenntnis", heißt es in einer Pressemitteilung. Es müsse ein Ziel sein, dass die Anbindung an die B36 zeitgleich mit dem Bau der zweiten Rheinbrücke stattfände, so Tilmann Pfannkuch (CDU). 

Aktualisierung, 12.23 Uhr

In einer Pressemitteilung melden sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther (Karlsruhe-Stadt), Axel E. Fischer (Karlsruhe-Stadt) und Thomas Gebhart (Südpfalz) zu Wort. "Dieser Schritt ist überfällig. Die seit 2011 laufenden Planfeststellungsverfahren hätten schon längst abgeschlossen werden müssen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder darauf gedrängt, dass die Verfahren endlich zu Ende gebracht werden, um Baurecht für die zweite Rheinbrücke herzustellen", heißt es in der Pressemitteilung.

Zu der nunmehr von den Landesregierungen gewollten Abkopplung der Planung für die B36-Anbindung auf Karlsruher Seite erklären die Abgeordneten: "Wir fordern, dass diese Anbindung nicht auf die lange Bank geschoben wird. Die baden-württembergische Landesregierung stand auch bei diesem Thema in der Vergangenheit allzu lange auf der Bremse. Nun heißt es, Gas zu geben. Wir drängen weiter auf den Bau der zweiten Rheinbrücke mitsamt einer Anbindung an die B36."

In einer eigenen Pressemitteilung erklärt Rainer Balzer, Landtagsabgeordneter der AfD, die hohe Wirtschaftskraft in der Region Karlsruhe sei ohne Mobilität von Arbeitskräften und Gütern nicht möglich. "Karlsruhe ist ein Verkehrsknotenpunkt und wird einer bleiben, da helfen alle Weigerungen grüner Politiker aus Karlsruhe, dies zur Kenntnis zu nehmen, nichts." Sowohl die Südtangente als auch die bestehende Rheinbrücke seien überlastet.

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (19)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   kevin_liest
    (53 Beiträge)

    07.08.2016 16:00 Uhr
    Da äussert sich mal einer praktisch von den Grüne ...
    und Alle fallen über Ihn her!
    typisch, Hauptsache gemotzt!!!!!

    Fragd doch mal die, wo da jeden Tag fahrn müsse, ned die sesslpupser, die in der inneStadt mit dem Rad fahren!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Insider
    (724 Beiträge)

    05.08.2016 13:25 Uhr
    SPD Haltung?
    Bei Herrn Zeh klingt das so, dass die SPD-KA sich das vorstellen könnte, dass die nördlich gelegene Rheinbrücke für sie denkbar sei, wenn sie an die B36 angeschlossen wird. Wenn dem so wäre, wäre das für mich nicht überraschend. Die SPD-KA halte ich als "Brückengegner2 schon lange für einen unsicheren Kantonisten. Bin gespannt, wann und ob sie umfalllen werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Dieter-John
    (1 Beiträge)

    05.08.2016 13:06 Uhr
    Die zweite Rheinbrücke
    Tag für Tag bin ich ein Leittragender der Verkehrspolitik der Stadt Karlsruhe. Es wurde Herr Mentrup zum OB gewählt und das erste was er sagte: „Karlsruhe braucht unbedingt eine zweite Rheinbrücke." Ha Ha, diese Aussage hielt nicht lange, er wurde von den Mittragenden Parteien, die die ihn zum OB gewählt haben zurück gepfiffen.
    Wir brauchen die Rheinbrücke mit Anschluss an KA Nord der A 5 mit Einbindung der B 36 dringender denn je.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   JuliusM
    (1995 Beiträge)

    05.08.2016 12:49 Uhr
    Jeder Karlsruher
    wusste, dass seit 1926 die Nordtangente in Planung ist. Also was soll denn jetzt die Aufregung und der Mob gegen die Pfälzer? Ich war heute morgen im Marktcenter was haben ich gesehen? Unzählige Kalrsruher. Wenn die Pfälzer doch so böse sind, warum kommen dann die Kaler noch zu uns rüber? Verstehe ich nicht. Ach ja was würden denn so mancher Kaler machen wenn er in Hamburg z.B. arbeitsbedingt wohnen müsste? Schon mal gesehen wieviele Brücke es dort gibt? Aber ein Geschiss machen weil man eine zweite Rheinquerung bei KA bauen will. Nunja die Kaler lieben halt ihern Stau. Schönes WE
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    06.08.2016 09:04 Uhr
    Wenn Karlsruher in die Pfalz
    Dann kommen die nur um billig Essen und den Bienwald versch.... zu können. Ich habe als Karlsruhe 30 Jahr in der Pfalz meine Brötchen verdient. Die 2. Brücke ist mehr als Überfällig
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    05.08.2016 22:19 Uhr
    Niemand behauptet
    dass die Pfälzer böse sind. Im Gegenteil wir lieben sie. Schon wegen der guten Worscht und dem Woi.
    Die Kritik richtet sich gegen die(Bundes)Verkehrsplanung,die Straßen plant, die in einer Sackgasse enden.
    Ohne eine Querspange zur A5 bringt die zweite Brücke nichts.
    Die meisten Pendler wollen nicht nach Knielingen.
    und der Schwerverkehr schon gar nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    05.08.2016 19:54 Uhr
    !
    Wenn Du den Verkehrslinienplan von 1926 (drittletzte Seite) wirklich noch für relevant hältst, muss Du jetzt tapfer sein:
    Er wurde bereis sinngemäß umgesetzt, denn er sah nur EINE "Kraftwagenstraße" von Ost nach West vor ergänzend zur Nord-Süd-Autobahn und diese eine "Kraftwagenstraße" haben wir nun schon, nur woanders.

    Und wenn Du weiterhin Wert drauf legst. will ich auch die damaligen Schienenverkehrsprojekte umgesetzt haben!

    Wenn man genauer hinschaut, wird man aber feststellen müssen, dass das darin noch nicht umgesetzte heute keinen Sinn mehr ergibt, egal ob Straße, Bahn oder Wasser, weil durch andere Sachen überholt worden ...
    Es sist also durchaus sinnvoll, Verkehrslinienpläne ab und zu zu überarbeiten ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    05.08.2016 13:16 Uhr
    Die Nordtangente
    wird aber wohl eher nicht gebaut. Und wo soll man denn eine zweite Brücke auf Pfälzer Seite anschliessen? Soll man eine Schneise durchs Automobilwerk schlagen? Genau dort gegenüber käme nämlich die Nordtangente raus.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4178 Beiträge)

    05.08.2016 12:17 Uhr
    oder man muss eben....
    ... die Nordtangente durch den Hardtwald bauen!!!
    Nicht umsonst waren sich alle Parteien, ausser den Grünen einig eine vollkommen überdimensionierte Südumfahrung für Hagsfeld für 65 -80 Mio zu bauen, obwohl eine einfache Brücke für 6-8 Mio Hagsfeld sehr wirkungsvoll entlasten könnte, und das schon seit Jahren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Robert1959
    (1677 Beiträge)

    05.08.2016 11:41 Uhr
    Und was ist mit Radfahrer und Fußgänger?
    Bekommen diese dann eine Extra Brücke? Es ist schon komisch, dass Steuergelder ohne Sinn verpulvert wird und woanders fehlt. Da wird über ein Stadion und Theater diskutiert und andererseits alles gegen die Bürger durchgesetzt.
    Kein Politiker kommt auf die Idee Steuern zu senken!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben